Wiedenbrück - Aachens Déjà-vu in Wiedenbrück: Wieder nur ein Remis

Aachens Déjà-vu in Wiedenbrück: Wieder nur ein Remis

Von: Helga Raue
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Auch nach dem dritten Anlauf muss Alemannia Aachen weiterhin auf den ersten Auswärtssieg dieser Saison warten. In der Regionalliga West kam das Team von Fuat Kilic beim SC Wiedenbrück nicht über ein 1:1 (0:0)-Unentschieden hinaus. Foto: Jérôme "Joe" Gras

Wiedenbrück. „Ganz ekelig“. Für einen Moment verschwand das sympathische breite Grinsen von Joy-Slayd Mickels Gesicht. Es ging um Gegner SC Wiedenbrück, der Alemannia Aachen eine Déjà-vu bereitete. Vor 910 Zuschauer im Wiedenbrücker Jahnstadion trennten sich die beiden Fußball-Regionalligisten wie vor Jahresfrist Remis – diesmal 1:1 (0:0).

Ein Punkt gewonnen? Zwei Punkte verloren? Das waren die Fragen, die hüben wie drüben eifrig diskutiert wurden. Und darüber gerieten sich zum Schluss sogar Aachens Coach Fuat Kilic und SC-Trainer Björn Mehnert bei der Pressekonferenz in die Haaren, als sie eine durchaus gegensätzliche Sicht der Dinge präsentierten.

Und Mehnerts Statement in der Aussage gipfelte: „Wir wussten, dass Aachen nur ideenlos und mit langen Bällen nach vorne spielt und haben uns darauf eingestellt. Wir hätten gewinnen müssen, zumal bei den Mitteln und dem Anspruch, den Aachen hat.“ Worauf Kilic verständlicherweise der Kragen platzte. „Es gehört sich nicht, einen Gegner schlecht zu machen. Ich bin schon überrascht, was ich hier zu hören bekomme.“

Das Spiel hatte quasi zwei Gesichter: Es war schwül in Westfalen, und so war auch zu beginn das Tempo auf beiden Seiten überschaubar: Die Partie fand zwischen den Strafräumen statt. Die erste Möglichkeit hatten die Gastgeber. Alexander Heinze schoss in Bedrängnis gegen Aygün Yildirim (13.) den Ball ins Aus. Den folgenden Eckstoß durch Viktor Maier (14.) klärten die Aachener nur mit Mühe, und bei der nächsten Ecke von Maier strich ein Kopfball von Carsten Strickmann nur knapp über das Gehäuse.

Über links setzte sich Tobias Mohr durch, Joy-Slayd Mickels (20.) versuchte seine Flanke per Fallrückzieher zu verwerten und prallte mit Wiedenbrücks Keeper Marcel Hölscher zusammen. Die Partie nahm nun Fahrt auf – am Drücker waren aber mehr die Gastgeber, wobei vor allem Maier auf der rechten Seite auffiel. Wie nach einem Aachener Ballverlust, als er alleine davonzog, Matti Fiedler – Aachens Innenverteidigung war weit aufgerückt, kam nicht schnell genug mit.

Doch freistehend vor Alemannia-Keeper Marc Depta schoss er überhastet über das Gehäuse – Glück für die Gäste (27.). Mit weiten Abschlägen versuchte sein Gegenüber Hölscher seine schnellen Spitzen immer wieder in Szene zu setzen – mit einer missglückten Fußabwehr ins Seitenaus hatte der weit herausgekommene Depta (29.) ein weiteres Mal Glück.

Zunehmend übernahm Aachen nun die Spielkontrolle. Mergim Fejzullahu, der in dieser Saison bisher in allen Spielen für die Schwarz-Gelben getroffen hat, hatte eine gute Chance, machte aber einen Haken zu viel (34.). Nach einer Flanke von Mickels bekam er den Ball nicht richtig auf den Fuß und knallte den Ball gegen den rechten Pfosten (39.). Und spätestens mit einem Fejzullahu-Freistoß (44.), der knapp übe die Latte strich, wussten die Gastgeber, dass Halbzeit zwei ungemütlicher werden würde

15 Minuten Pause – doch diesmal waren die Gäste schnell wieder auf Betriebstemperatur, übernahmen von Beginn an die Initiative. Nur knapp rutschte Mickels (56.) an einem Ball vorbei, Hölscher wäre wohl chancenlos gewesen. Zwei Minuten später musste er mitansehen, wie Mickels den Ball nach einer Hammel-Flanke ruhig an ihm vorbei zum 1:0 für die Gäste einschob.

Nun war eindeutig Pfeffer in der Partie, Aachen versuchte nachzusetzen. Junior Torunarigha (64.) scheiterte nach einer Flanke des eingewechselten Meik Kühnels knapp an Hölscher. Mitten in Aachens Drangphase der Schreckmoment: Elfmeter für Wiedenbrück – Mohr hatte den Fuß hingehalten – und Maier (69.) ließ Depta keine Chance. Spätestens jetzt war die Partie offen und wurde deutlich hektischer geführt. Über links setzte sich Antonyos Celik durch, legte für Maier (72.) auf, der unbedrängt aus sechs Metern vorbeischoss.

Elfmeter oder nicht? „Der Schiedsrichter hat ihn gegeben“, sagte Kilic nur, während Mehnert giftete, dass „beide Trainerbänke freie Sicht auf die Szene gehabt hätten und er berechtigt gewesen wäre“. Freunde werden die beiden in dieser Spielzeit sicher nicht mehr. „In der ersten Hälfte haben wir kein gutes Spiel gezeigt, aber nach der Pause haben wir mit der Systemumstellung den Gegner besser im Griff gehabt.“ Aus dem 4-4-2 machte er ein 4-1-4-1, wodurch die Räume enger wurde und sein Team besser in die Zweikämpfe fand. Kilic: „Nach der ersten Hälfte muss man mit dem Remis leben.“

Anmerkung: In einer früheren Version des Textes war die Rede von Ex-Alemanne Viktor Maier. Dabei handelte es sich um einen Irrtum, der Ex-Aachener Maier spielt beim SC Verl.

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