Köln - Alemannia: 3:1-Sieg bei Fortuna Köln zum Saisonstart

Alemannia: 3:1-Sieg bei Fortuna Köln zum Saisonstart

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
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Rafael Garcia erzielte das 1:0 für die Alemannia. Foto: Andreas Steindl

Köln. Satte 13 Jahre hatte es diesen Klassiker im Kampf um Punkte nicht mehr gegeben. Hans Krankl und Eugen Hach hießen die Trainer damals, 0:0 trennte man sich, es sollte bis Freitagabend das letzte Meisterschaftsspiel zwischen Fortuna Köln und Alemannia Aachen sein.

Die rheinischen Rivalen sind immer noch große Nummern, jedoch nur in der „ewigen Tabelle“ der 2. Liga, Zweiter und Spitzenreiter. Nun also das Hier und Heute in der Viertklassigkeit: Saisonstart der Regionalliga West, Vizemeister gegen runderneuertes Team des Pleite-Klubs, und es endete, wie es aus schwarz-gelber Sicht wohl kaum einer erträumt hatte.

Mit einem 3:1 (2:0) vor 4275 Zuschauern, darunter rund die Hälfte begeisterter eigener Anhang („Spitzenreiter, Spitzenreiter“), meldete sich Alemannia überzeugend in neuer Umgebung an. „Wenn mir jemand vor dem Spiel einen Punkt angeboten hätte, hätte ich gesagt: Den nehmen wir mit. Dass es jetzt drei sind und wie die Mannschaft gespielt hat, ist beachtlich“, resümierte Cheftrainer Peter Schubert – und trat gleich auf die Bremse: „Das ist alles nichts wert, wenn wir nächsten Samstag gegen Verl nur einen Schritt weniger machen.“

Mit vier Zugängen in der ersten Elf startete Fortuna-Coach Uwe Koschinat das Unternehmen 2013/ 14 – und sprach hinterher von einem „erheblichen Schlag ins Gesicht“. Für Peter Schubert war alleine Sascha Marquet übriggeblieben aus dem Team, das Ende Mai das verlorene FVM-Pokalfinale in Bonn begonnen hatte. Aachens Chefcoach gab zur Reise ins Ungewisse dem 4-4-2-System den Vorzug gegenüber dem 4-2-3-1. „Wegen des besseren Bauchgefühls. Aber man merkt schon, dass viele Jungs nervös sind.“

Davon war wohl auch der Favorit ausgegangen. Wie ein Überfallkommando dominierte Köln die ersten Minuten, setzte Aachens Defensive schon nach 30 Sekunden durch Aydogmus unter Druck-Betankung. Im Hoheitsgebiet von Alemannias neuer Nummer 1, Frederic Löhe, war ordentlich Betrieb. Doch so langsam brachten die Schwarz-Gelben Courage aufs Feld und zeigten, dass sie nicht frei sind von spielerischem Potenzial. Vor allem Abedin Krasniqi sprühte vor Elan – und leitete die erste Überraschung der Saison ein. Der Sturmführer steckte den Ball zu Rafael Garcia durch, der Partner im Angriffs-Duo vollendete mit einem Flachschuss in die lange Ecke zur Tor-Premiere (18.).

Es sollte noch besser kommen. Alemannia arbeitete Fortunas wütende, aber mit vielen langen Bällen wenig durchdachten Angriffe ab und schlug in der Hitze des Südstadions bei der nächsten Gelegenheit wieder eiskalt zu. Erneut gab Krasniqi den Vorbereiter, Garcias Schuss wurde noch geblockt, doch dann kam der Ball zu Nazim Sangare, der aus sechs Metern nur noch einzudrücken brauchte (38.). Und kurz vor der Pause hatte der überragende Krasniqi selbst das 3:0 auf dem Fuß, scheiterte aber an Kölns Keeper Poggenborg. Auch die Neu-Schalker Dario Schumacher und Robert Leipertz auf der Tribüne staunten nicht schlecht über den Stapellauf ihrer Erben.

Fortuna kam zwar früher wieder aus der Kabine, aber Alemannia spielte so, als hätte es keine Pause gegeben. Garcia, von Marquet glänzend freigepasst, verzog noch knapp. Dann krönte Krasniqi aus halbrechter Position seine Leistung (50.) mit Aachens unglaublichem dritten Treffer. Köln schien erledigt, nur hatte niemand in Alemannias Strafraum Laux auf dem Zettel, der mit einem Kopfball nach Freistoß drei Minuten später das erste Gegentor der Saison einschenkte.

 

Der Gast wackelte ein paar Minuten, konnte sich dann vom Druck befreien und die nächsten offensiven Nadelstiche setzen. Das neue Team zeigte einen überzeugend Beitrag gegen die Skepsis, war in jeder Phase engagiert und hatte gelungene Lösungen parat, die in dieser Art und Vielzahl nicht zu erwarten waren. „Wir wussten, dass wir gut kicken können, wir wollten Fortuna schlagen“, sagte Krasniqi, und der ebenfalls starke Garcia strahlte: „Bei so einer Stimmung macht es einfach Bock, zu spielen. Wir haben das überragend gemacht.“ Die „Wundertüte“ hat alle überrascht.

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