Alemannia: 4000 Euro Strafe für das Zünden von Pyrofackeln

Von: Christoph Pauli
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Die Alemannia hat Konsequenzen aus der Verbandsstrafe wegen den Verfehlungen einiger Anhänger beim Auswärtsspiel in Wuppertal gezogen. Foto: Jérôme Gras

Duisburg. Der Vorsitz der Verbandsspruchkammer hat vor ein paar Wochen gewechselt. Hubert Jung aus Zülpich löste Friedrich-Wilhelm Stelkens ab, der sich mit vielen humanen Urteilen in all den Jahren als Freund der Vereine erwiesen hatte. Der neue Chef der Spruchkammer macht nicht den Eindruck, dass er nur laut bellen kann.

Das bekam vor zwei Wochen bereits RW Essen zu spüren. Nach Ausschreitungen beim Heimspiel gegen Rödinghausen verfügte die Kammer ein Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Vollstreckung wurde für zwölf Monate zur Bewährung ausgesetzt, Essen ist in Berufung gegangen.

Am Donnerstagabend stand auch Alemannia Aachen vor dem „Richtertisch“ in Duisburg. Beim Gastspiel am 5. September in Wuppertal wurden in der 53. Minute Pyrofackeln „von einigen völlig Unbelehrbaren“ gezündet, wie Alemannias Geschäftsführer Timo Skrzypski einräumte: „Es gibt hier nichts zu beschönigen.“

Einigermaßen konsterniert zeigte sich Skrzypski: „Wir haben viele Vorkehrungen getroffen, am Ende des Tages hat es nichts genutzt.“ Schon im Vorfeld wurde bei der Sicherheitsbesprechung auf das drohende bengalische Feuer beim Livespiel hingewiesen. Szenekundige Beamte aus Aachen waren vor Ort, auf Alemannia-Kosten wurden einige Ordner nach Wuppertal geschickt.

Der Verein bewachte das Stadion in der Nacht vor dem Anpfiff, erweiterte die Einlasskontrollen. Zu den befürchteten Übergriffen kam es dann doch. Die szenekundigen Beamten hatten im Zoostadion etwa „40 bis 50“ Fans im Publikum ausgemacht, die am Tivoli Stadionverbot haben.

Insgesamt sind derzeit 187 Personen von dem „Bann“ betroffen, berichtete Skrzypski. Das Problem: Ein bundesweites Stadionverein kann nur der gastgebende Verein aussprechen, in dessen Stadion die Straftaten begangen wurden. In Aachen sind das nur etwa ein Dutzend Fälle.

Hinter einer großen Fahne vermummten sich die Pyromanen, polizeiliche Erkenntnisse über ihre Identität liegen nicht vor. „Als letzte Möglichkeit müssen wir über Kollektivstrafen und den Ausschuss von Gruppen nachdenken“, räsonierte Skrzypski. Die Kammer würdigte die kompromisslose Linie des Vereins in den letzten Monaten, ebenso wie die langwierige Arbeit an einem Leitbild, das die Fankultur verbessern soll. „Gegen den Klub spricht, dass sie hier Stammgäste sind“, urteilte Jung.

Allein in diesem Jahr gab es vier einschlägige Strafen. Trotzdem wollten die Richter keine Parallele zu den Vorkommnissen in Essen ziehen und Aachen mit einem Fanausschluss bei einem Auswärtsspiel bestrafen. Die Kammer verhängte eine Geldstrafe von 4000 Euro: „Hoffentlich beeindruckt diese Summe die Fans.“

Jung schickte eine finale Warnung hinterher. „Ab heute bewegt sich der Verein auf ganz dünnem Eis.“

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