Wiesbaden - 2:3-Niederlage: Alemannia wehrt sich zumindest wieder

2:3-Niederlage: Alemannia wehrt sich zumindest wieder

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
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Aller Einsatz nutzte nichts: Alemannia verlor bei Wehen Wiesbaden. Foto: René Schulz
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Dario Schumacher, Timmy Thiele und ihren Kollegen bleibt nur die Tapferkeitsmedaille. Foto: Jan Huebner

Wiesbaden. René van Eck hatte ein Angebot unterbreitet. Wer nicht mehr bereit sei, mit dem Alemannia-Wappen auf der Brust bis zum Schluss alles zu geben, „der soll es sagen und kann nach Hause gehen“. Keiner entschied sich für einen Fernsehabend auf dem Sofa, Aachens Cheftrainer durfte also damit rechnen, dass das Team beim SV Wehen Wiesbaden andere Saiten aufziehen würde als in der ersten Halbzeit von Erfurt.

Nach nur einem Punkt aus den acht Spielen zuvor (letzter Sieg am 23. Februar mit 3:0 gegen die Stuttgarter Kickers) verlängerte sich die Negativserie des Schlusslichts um eine weitere Niederlage, 2:3, aber diesmal durfte Torhüter Tim Krumpen wenigstens festhalten: „Wir waren nicht schlechter als Wehen.“ Wenn da nicht wieder „drei Drecksdinger“ an Gegentoren jede Aussicht auf Zählbares zerstört hätten.

Van Eck wurde nach dem Schlusspfiff, als die rund 300 mitgereisten Fans die Mannschaft minutenlang besangen, von den Gefühlen übermannt. „Einmalig, ich bin stolz, Trainer von Alemannia Aachen zu sein. Und ich bin stolz auf die Mannschaft. Sie hat bis zum Schluss gekämpft und alles versucht, Riesenkompliment.“ Erfurt – vergessen.

Kurzfristig war bei Alemannia noch Robert Wilschrey (Infekt) ausgefallen, Timo Brauer rückte so vom Bank-Angestellten zum rechten Verteidiger auf. Wehens Coach Peter Vollmann, der mit einem missratenen Vorstellungsgespräch mal seine Chancen auf einen Job am Tivoli verspielt hatte, war auf eine Alemannia eingestellt, die „große Gegenwehr leistet. Das ist keine Kirmestruppe.“ Aachens Kapitän Kristoffer Andersen warf dennoch das Karussell an, über Oguzhan Kefkir landete der Ball bei Timmy Thiele – und verendete 16 Meter vor dem Tor, weil der Alemanne ein Luftloch schlug (8.).

Der Tabellenletzte kam gut in die ersten 20 Minuten, hatte optisch sogar ein leichtes Übergewicht, kein Grund zur Klage. Bis sich die Mannschaft erneut selbst in eine missliche Lage brachte. Nach einem Wehener Einwurf sprang Brauer unter dem Ball durch, Vunguidica ließ auf dem Flügel Mario Erb stehen, passte quer in den Strafraum, und Mintzel musste nur noch den Fuß zum 1:0 hinhalten (20.).

Und wenn Alemannia zuletzt ein Tor kassierte, dann folgte schnell das nächste. Darauf war auch am Freitagabend Verlass. Schimmel passte sechs Minuten später zu Vunguidica, der Deutsch-Angolaner legte für Zieba auf, 2:0. Immerhin: Aachen biss sich zurück, nahm Wehens Stolperei im Strafraum dankend an, Thiele sorgte in der 31. Minute für den Anschluss.

Dem Vorwurf, willenlos zu sein, musste sich Alemannia nicht aussetzen. Richtig gefährlich wurden die Offensiv-Aktionen aber nicht ausgespielt. Kefkir, der gegen Rostock zwei Freistöße versenkt hatte, scheiterte mit einem Standard an Gurskis Fäusten (64.), die größte Chance. Zuvor hätte Wehen aber schon für klare Verhältnisse sorgen können: Manns Kopfball landete an der Unterkante der Latte (53.), Tim Krumpen parierte gleich zwei Mal gegen Mintzel (60.).

Die Hoffnung der Gäste, den Bock noch umstoßen zu können, war in der 74. Minute dahin. Ivana flankte, Müller hatte reichlich Platz für seinen Kopfball, 3:1. Wehen bekam jetzt die Lust zum Spielen und vergab weitere Möglichkeiten, den Sieg in die Höhe zu treiben. Kefkir verzog noch kurz vor dem Abpfiff, Sascha Marquet verkürzte in der Nachspielzeit nach einem angetippten Freistoß aus 20 Metern flach ins Eck. Am Ende blieb für Alemannia nur eins: die Tapferkeitsmedaille.

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