1:0 gegen Kray: Löhden ist wieder Alemanne des Tages

Von: Klaus Schmidt
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Fassungslos: Nicht nur Jannik Löhden (2.v.r.) kann nicht glauben, dass er schon wieder per Kopf getroffen hat. Peter Hackenberg teilt den Unglauben, Viktor Maier (rechts) immerhin bestätigt den Schützen. Foto: Steindl

Aachen. Gegen kein anderes Team war die Ausbeute in der vergangenen Saison so mager wie gegen den FC Kray. Beim 1:1 auf dem Tivoli schien es, als hätte der damalige Aufsteiger den Mannschaftsbus im Tor geparkt, beim 0:1 in Essen übertraf sich Alemannia Aachen wieder mal im Auslassen von Chancen; Kray war letztlich auch ein Meisterschafts-Verderber.

Die dritte Auflage des Duells brachte am Dienstagabend endlich den ersten Sieg gegen den kleinen Klub, beim 1:0 (1:0) bauten die Schwarz-Gelben allerdings nach starker erster Halbzeit im zweiten Durchgang dramatisch ab. Immerhin: Wie vor einem Jahr stehen nach vier Meisterschaftsspielen zehn Punkte auf dem Konto.

Zwei schöne Nachrichten gab es vor dem Anpfiff. Kapitän Aimen Demai kehrte als frischgebackener Inhaber des Trainer-B-Scheins von der Prüfung zurück, und „Kopfball-Ungeheuer“ Jannik Löhden hatte seinen Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr bis 2017 verlängert – der wohl schnellste Nachschlag für einen gerade erst Verpflichteten in der Klubgeschichte. Christian Benbennek ließ die Oberhausen-Starter wieder los, der Ex-Krayer Philipp Gödde saß erneut auf der Bank.

Die Geschichte dieses Spiels begann so trivial wie eine Begrüßung auf dem Traumschiff. Es dürfte sich zuvor auch bis Kray herumgesprochen haben, dass dieser Löhden gerne schon mal die Innenverteidigung verlässt und seine Wucht in der Offensive einbringt. Nach zwei Minuten und 22 Sekunden war es so weit und erneut kein Kraut gewachsen gegen Alemannias Nummer 30, aller Vorkenntnisse zum Trotz: Bastian Müller platzierte seine Hereingabe auf den Schädel des Ex-(Viktoria-)Kölners, aus kurzer Distanz erzielte Löhden das 1:0, er quittierte sein viertes Kopfballtor selbst mit ungläubigem Kopfschütteln und einem breiten Lachen.

„Wir mussten zittern, aber aufgrund der ersten Halbzeit haben wir verdient gewonnen. Es war mental wichtig, das Spiel über die Bühne zu bringen“, sagte der Torschütze.

Die Schwarz-Gelben nahmen den Schwung vom 4:1 in Oberhausen mit und raubten Kray mit munterem, sicherem Passspiel und ständigen Rochaden im Angriff den Sinn für Orientierung. Florian Rüters Schuss wurde über die Latte abgefälscht (8.), früh gingen die Gäste rustikal zur Sache, weil sie oft den einen Schritt zu spät kamen. Viktor Maier scheiterte wenige Stunden vor seinem 26. Geburtstag an Keeper Kunz (26.), Fabian Graudenz traf den Unterarm von Zimmermann, wofür man in der Tat keinen Elfmeter geben musste (32.), schloss zu schwach ab (39.).

Löhe arbeitslos

Die nächste Flanke segelte in den Strafraum, von David Vrzogic auf – Löhdens Kopf natürlich, der Ball ging knapp am Pfosten vorbei (42.). Maier fehlte wie Graudenz der Grell, das Tor erzielen zu wollen (45.), und das war der einzige Vorwurf, den die Schwarz-Gelben mit in die Kabine nahmen: Sie hatten diese spielerisch einseitige und für Torhüter Frederic Löhe angenehm arbeitslose Angelegenheit ergebnismäßig viel zu knapp gestaltet.

Kray entschied sich zu Beginn der zweiten Halbzeit, den Aufenthalt in der Hälfte vor der Stehplatztribüne zu verlängern, und wurde dabei von den Gastgebern eskortiert. Die Spielanteile verschoben sich, das verblüffte und erstaunte. Alemannia ließ die Zügel schleifen und konnte dankbar sein, dass Zielwasser (wie nach Yahkems Solo an drei Aachenern vorbei/65.) beim FC nur in homöopathischen Dosen verabreicht wird. Gödde löste Maier ab, Rüter kam zum nächsten schwachen Abschluss.

Benbennek wechselte einen Tick offensiver, brachte Dennis Dowidat für Jerome Propheter, der Joker führte sich mit einem Flachschuss ein (73.). Überzeugender wurde das alles nicht vor 9400 Zuschauern, gerne hätte man jetzt zum Beispiel die Qualität des „aggressiven Leaders“ Timo Staffeldt gesehen. Der bekam noch Demai an seine Seite. Graudenz suchte den nächsten lauwarmen Torabschluss, in der Nachspielzeit grätschte Kehrmann auf der anderen Seite am verdienten Ausgleich vorbei. Am Ende blieb nur – Aufatmen und Durchpusten. Oder, wie David Vrzogic erklärte: „Wichtig sind die drei Punkte, alles andere ist egal.“

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