3:0 für Alemannia gegen starke Wiedenbrücker

Von: Klaus Schmidt
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Ruhe bitte! Alemannias Mittelfeldspieler Bastian Müller feiert sein 1:0 gegen Wiedenbrück auf eine ganz leise Weise. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Die Ansetzungen gaben es her. Ein Sieg gegen den SC Wiedenbrück, dazu ein schlankes Unentschieden zwischen den Sportfreunden Lotte und dem SV Rödinghausen, und die Tabelle würde Alemannia Aachen als neuen Spitzenreiter der Fußball-Regionalliga West ausweisen.

Lotte spielte da nicht mit, am Ende des Tages schafften es die Schwarz-Gelben aber auf Platz zwei mit einem harten Stück Arbeit beim 3:0 (1:0) gegen einen starken Kontrahenten aus Westfalen. Und: Es fielen die ersten Tore durch die Offensiven.

„Es gab mal einen Spruch in der Kabine und es wurde gefrozzelt“, gestand der offensive Torschütze Florian Rüter. „Aber ansonsten war das kein großes Thema in der Mannschaft.“

Die letzten drei Halbzeiten gegen Kray und in Dortmund wollte Christian Benbennek nicht zum dauerhaften Muster erklären. „Wenn man merkt, es läuft nicht so, wie wir uns das vorstellen, ist es genau richtig, den Laden dichtzumachen. Aber wir müssen aktiver sein.“ So entstand der Trainer-Plan, die Zentrale massiver auszustatten, mit der routiniertesten Doppelsechs der Klasse (Aimen Demai und Timo Staffeldt) und Jerome Propheter als körperlich starkem vorderen Anläufer, quasi als „Zehner“. Wiedenbrück zu langen Bällen zwingen, lautete die Überschrift, „dann bekommen sie Pro-bleme“.

Die Praxis sah dann etwas anders aus. Die Gäste, gegen die Alemannia in der vergangenen Saison die einzige Hinrunden-Niederlage kassiert hatte, bedienten sich durchaus und von Anfang an spielerischer Lösungen. Wie nach Aachens erster Ecke, als ein Konter startete, Bockhorn auf Wassey passte und Nils Winter in höchster Not klärte (3.). Die nächste Ecke brachte Jannik Löhden in Position, das „Kopfball-Ungeheuer“ schloss zu schwach und unplatziert auf Torwart Hölscher ab (9.).

Der Sportclub machte Aleman-nia viel Arbeit, die schwarz-gelbe Führung nach einer Viertelstunde war nicht unbedingt zu erwarten. Bastian Müller war in einer eher unverfänglichen Position, halbrechts, er lief ein paar Meter, Wiedenbrücks Kapitän Strickmann eskortierte nur, Müller zog einfach mal ab – und erzielte sein drittes Saisontor. „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass Wiedenbrück so anpresst und spielerisch dagegenhält“, zeigte sich auch der 1:0-Torschütze überrascht.

Die Hoheit über dieses Spiel gewann Aachen jetzt aber nicht, und nach einem Fehler von Demai musste schon Freddy Löhe beherzt eingreifen, um den Ausgleich durch Batarilo-Cerdic zu verhindern (22.). Die Szenen schwappten von einem Tor zum anderen: Müller traf aus halblinker Position die Latte (27.), Batarilo-Cerdic den Pfosten (30.), Staffeldt vertändelte eine Hereingabe von Fabian Graudenz (38.). Erst zur Pause hin erarbeitete sich Aachen ein Chancenplus. Florian Rüter zog aus dem Rückraum ab (40.), Graudenz zielte nach einem Konter übers Tor (43.). Für Unterhaltung war gesorgt.

Einen Abendspaziergang hatte wohl keiner erwartet, und es blieb ein Gewaltmarsch. Die Balance zu finden zwischen höchster Wachsamkeit in der Defensive und einem gewissen Risiko, um den etwas zur Beruhigung beitragenden zweiten Treffer zu erzielen, war eine echte Herausforderung. Alemannia meisterte sie: Propheter verlängerte den Ball per Kopf, Rüter behauptete sich im Strafraum gegen zwei Wiedenbrücker und vollendete aus kurzer Distanz (66.). Endlich das erste Saisontor eines gelernten Offensivspielers. Keine Minute später vergab Staffeldt freistehend die endgültige Entscheidung.

Nachdem Batarilo-Cerdic vor 9400 Zuschauern den Anschlusstreffer gegen Löhe ausgelassen hatte, traf David Vrzogic im Gegenzug den Pfosten (78.). Und dann erlebte der Tivoli die traumhafte Rückkehr eines fast schon Vergessenen: Christian Benbennek gab Maciej Zieba seine ersten Einsatzminuten, 60 Sekunden später und mit seiner ersten Aktion (84.) schlenzte der „Joker“ den Ball zum 3:0 ins Netz. Das schöne Ende eines arbeitsreichen Abends.

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