1:2 gegen Schalke II: Alemannia verpasst die Tabellenführung

Von: Christoph Pauli
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Mehr Arbeit im Aachener Strafraum als gewünscht: David Vrzogic (links) und Alemannia-Keeper Frederic Löhe mit vereinten Kräften gegen den Schalker Florian Pick. Foto: Birkenstock

Aachen. Alles war für die erste Tabellenführung vorbereitet, am Ende gingen die meisten der 9600 Zuschauer leicht verkatert nach Hause. Alemannia kassierte beim 1:2 gegen Schalke 04 II die erste Saisonniederlage. „Ein Spiel zum Vergessen“, urteilte Frederic Löhe am Ende des Abends.

„Wir waren nicht überzeugend in der Offensive, standen nicht gut in der Defensive, mit so einer Leistung hat man an der Spitze nichts verloren.“ Aachens Keeper war geladen nach der ersten Saisonniederlage, die durchaus verdient war.

Die Gäste reisten sieglos an, aber die Mannschaft tankte Dienstagabend schon bei der ersten Gelegenheit Selbstbewusstsein. Serkan Göcer flankte, und sein Mittelstürmer Aleksei Gasilin köpfte freistehend gegen die Laufrichtung von Frederic Löhe ein. Gespielt waren da gerade 150 Sekunden, ausreichend Zeit für die Hausherren, den ersten Rückstand in dieser Saison zu egalisieren.

Benbenneks Kritik

Die Mannschaft schüttelte sich kurz, sie wollte, aber ihr fiel nicht viel ein auf dem sumpfigen Untergrund. „Schalke hat läuferisch und kämpferisch mehr geboten“, war Aachens Trainer Christian Benbennek vor allem mit dem ersten Durchgang unzufrieden. Dieser Spielfilm spielte den „kleinen Knappen“ in die Karten, fast mühelos schirmten sie das Tor von Christian Wetklo ab.

Aus dem Spiel heraus erarbeiteten sich die Gastgeber wenig Gelegenheiten, so blieb die ausgeprägte Hoffnung auf die Standards. Die erste Ecke von Bastian Müller schwebte herein, und Jannik Löhden verpasste nur knapp seinen nächsten Saisontreffer. Der Ressortleiter Brechstange köpfte knapp über das Tor (9.). Es blieb die einzige Gelegenheit nach einem ruhenden Ball, die Aachener Stärke hat sich längst herumgesprochen.

Die Gäste waren gefährlicher, sie konterten munter, und nur der starke Frederic Löhe verhinderte, dass die Hoffnung auf die Tabellenführung frühzeitig verloren ging. Gasilin sprintete an ihm vorbei, Aachens Keeper lenkte den Ball im letzten Moment ab, bevor er ins Tor trudeln konnte (13.). Ein Ex-Aachener machte auf sich aufmerksam (19.). Sascha Dum sprintete auf der linken Seite auf und davon, sein präziser Rückpass war eine großartige Einladung für Florian Pick, der am Elfmeterpunkt lauerte. Löhe schnellte sein rechtes Bein heraus, verhinderte das 0:2 (33.).

Trainer Benbennek reagierte, brachte zur Pause Dennis Dowidat für Aimen Demai. Aachen erarbeitete sich die Chance zum Ausgleich, Florian Rüter scheiterte knapp an Wetklo (49.). Das hätte das Signal zur Aufholjagd vor der Fantribüne sein können, aber schon im Gegenzug holte Schalke zum K.o.-Schlag aus. Ohne große Widerstände konterten sich die Gäste nach einer Aachener Ecke (!) durch das Mittelfeld, und erneut Gasilin schob freistehend zum 0:2 ein (50.). Ein naives Gegentor durch die „Königsblauen“.

Schlagzahl erhöht

Alemannia ließ die Flügel nicht hängen, Fabian Graudenz und Rüter hätten schnell verkürzen können (57./58.). Dann fischte sich Wetklo einen abgefälschten Dowidat-Schuss. (60.). Als die erste Saisonniederlage Konturen annahm, erhöhte Aachen die Schlagzahl, obwohl das Programm in den letzten Wochen durchaus strapaziös war.

„Am Engagement habe ich nichts auszusetzen“, bilanzierte Benbennek. „Aber unsere Abschlüsse waren nicht zwingend.“ Wetklo geriet unter „Beschuss“ – leider auch von der Tribüne aus, von wo aus Gegenstände auf das Spielfeld flogen.

Den Hausherren ging die Präzision ab, ein halbes Dutzend Schüsse zischte am Tor vorbei. Erst in der Nachspielzeit verkürzte Philipp Gödde mit einem Drehschuss zum 1:2. Es änderte nichts mehr, Schalke II brachte die Punkte über die Ziellinie.

Für Aachen war es der erste Rückschlag in einer bislang nahezu makellosen Saison.

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