Alemannia: 200.000 Euro aus Kautionsfonds

Von: pa
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Damit sind nicht nur die Fans gemeint: Der Appell vom Tivoli erreichte jetzt auch die DFB-Zentrale in Frankfurt. Foto: imago/osnapix

Aachen. Bereitwillig erzählte der Pressesprecher die Geschichte vom DFB-Darlehen. „Wir haben aus einem Rettungsfonds 200.000 Euro erhalten“, sagt Thorsten Siegmund, der die Stimme von Kickers Offenbach ist. Andernorts herrschte zu dem Thema: Schweigen.

Auch Alemannia Aachen hat beim DFB-Kautionsfonds die maximale Summe von 200.000 Euro angefordert. Nur mitgeteilt hat es der Verein der Öffentlichkeit nicht. Weder nach außen noch nach innen.

Der Vorgang, aber auch die Form ist nicht sonderlich fröhlich bei Alemannias Wirtschaftsbeirat angekommen. Eher überrascht reagieren die Männer, die die Zukunft des Vereins sichern wollen.

Denn die Nachricht ist auch das Eingeständnis, dass der Wirtschaftsplan des hoch dotierten Interims-Geschäftsführers Michael Mönig nicht aufgegangen ist. Bislang hatte der Jurist immer öffentlich versichert: „Der Spielbetrieb ist bis zum Saisonende gesichert.“ Das hatte er vor drei Wochen noch bei einem Fan-Abend bekundet. Die nächste Kapriole der Juristen lässt jetzt einen anderen Verdacht aufkommen. Es gibt das nächste Loch im Etat.

Dabei galt intern die Maxime: „Wir wollen nicht die Zukunft mit der Gegenwart bezahlen.“ Das Darlehen spricht eine andere Sprache. Als reine „Sicherheitsmaßnahme“ deklariert dagegen Holger Voskuhl, Mönigs und Alemannias Sprecher, die Maßnahme. „Wir glauben unverändert, dass wir die Liquidität bis zum Saisonende stemmen können, wenn die Außenstände pünktlich gezahlt werden.“

Mit dem DFB-Kautionsfonds, den die Vereine dem DFB zu stellen haben, soll gewährleistet werden, dass der Spielbetrieb in der 3. Liga reibungslos abgewickelt werden kann, insbesondere auch dann, wenn einem einzelnen Zulassungsnehmer während der Spielzeit die Zahlungsunfähigkeit droht. So steht es in den Statuten. Das Darlehen ist mit fünf Prozent jährlich verzinst, muss im konkreten Fall von den beiden Klubs bis Ende Mai zurückgezahlt werden. „Sonst drohen Abzüge von bis zu drei Punkten“, sagt DFB-Sprecher Maximilian Geis.

Und für das Lizenzierungsverfahren für die 3. Liga sind die Vereine erst zugelassen, wenn die Schulden beglichen wären. Weitere Punktabzüge und Nicht-Zulassung zur Lizenzierung könnten Alemannia aktuell egal sein. Der DFB-Anspruch verfällt aber nicht, weil der Klub gerade im Sinkflug auf die Regionalliga ist. Die übrigen Drittligisten müssen die Entnahme der Gelder durch Offenbach und Aachen mitfinanzieren, ihnen werden jeweils 22.000 Euro weniger TV-Gelder in dieser Saison ausgezahlt.

Das erhöht die Zahl der Freunde in der Branche nicht zwingend. Und große Freude herrscht auch nicht im Wirtschaftsbeirat. Das Unterstützergremium hat zuletzt dafür gesorgt, dass der Verein noch das Saisonende erreicht. Das Benefizspiel mit dem FC Bayern oder der Aachen-Cup wurden von den Förderern organisiert. Sie holten Sponsoren wie Streetscooter an Bord, forcierten die Gespräche mit einem Vermarkter. Die Zusammenarbeit mit Geschäftsführer Michael Mönig und dem Sachwalter Rolf-Dieter Mönning ist aber getrübt, weil Kommunikation in diesem Verein unverändert ein Fremdwort ist.

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