Hamburg - Aachen bringt Geschenke mit

Aachen bringt Geschenke mit

Von: Christoph Pauli
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Grelliges Duell: Manuel Jungla
Grelliges Duell: Manuel Junglas (rechts) hatte St. Paulis Fabian Boll im Griff. Am Ende des Tages sah der Alemanne die Gelb-Rote Karte. Foto: dpa

Hamburg. Die Kameraleute interessierten sich vor der Partie nicht für die Spieler auf dem Rasen, sondern für den Spieler auf der Bank. Alemannias Trainer Peter Hyballa hatte auf Aachens erfolgreichsten Stürmer in diesem Jahrzehnt verzichtet. Der Trainer setzte beim FC St. Pauli mehr auf Konter und schnelle Stürmer, so dass Sergiu Radu statt des Kapitäns den Marschbefehl erhielt.

Und für Reinhold Yabo rutschte Manuel Junglas wieder ins Team, er sollte Paulis Antreiber Fabian Boll an die Kette legen, was ihm gut gelang.

Auer auf der Bank war eine Neuigkeit, Alemannia in der Liga dagegen ist eine Konstante. Die Mannschaft spielt gut - und verliert dennoch 1:3. Nach dem Spiel knarzte wieder die Platte, die vom guten Fußball, ungenutzten Chancen und von fehlender Belohnung berichtete. „Ich muss immer dasselbe erzählen”, wurmte es den Trainer.

Als Kronzeuge für Aachens Leistung ist Paulis Manager Helmut Schulte unverdächtig. „Wir hatten das Glück der Glücklichen”, vermutete er geschafft, „drei Punkte sind für die Art, wie wir unterwegs waren, eine sensationelle Ausbeute.”

Die Partie begann anders als in den Drehbüchern angelegt. Aachen machte sich selbstbewusst an die Arbeit. Uludag erkämpfte sich an der Außenlinie energisch den Ball, die Stiepermann-Hereingabe flipperte ein bisschen durch den Strafraum, ehe die Kugel bei Tobias Feisthammel landete. Der zuletzt so heftig kritisierte Innenverteidiger stand da, wo sonst Auer sein Territorium hat, aus vier Metern vollendete er. Nach 187 Minuten schaffte Aachen den ersten Saisontreffer. Die Fäuste gingen hoch, die Zuversicht wurde weitergereicht.

Wieder lag ein Gegner parat, doch Aachen zerstörte sich den Matchplan erneut durch groteske Fehler. Mario Erb wollte eine Flanke elegant mit der Brust zu seinem Keeper zurücklegen, dazwischen spritzte Max Kruse. Größer kann ein Geschenk kaum ausfallen - 1:1 (17.). Den Patzer schüttelte Erb nicht mehr ab.

Seine Mannschaft schüttelte sich, spielte ansehnlich nach vorne, auch wenn sie den Hamburger Hochsicherheitstrakt selten knacken konnte. Stiepermann hätte die Führung wieder erzielen können, er zögerte zu lange (34.).

Die eigentliche Kontermannschaft war der FC St. Pauli, der am Millerntor ein halbes Jahr nicht mehr gewonnen hatte. Marius Ebbers umkurvte bereits Keeper Boy Waterman, Erb schubste den Ball noch von der Linie (42.). Für den Ex-Aachener war das die letzte Aktion, er verletzte sich am Arm.

Während sich der Pflegedienst noch um ihn kümmerte, ging St. Pauli in Unterzahl in Führung. Eine harmlose Zusammenkunft von Radjabali-Fardi und Florian Bruns interpretierte Schiedsrichter-Assistent Thorben Siewer als strafstoßwürdiges Vergehen. „Eine deutliche Schwalbe”, entlastete sich der Aachener selbst. Bruns, auch jahrelang am Tivoli beschäftigt, bedankte sich für die Abendgabe mit dem 2:1 (45.).

Das Publikum kam in Fahrt, die Gastgeber eher nicht. Alemannia fesselte den Bundesliga-Absteiger in der eigenen Hälfte, aber den Skalp holte sie sich nicht. Sie hatten die besseren Chancen, die sie verdaddelten. Der eingewechselte Hadouir drosch einen Freistoß in bester Lage in die Mauer, Tschauner verhinderte die größte Möglichkeit per Fußabwehr gegen Radjabali-Fardi. „Wir sind selbst schuld”, urteilte er später. „Wir müssen cleverer werden.”

Die Gastgeber konterten sich in der Nachspielzeit zum 3:1 wieder durch Kruse. Da war Aachen nur noch zu zehnt, weil Schiedsrichter Steuer Junglas vom Platz schickte (89.). Das Ende eines trüben Abends.
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