Abschied von der Traditionsmannschaft: Jo Montanes im Interview

Von: Christoph Classen
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Dauerläufer: Jo Montañés hat für Alemannia Aachen die meisten Spiele gemacht. Foto: imago/sportfotodienst

Aachen. Alemannia Aachen gehört zur Riege der so genannten Traditionsvereine, und die dazugehörige Mannschaft hat der Klub natürlich auch. Der Traditionsmannschaft steht jetzt ein kleiner Umbruch bevor, denn das Spiel am Samstag, 27. August, 18 Uhr, bei der Altherrenmannschaft der DJK FV Haaren ist keine Begegnung wie jede andere.

Sie ist das Abschiedsspiel für gleich fünf Fußballer. Einer von ihnen ist Joaquín Montañés, im Interview spricht der Verteidiger darüber wie er sich fühlt, so kurz vor dem dann endgültig letzten Spiel im Trikot von Alemannia Aachen.

Herr Montanes, wissen Sie eigentlich, wie viele Spiele Sie für die Traditionsmannschaft von Alemannia Aachen gemacht haben?

Joaquín Montañés: Oh. Nee. Ich habe mein erstes Spiel für die Traditionself im Juli 2000 gemacht. Das weiß ich noch. Bei Borussia Mönchengladbach. Da stand es zur Halbzeit 3:0 und wir haben am Ende 3:3 gespielt.

Oh je, 3:0 geführt und am Ende noch 3:3 gespielt.

Montañés: Nein, Gladbach hatte 3:0 zur Halbzeit geführt.

Jetzt sagen Sie aber nicht, Sie hätten auch noch ein Tor gemacht.

Montañés: Doch, habe ich aber. Das 2:3, den Anschlusstreffer. Wir führen ja Listen. Und da steht eben: 2:3 durch Montanes aus 16 Metern.

War schön?

Montañés: Puh. Ist zu lange her. Ich kann mich gar nicht daran erinnern.

Wie oft spielt die Traditionsmannschaft?

Montañés: Jeden Samstag.

Sie sind seit 2000 dabei, da kommen schon einige Begegnungen zusammen.

Montañés: Also gezählt habe ich sie nicht, aber es sind schon eine Menge. 16 Jahre eben.

Aber es sind nicht mehr als die 542 Ligaspiele, mit denen Sie bei Alemannias Profis den Rekord halten, oder?

Montañés: Nein, nein, nein.

Wie viele Spiele kommen denn noch für die Traditionsmannschaft dazu?

Montañés: Na ja, noch eins. Das am Samstag. Dann ist für die Traditionsmannschaft endgültig Schluss.

Heißt: Jo Montañés hängt jetzt die Fußballschuhe endgültig an den Nagel.

Montañés: Nicht ganz. Ich denke, ich werde schon noch mal Ü 60 spielen, für die Aachener Kreisauswahl. Aber das hat mit Alemannia dann ja nichts zu tun.

Für die Traditionsmannschaft reicht es nicht mehr?

Montañés: Ach, doch, ich hätte bestimmt noch ein, zwei Jahre spielen können. Aber das Problem, das wir hatten, war, dass wir ein paar Spiele hatten, in denen wir gerade elf Leute hatten. Und dann musst du auch mit mehr als 60 Jahren durchspielen. Aber in dem Alter reicht mir auch eine Halbzeit. Die Verletzungsgefahr wird ja auch nicht kleiner.

Deswegen jetzt der Schnitt.

Montañés: Genau. Ich bin jetzt 63 Jahre alt, es reicht, ich habe genug für die Alemannia getan. Jetzt sollen die Jüngeren mal machen.

Aber ein bisschen schade ist es schon, oder?

Montañés: Ja, das ist eine tolle Truppe, wir haben immer unheimliche viel Spaß gehabt. Die Gegner nicht. Wir haben nur sehr wenige Spiele verloren. Es war für mich etwas Besonderes, Teil dieser Traditionsmannschaft zu sein, es ist einfach eine gute Mannschaft.

Deren Stärken wo liegen?

Montañés: Ich beschreibe es mal so: Als ich angefangen habe, gehörte ich ja noch zu den Jungen. Und die Jungen sind für die älteren Alemannen gelaufen. Das war und ist wirklich eine eingeschworene Truppe. Jupp Martinelli hat ja auch für uns gespielt, mit 77 Jahren noch. Und für Jupp Martinelli sind wir natürlich auch alle gelaufen. War klasse.

Goldene Zeiten. Was sagen Sie zur aktuellen Alemannia?

Montañés: Ich bin bislang in dieser Saison noch nicht dazu gekommen, zum Tivoli zu gehen, obwohl mir der Klub sogar eine Karte geschenkt hat. Aber natürlich verfolge ich die Ergebnisse. Schade, dass die Mannschaft die Spiele zu Hause nicht gewonnen hat, sonst wäre sie jetzt schon sehr gut dabei. Aber aller Anfang ist schwer. Ich hoffe, dass Alemannia wieder weiter nach oben kommt.

Ist Ihr Abschied von der Traditionsmannschaft auch ein Abschied von Alemannia Aachen?

Montañés: Nein, auf keinen Fall. Ich bin ja auch noch im Ehrenrat dabei. Alemannia ist ein Teil von mir. Und das wird sie bleiben.

Ex-Alemannia-Profis, die in Haaren auflaufen oder anwesend sind: Jo Montañés, Günther Delzepich, Thomas Hengen, Kai Michalke, Thomas Stehle, Peter Sitek, Clirim Bashi, Mike Zimmermann, Erwin Palm, Jupp Martinelli

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