Duisburg - Alemannia: 1000 Euro und ein sehr deutlicher Hinweis

Alemannia: 1000 Euro und ein sehr deutlicher Hinweis

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Die Ausschreitungen in Dortmund brachten das Fass zum Überlaufen - die Alemannia erwartet eine heftige Strafe durch den Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband. Foto: Digitalfoto Matthias

Duisburg. Das Urteil wirkt auf den ersten Blick milde. Alemannia Aachen muss für das „grob unsportliche Verhalten einiger Fans“ beim Spiel bei Borussia Dortmund II 1000 Euro an den Verband zahlen, dazu kommen die Verfahrenskosten.

Friedrich-Wilhelm Stelkens, Vorsitzender der Verbandsspruchkammer, gab aber noch einen klaren Hinweis: „Sollten wir in dieser Saison noch einmal ein ähnlich gelagertes Verfahren hier haben, kann es auch andere Maßnahmen, bis zum Geisterspiel, geben.“

Strafmildernd für die Kammer waren zwei Dinge: Zum einen konnte der Verein belegen, wie intensiv man die Partie vorbereitet hatte. Zum anderen beeindruckte die ehrenamtlichen Richter auch das Auftreten der Alemannia-Delegation. Timo Skrzypski stand zum ersten Mal vor Gericht.

Und anders als so mancher Vorgänger machte Aachens neuer Geschäftsführer einen entschlossenen Eindruck. „Wir wollen klare Kante zeigen.“ In zwei Wochen, kündigte er an, werde die Kampagne „Wir sind wahre Alemannen, bist du es auch?“ anlaufen. „Einige Fans sollten langsam mal realisieren, dass es fünf nach zwölf ist.“

Die Partie in Dortmund musste nach 15 Minuten unterbrochen werden, weil Fans versuchten, in den Innenraum zu gelangen. Sie fühlten sich provoziert, nachdem in Dortmunds Fanblock ein acht Meter langes Banner von Roda Kerkrade hochgehalten wurde, das ein paar Tage vorher beim befreundeten Klub gestohlen worden war. Ordner und Polizisten brachten die Fans zurück in den Block. Vier Täter wurden ermittelt und mit Stadionverboten belegt.

Rechtzeitig vor Verhandlungsbeginn hatte Alemannia bekanntgegeben, weitere 14 Stadionverbote mit einer Laufzeit von fünf Jahren verhängt zu haben. Dabei ging es um andere Partien. Geächtet werden keine Unbekannten, drei von ihnen dürfen in den Niederlanden kein Stadion mehr betreten. Die Betroffenen kommen laut Skrzpyski aus insgesamt sechs Fan-Gruppen.

Laut Verein waren die Männer an den Ausschreitungen beim Spiel in Siegen in der letzten Saison und an einem Übergriff nach dem Heimspiel gegen Schalke II vor ein paar Tagen beteiligt. Die beiden Männer, die nach dem Spiel einen Wagen mit Schalke-Fans attackiert hatten, erhielten sogar ein bundesweites Stadionverbot. „Wir dulden keine Gewalt- und Straftaten und werden konsequent mit der Polizei gegen solche Täter vorgehen“, sagte Skrzpyski.

Straftäter müssen auch mit Schadenersatzansprüchen rechnen. Bleiben alle Appelle und Initiativen fruchtlos, droht Alemannia mit dem nächsten Schritt. Skrzpyski: „Wir behalten uns vor, Führungspersonen von Gruppen, aus deren Reihen Gewalttätigkeiten und/oder Straftaten verursacht werden, zu sanktionieren.“

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