Aachen - Aachens Kapitän Lehmann groß in Fahrt

Aachens Kapitän Lehmann groß in Fahrt

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Auer entwischt Klitzpera: Aachens Sturmführer erzielt den nächsten Saisontreffer. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Vielleicht kann man so eine Erwartung in Phon messen. Das Lärmgerät hätte am Sonntag gewaltig ausgeschlagen. Der alte Tivoli bekam auf seine alten Tage noch einmal einen Euphorieschub zu spüren. Vier Mal in Folge siegt Alemannia, am Sonntag war Aufsteiger FSV Frankfurt nahezu chancenlos beim souveränen 2:0-Erfolg der Serientäter.

Nach getaner Arbeit wünschte Frankfurts Teamchef Tomas Oral pflichtschuldig alles Gute für den „Aufstiegskampf”.

Der Türke entkam nur knapp der dafür vorgesehenen Konventionalstrafe. Schließlich ist das „A-Wort” zum Tabu im Bannkreis des Tivolis erklärt worden.

Noch 45 Minuten nach Spielende behauptete Trainer Jürgen Seeberger standhaft, er kenne die Ergebnisse des Sonntags und die Auswirkungen auf die Tabelle nicht. „Wir arbeiten an den Abläufen und wollen unsere Auswärtsbilanz am Sonntag in Koblenz verbessern.” Nüchtern wie ein Starkstromelektriker geht der Konstanzer seiner Arbeit nach.

Steinhaus irrt sich

Es knisterte am Sonntag schon in den Anfangsminuten. Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus hatte keinen besonders besänftigenden Einfluss auf die Männerwelt. Im Gegenteil, schon in den ersten Minuten schlugen die Funken hoch, auch weil die Spielleitung in mindestens einem Fall irrte.

Assistent Michael Karle zeigte nach vier Minuten eine Abseitsstellung von Nemeth an, doch der Fiel-Pass galt dem Kollegen Matthias Lehmann. Dessen Treffer wurde nicht anerkannt, und das Phonometer schlug gewaltig aus.

Aachens Manager und Trainerstab hatten sich gerade mühsam beruhigt, da schnellten sie wieder aus ihren Plastiksitzen nach oben. Frankfurts Verteidiger Husterer brachte an der Strafraumlinie Benjamin Auer zu Fall.

„Ein klares Foul”, behauptete Aachens Sturmführer. Notbremse? Rote Karte? Elfmeter? Der Kopf der Schiedsrichterin nahm schnell die grelle Farbe ihres knatschroten Trikots an. Sie ließ weiterspielen, und keine Zeitlupe konnte sie widerlegen.

Nur langsam beruhigte sich die Partie. Die Gastgeber blieben die elanvollere Mannschaft, sie quetschten die Gäste in ihrer Hälfte fest, aber es fehlte zuweilen an Präzision und Übersicht.

Beispiel: Oussalé blockte übereifrig den eigenen Mitspieler Holtby ab. Die Hausherren berappelten sich wieder, zogen das Tempo erneut an. Und Brinkmann (Latte/39.), Oussalé aus drei Metern (41.) und Lehmann freistehend im Strafraum (43.) hätten die Spannung merklich reduzieren können.

Dafür sorgte Benjamin Auer. Wieder war eine einstudierte Variante das Stemmeisen für die zähe Partie. Freistoßflanke Holtby, und Auer entwischte Gegenspieler Alexander Klitzpera, vollendete mit Saisontor 13.

Die Reaktion der Gäste - blieb aus. Aachen ließ sich nicht locken. Wenn man der Mannschaft einen Vorwurf machen will, dann den, dass sie in dieser Phase mit ihren Freiräumen sündigte. „Uns hat Souveränität gefehlt”, bilanzierte auch Auer am Ende des Tages. Eine coole Spitzenmannschaft hätte den Gegner zerrupft, aber nur noch Matthias Lehmann sprach eine Tor-Strafe für den harmlosen Gegner aus.

Mit der Präzision eines Bogenschützen traf der Antreiber mit einem fulminanten Linksschuss aus 20 Metern in den Giebel - 2:0 nach 81 Minuten.

Einmal groß in Fahrt warf der Kapitän alle Vorbehalte über Bord. „Jetzt müssen wir ganz klar sagen, dass wir nach oben wollen.” Hoppla, da seien dem guten Lehmann wohl im Überschwang nach seinem Tor die Pferde etwas durchgegangen, vermutete Manager Bornemann. Im Endorphin-Rausch hatte ausgerechnet der Kapitän gegen die ausgegebene Sprachregelung verstoßen.

Sechs Spieltage vor Ende liegt die Mannschaft nur noch drei Punkte hinter dem Relegationsplatz. Ein unverdächtiger Experte mit 207 Liga-Spielen analysierte die Lage noch am Tatort: „In dieser Saison ist alles möglich”, meint Alexander Klitzpera. „Auch ein Aachener Aufstieg.”
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