Aachen bremst Neururer nicht

Von: Christoph Pauli
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Da war die schwarz-gelbe Welt noch in Ordnung: Szilard Nemeth legte mit seinem sehenswerten Treffer für die Alemannia vor, dennoch gelang dem MSV Duisburg der Sieg auf dem Tivoli. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Die offizielle Zuschauerzahl lag bei 20.200 Zuschauern, die inoffizielle Scout-Zahl bei 38, was ein kleiner Ligarekord sein könnte. Spione aller Vereine versammelten sich am Abend im Tivoli. Nicht nur, weil am Montagabend die Alternativen europaweit überschaubar sind.

Vermutlich wird sich auch herumgesprochen haben, dass bei Alemannias letztem Heimspiel ein 18-Jähriger eine beeindruckende Gala gezeigt hatte.

Das nächste Casting von Lewis Holtby verlief nicht so spektakulär. Die Partie gegen den MSV Duisburg endete 1:2. Aachen versiebte das siebtletzte Spiel am Tivoli.

Auf einen besonderen Gruß musste der bei seiner Abschiedsrunde diesmal verzichten. Beim ersten Heimspiel 2009 gab es noch ein putziges Tischfeuerwerkchen im Mittelkreis. Das für am Montag geplante Wunderkerzenspiel scheiterte am Einspruch der Feuerwehr.

Ob es daran lag, dass der Partie das richtige Feuer lange Zeit fehlte? Eine lange halbe Stunde blieben die Blöcke der vereinigten Scouts leer.

Die Verfolger beharkten sich munter im Mittelfeld, die Zweikampfdichte war hoch, die Chancendichte dagegen gering. Die Statistik weist die Keeper Thorsten Stuckmann und Tom Starke als die besten der Liga aus, Gelegenheit, ihren statistischen Ruhm zu mehren, bekamen sie am Montag nicht.

Eine Kopfball von Szukala nach einer Ecke von Achenbach landete neben dem Tor (8.), anschließend erlebten die Zuschauer die Weitschuss-Show von Matthias Lehmann. Aachens agiler Kapitän, von der Natur begünstigt mit einem kernigen harten Schuss, landete vier kümmerliche Versuche.

Eine halbe ereignislose Stunde war da schon vorbei, als Holtby erstmals auffällig wurde. Seine präzise Flanke von der linken Seite köpfte Szilard Nemeth aus vier Metern vier Meter übers Tor. Es war die letzte vergebene Möglichkeit in dieser Halbzeit.

Kurz danach ließ der Slowake sein großes Können endlich aufblitzen. Mit rechts nahm er den Pass von Lehmann auf, schnelle Drehung, mit links schlenzte er den Ball hoch ins Tor zum 1:0 (33.). Der herrliche Treffer hätte Alemannias Stemmeisen für die zähe Partie sein können.

Die Freude hielt bis zum nächsten Duisburger Eckball 140 Sekunden später. Szukala stocherte munter und erfolglos im eigenen Fünfmeterraum, Cedrick Makiadi bedankte sich entschlossen mit seinem vierten Saisontor gegen Aachen zum 1:1 (35.).

Und damit war die Partie gleich wieder angehalten, noch bevor sie richtig Fahrt aufgenommen hatte. Die Gegner belauerten sich, immer auf der Suche nach einer Lücke für den spielentscheidenden Pass durchs dichte Abwehrgestrüpp.

Duisburg war die ballsicherere Mannschaft, die mehr Druck aufbaute. Und Torjäger Dorge Rostand Kouemaha hätte die Führung erzielen könnte, er eilte unbedrängt auf Stuckmann zu, der Keeper blieb der Sieger (69.).

Aachen blieb eine reagierende Mannschaft mit hoher Fehlerquote im Aufbauspiel, die sich beinahe dennoch belohnt hätte. Auer spielte den eingewechselten Polenz frei, der strebte seinem ersten Profitor entgegen, der kleine Sturmlauf endete am Außenpfosten (77.).

Es war der erste und letzte planvoll vorgetragene Angriff der Gastgeber. So wären die Punkte wohl geteilt worden, wenn Änis Ben-Hatira nicht Stuckmann zum 1:2 in der 83. Minute überlistet hätte. Als die Brechstangen herausgekramt wurden, hatte Fiel noch Pech, als sein Schuss von Veigneau auf der Torlinie abgeblockt wurden (89.).

Duisburgs Trainer Peter Neururer bleibt ungeschlagen und tackert sich an die Spitzengruppe an, während Aachen abrutscht. „Wir brauchen uns jetzt erst mal mit Platz 3 nicht beschäftigen”, ärgerte sich Torjäger Benny Auer am späten Abend. „Wir haben die Bigpoints verpasst”, sagte Stuckmann.
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