Rödinghausen - 1:0 in Rödinghausen: Alemannia behält das Drehbuch

1:0 in Rödinghausen: Alemannia behält das Drehbuch

Von: Roman Sobierajski und Christoph Pauli
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Daran kann er sich gewöhnen: Dominik Ernst ist auch in Rödinghausen der Matchwinner. Foto: Noah Wedel

Rödinghausen. Vor dem Spiel hatte Fuat Kilic kein Geheimnis aus seinen Überlegungen gemacht. Er berief den identischen Kader wie vor Wochenfrist, schickte dasselbe Team ins Rennen, das zuletzt RW Essen niedergerungen hatte. „Und ich hätte nichts gegen eine Wiederholung des Ergebnisses.“ Seine Mannschaft folgte ihm willig. Mehr noch.

Sie gewann nicht nur hochverdient 1:0 in Rödinghausen, auch der Torschütze war identisch: Aus Dominik Ernst wird noch ein Torjäger. „Unser Sieg geht aufgrund unserer Dominanz in den Zweikämpfen völlig in Ordnung“, stellte Kilic später fest – wie auch schon vor einer Woche. Der neue Tabellenfünfte bleibt auswärts ungeschlagen. „Das ist die Region, in der wir uns bewegen wollen. Die Jungens haben es verdient, dass die Resonanz beim nächsten Heimspiel wieder gut ist.“

Und der Torschütze betet

Die Gastgeber kamen in der ersten Viertelstunde nur zu einer einzigen klaren Torchance, nachdem das Alemannia-Mittelfeld beim Pressing gegen den Ball überlaufen worden war und Björn Schlottke von der Strafraumgrenze abzog, Aachens Keeper Pascal Nagel aber nicht in Bedrängnis brachte (15.). Fast im Gegenzug hatte die Alemannia dann die große Chance, den Führungstreffer zu markieren, doch der Kopfball von Jannik Löhden landete knapp neben dem gegnerischen Tor.

In der 19. Minute war es dann soweit: Tobias Mohr eroberte in der eigenen Hälfte den Ball, trieb die Kugel über das halbe Feld, flankte, und die anschließende Bogenlampe von Dominik Ernsts Kopf senkte sich unhaltbar über den Rödinghausener Torwart Jan Schönwälder und ging vom linken Innenpfosten ins Netz zur Aachener Führung. „Als ich sah, dass er den Innenpfosten traf, habe ich nur noch gebetet, dass er reingeht“, grinste Ernst. Kopfballtore von ihm sind eher so selten wie Angebot von Investoren für den Traditionsverein. Kilic freute sich jedenfalls über „ein Bilderbuch-Tor aus dem Umschalten heraus“.

Rödinghausen antwortete mit wütenden Angriffsversuchen, brachte aber gegen die gut gestaffelte Aachener Hintermannschaft den Ball kaum einmal in die Gefahrenzone. Stattdessen hatte Aachen Platz zum Kontern, Necirwan Khalil Mohamad bediente Florian Rüter, doch dessen Schuss von der rechten Seite ging knapp am langen Pfosten vorbei (30.). Zehn Minuten vor dem Seitenwechsel musste Aachens Coach seine Erfolgsformation dann doch ändern: Rüter war 25 Meter vor dem Tor von seinem Gegenspieler zu Fall gebracht worden und musste mit einer leichten Muskelverletzung im Oberschenkel vom Platz, für ihn besetzte Philipp Gödde das Sturmzentrum. Rüters Einsatz am Samstag ist nicht ausgeschlossen.

Mit dem Seitenwechsel wollte Rodinghausens Trainer, Ex-Profi Alfred Nijhuis, den Druck erhöhen und nahm den schwachen Joshua Holtby, kleiner Bruder des Bundesliga-Profis Lewis, vom Platz. Prompt kamen die Gastgeber zu zwei guten Gelegenheiten: Den Schuss von Azur Velagic entschärfte Nagel, der Kopfball von Koray Kacinoglu verfehlte Aachens Tor knapp (48.). Fast im direkten Gegenzug hatte Mohr dann die Riesenchance, für das vorentscheidende 2:0 zu sorgen: Er lief allein auf den Rödinghausener Torwart zu, doch sein Schuss aus elf Metern blieb am Fuß des Keepers hängen, der den Winkel verkürzt hatte (49.).

Die mangelnde Effizienz bleibt das Aachener Wasserzeichen in dieser Spielzeit. „Das war ein absolut verdienter Sieg, aber wir müssen uns mit dem zweiten Treffer belohnen, um Sicherheit zu kriegen“, analysierte Jannik Löhden, der mehrfach aussichtsreich zum Kopfball kam. „Wir dürfen im letzten Angriffsdrittel nicht verkrampfen und die Verantwortung weitergeben“, forderte Kilic in der Spielbesprechung am Sonntag.

Die Gastgeber hatten in der Folge vor 1305 Zuschauern im Wiehenstadion zwar deutlich mehr Spielanteile als im ersten Durchgang, der große Druck auf den Kasten von Pascal Nagel blieb jedoch aus. Die Alemannia verlegte sich zunehmend auf Konter, hatte jedoch erst in der 68. Minute die nächste zwingende Torchance, doch Schönwälder bekam noch die Fäuste an Mohrs Schuss.

Farbe brachte dann der Schiedsrichter in der 72. Minute in die verflachende Partie: Schütter zückte wegen Beleidigung Rot gegen den Rödinghausener Torwart, und da der SVR bereits dreimal gewechselt hatte, musste der eingewechselte Jens Buddecke das Torwart-Trikot überstreifen. Acht Minuten vor Spielende sah dann auch noch Lars Rutten nach einem Foul an Ernst den Gelb-Roten Karton, so dass Rödinghausen nur noch über acht Feldspieler auf dem Platz hatte. Aachens Tobias Mohr schaffte es dann noch in der dreiminütigen Nachspielzeit, sich zwei Gelbe Karten einzuhandeln. Am nächsten Spieltag gegen Ahlen muss Kilic seine 1:0-Siegmannschaft wieder ändern.

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