Abschied vom alten Tivoli und von Daun

Von: Christoph Pauli
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Viel zu selten so für die Alemannia in Aktion: Markus Daun. Foto: Steindl

Aachen. Der letzte Eintrag auf seiner Homepage datiert vom letzten Sommer. „Sonntag spielen die Jungs in Karlsruhe, und ich sitze vor der Glotze. Das muss sich jetzt bald mal ändern, sonst dreh ich durch.” In jeder dieser Zeilen sprach die Sehnsucht von Alemannias Stürmer Markus Daun, wieder seinem Beruf nachgehen zu können.

Das letzte Mal war er am 24. Mai 2009, letzter Spieltag gegen Augsburg, beim 4:0 eingewechselt worden. Daun machte ein reguläres Tor, das ihm der Schiedsrichter aberkannte. Es war nicht nur das Abschiedsspiel für den alten Tivoli, das stand schon damals fest. Seit ein paar Stunden ist auch absehbar, dass diese 24 Minuten die letzten Profi-Minuten des Stürmers waren. Seit der Saison 2008/09 laboriert Markus Daun an einem Knorpelschaden im Knie.

Er hat den Kampf gegen seinen Körper verloren. Eine Arthroskopie brachte die Gewissheit: Der 30-Jährige wird wohl nie wieder Profifußball spielen können. Dabei war die Hoffnung in der langen Reha-Phase noch ein ständiger Begleiter, das lädierte Knie blieb trocken, war belastbar. Erst vor ein paar Monaten tauchten nach einem Trainingsunfall in der Reha wieder Beschwerden auf - an einer anderen Stelle im Knie ist der Knorpel beschädigt.

Beim Trainingsauftakt am 2. Januar war der Eschweiler noch dabei. Er trabte mit Thomas Stehle, der eine ähnliche Verletzung überwunden hat, eine halbe Stunde am alten Tivoli. „Danach war das Knie trotz geringer Intensität wieder angeschwollen”, sagt Daun. Er entschloss sich, in das Knie hineingucken zu lassen. „Bis dahin hatte ich noch Hoffnung, dass es eine harmlose Geschichte ist.”

Stattdessen kam der nächste Rückschlag, ohnehin passt die Krankenakte kaum noch in einen Kofferraum. Alemannia verliert einen Publikumsliebling.

Den Kontakt zum Team hatte Daun nie verloren, er war stiller Zuhörer bei vielen Besprechungen. „Ein Riesentyp, der uns auf dem Spielfeld gefehlt hat, weil er vorangeht”, sagt Trainer Peter Hyballa, der ihn in freier Wildbahn nie erlebte. „Die Entscheidung ist hart für ihn, aber auch für mich.”

Dauns Karriere war ein Versprechen, Daun durchlief die U-Mannschaften des DFB, tauchte fünfmal im Perspektiv-Team 2006 auf. Sein Talent war überschaubar, er hat sich seine Erfolge immer erarbeitet. Und auch jetzt klammert er sich an einen Strohhalm: „Ich werde bis zum Letzten kämpfen, um es doch noch zu schaffen, irgendwann wieder zurückzukehren.”

Schon im Winter 2002 kam er für ein halbes Jahr zu Alemannia. „Mein Verein”, grinste er damals. „Früher stand ich auf dem Würselener Wall, heute spiele ich hier.” Beim Pokalfinale 2004 stand er im Kader des Gewinners bei Werder Bremen, doch nach Spielende ging Daun lieber in die Aachener Fankurve. Seit gut einem Jahr arbeitet er bereits in der Marketingabteilung des Vereins. „Er ist ein guter Kopf, einer, der sich mit dem Verein unglaublich identifiziert”, sagt Erik Meijer. Der Manager würde Daun gerne in den Klub einbauen wie schon vorher Stephan Straub und Reiner Plaßhenrich. „Wir haben keine unbegrenzten Möglichkeiten. Deswegen müssen wir eine Lösung finden, die für beide Seiten gut und effektiv ist.”

Vertrag mit Christian Schmidt aufgelöst

Seit 1995 war Christian Schmidt auf jedem Mannschaftsbild von Alemannia Aachen. Mal als Torwart, mal als Torwarttrainer, häufig als Mannschaftsarzt. Die Wege haben sich im Winter getrennt. Der Verein und der 39-Jährige haben den noch bis zum Sommer laufenden Arbeitsvertrag aufgelöst. „Ich hätte zwar noch gerne bis Mitte des Jahres hier gearbeitet, aber manchmal entwickeln sich die Dinge anders. Das ist eben so.” Er gehe nicht in Unfrieden, bleibe Vereinsmitglied und werde unverändert regelmäßig im Stadion sein - als Zuschauer mit seinem Söhnchen.

Sein Nachfolger als Torwarttrainer ist Hans Spillmann, der neue Mannschaftsarzt soll in dieser Woche vorgestellt werden. Es könnte sich nach Informationen dieser Zeitung um einen alten Bekannten am Tivoli handeln.

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