Alemannia: 2:1-Sieg nach harter Arbeit

Von: Christoph Pauli
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Alemannia konnte am Samstag einen Sieg gegen Velbert holen. Foto: Birkenstock
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Sieg gegen Velbert: Alemannia hat am Samstag 2:1 gewonnen. Foto: Birkenstock

Aachen. Vielleicht kam der entscheidende Tipp am Frühstückstisch im Hause Schuhmacher. „Mein Vater hat mir geraten, bei Standards mal am langen Pfosten zu lauern“, erzählte Jochen Schuhmacher am späten Samstagnachmittag.

Alemannias rechter Verteidiger hatte auf seinen Vater gehört, und nach einem Eckball, den Sascha Marquet verlängerte, problemlos das 2:0 gegen die Spielvereinigung Velbert erzielt. Am Ende stand dann ein ziemlich schmuckloser 2:1-Erfolg über eine Mannschaft, die in der Ferne völlig punktlos ist.

Nach langen Dürrewochen feierten die Aachener endlich wieder einen Sieg. In der Kabine legte DJ Nazim Sangare seine Musik auf, das Team trifft sich nach anstrengenden Tagen erst am Dienstag wieder. „Wir haben uns ein bisschen Luft verschafft, aber das Spiel ist natürlich kein Anlass, sich zurückzulehnen“, fasste Peter Schubert den Nachmittag zusammen. Aachens Coach hatte die gleiche Formation wie am Dienstag in Krefeld aufgeboten. Aber diese kraftraubende Partie steckte vielleicht noch etwas in den Knochen. Die Mannschaft kam vor 4900 Zuschauern auf dem morastigen Platz nur ausgesprochen mühsam in die Gänge. Das schnelle Umschalten klappte selten, der Motor stotterte.

Schon früh deutete sich an, dass da ein Gegner vorbeischaute, der fast um seine letzte Chance kämpfte, um noch einmal tabellarischen Anschluss zu finden. Und wären zwei Hereingaben von Saban Ferati etwas präziser gewesen, hätte der Vorletzte sogar in Führung gehen können. So schuftete sich die Hausherren langsam in die Partie. Der Kopfball von Sascha Marquet nach der ersten Ecke wurde von Dimitrios Pappas auf der Linie geklärt (15.), ein präziser Schuss von Dennis Dowidat vom linken Strafraumeck zischte knapp am Ziel vorbei (32.). Alemannia nutzte die schönste Kombination bis dahin, um in Führung zu gehen. Stevens präzisen Rückpass schob Rafael Garcia nicht sonderlich hart, aber sonderlich präzise aus 15 Metern ins Tor (34.). Das 1:0 war sein erster Treffer seit dem Auftaktspiel in der Regionalliga. In einer Mannschaft, die um Konstanz ringt, ist zumindest der laufstarke Angreifer auf einem guten Weg: Es war sein drittes gutes Spiel in Folge.

„Wir wollten nachlegen“, war Schuberts Planziel in der Halbzeit. Sein Team begann etwas fahrig, ein paar Stellungsfehler blieben folgenlos. Marquet peilte das 2:0 aus der Ferne an, scheiterte mit seinen Schüssen nur knapp (58./61.). Das 2:0 fiel dann wie am Frühstückstisch im Hause Schuhmacher besprochen. „Den Tag muss man im Kalender rot anstreichen, so viele Treffer erziele ich nicht“, freute sich der Verteidiger nach seiner Tor-Premiere in der 62. Minute.

Velbert taumelte wie ein angeschlagener Boxer, Marquet hätte einen feinen Konter krönen können, wenn er nicht die künstlerisch anspruchsvollste Variante gewählt hätte. Aber Velbert fiel nicht. „Wie wir aus dieser Phase herausgekommen sind, war beeindruckend“, lobte Trainer Lars Leese seine Elf später. „Das Team lechzt seit Monaten nach einem Erfolg, aber sie fallen nicht auseinander. Wir sind kein Fallobst in der Liga, auch wenn uns jetzt sicher viele abschreiben."

Ohne Not und Verabredung zogen sich die Aachener weit zurück anstatt entschlossen das dritte Tor anzupeilen. „Ich weiß auch nicht, warum wir in dieses Muster wieder zurückfallen", wunderte sich Sascha Marquet, dessen Rückenverletzung in den letzten Minuten wieder aufbrach.

Velbert brachte Aachen in Nöte. Laurenz Wassinger verkürzte zum 2:1 (80.). So wurde es noch unnötig turbulent und hektisch, große Rudelbildung inklusive. Frederich Löhe, ansonsten primär mit Rückpässen seiner Kollegen beschäftigt, fischte gekonnt einen Kopfball von Maik Bleckmann aus dem Winkel (86.). Mehr Velbert war dann nicht mehr. Am Ende eines harten Arbeitstags freuten sich nur die Aachener.

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