0:2 beim MSV Duisburg: Alemannia bleibt Schlusslicht

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
Alem
Glücklose Aachener: Die Alemannia verliert unglücklich beim MSV Duisburg. Foto: dpa

Duisburg. Am Ende des Tages wurden Durchhalteparolen herumgereicht. „Wir sind noch nicht abgestiegen, und wir werden nicht absteigen”, verkündete Aachens neuer Trainer Ralf Aussem. Das vorangegangene Spiel hatte durchaus positive Aspekte mitgebracht, das Ergebnis aber keineswegs.

Alemannia verliert 2:0 beim MSV Duisburg und kann die 3. Liga schon sehen. Auch nach dem 31. Spieltag bleibt Aachen die schlechteste Mannschaft der Liga.

Die größte Überraschung gab es eine Stunde vor Spielbeginn, als die Aachener Aufstellung durchsickerte. Trainer Ralf Aussem besetzte den freien Platz im linken Mittelfeld (Uludag gesperrt) mit einem, nun ja, Nobody. Über die Regionalliga ist Sascha Marquet noch nicht hinausgekommen. Aktuell verbringt er die meiste Zeit ziemlich erfolgreich bei Alemannias U23 in der NRW-Liga.

Aussem wollte an seinen System festhalten und das Tempo hochhalten. So feierte Marquet seine Premiere im Profibereich. Mehr Mut hatte auch Peter Hyballa nicht, der zu seinem Amtszeiten konsequent auf heranwachsende Profis setzte. Die ersten Profiminuten des 22-Jährige waren noch etwas wacklig, danach spulte er sein Pensum ziemlich cool herunter.

Der Elan der letzten vier Halbzeiten war den Gästen zunächst nicht anzumerken, ihr Spiel nach vorne war zaghaft. Duisburg hatte mehr Ballbesitz, führte die schönen Stafetten auf, aber so richtig gefährlich war auch das nicht. Die beste Chance für den MSV beschwor Boy Waterman hervor, als er nach dem ersten Duisburger Eckball durch den Strafraum irrte, als habe er noch die Gurkenmaske auf. Der Ausflug blieb folgenlos (13.). Die beste Gelegenheit der Gastgeber vereitelte Seyi Olajengbesi, als er dem schnellen Maurice Exslager in letzter Sekunde den Ball noch wegspitzelte (37.). Auf der Habenliste der Aachener stand ein Freistoß von Stiepermann ans Außennetz (9.) und ein Fernschuss von Albert Streit vor die Fäuste von Keeper Felix Wiedwald (22.). Zudem reklamierten die Gäste ein Handspiel von Jürgen Gajasula (19.) und ein Foul von Soares an Stiepermann (20.) im Strafraum.

In der Arithmetik von Schiedsrichter Wolfgang Stark ergaben aber auch an diesem Nachmittag zwei „halbe” keinen ganzen Elfmeter. So wäre diese Halbzeit der DFL fast als ziemlich ereignislos gemeldet worden, wäre da nicht die 44. Minute gewesen. Die Aachener spielten konsequent einen Angriff aus, obwohl sich Mittelfeldspieler Aimen Demai schmerzverkrümmt auf den Rasen wälzte. Und so sahen auch die Duisburger nach der Balleroberung keinen Anlass, die Partie zu unterbrechen. Sie zogen davon, Tobias Feisthammels Rettungsversuch landete im eigenen Tor. Der Innenverteidiger zeigte ein verzweifeltes Gesicht, was sich schnell wieder aufhellte. Schiedsrichter Stark und sein Assistent hatten vorher eine Abseitsstellung erkannt. Wütende Proteste verfolgten die Spielleiter auf dem Weg zum Pausensnack.

Demai wurde mit Rückenschmerzen nach 50 Minuten durch Bas Sibum ersetzt. Der erlebte sofort, zu welchen Kapriolen sein zentraler Abwehrspieler fähig ist. Olajengbesi legte den Ball unfassbar für Duisburgs Jürgen Gjasula auf. Dessen Schlenzer aus 16 Metern wehrte Waterman gekonnt ab (55.). Die folgende Ecke landete bei Olajengbesis Gegenspieler Soares, der Brasilianer vergab aus einem Meter. Großchancen erarbeitet sich neuerdings aber auch Aachen wieder. Odonkor strebte völlig freistehend der Führung entgegen, kein Hindernis war mehr zu entdecken, doch der Flitzer schoss Keeper Felix Wiedwald an. Das war nur die Hälfte der Chance, die Kugel kullerte dem guten Marco Stiepermann vor die Füße, doch der Angreifer verzog mit seinem starken linken Fuß (59.).

Das Duo unternahm einen neuen Anlauf. Stiepermann spielte Odonkor frei, doch wieder hieß der Sieger Wiedwald. „In so einem engen Spiel entscheiden Kleinigkeiten wie zum Beispiel ein Torwart in Bestform”, resümierte MSV-Trainer Oliver Reck, selbst ein pensionierter Keeper.

Aachens Torwart Boy Waterman war da schon nicht mehr auf dem Feld. Der Niederländer erhielt einen Schlag aufs Knie, wurde durch Tim Krumpen ersetzt. Dessen Einstand verlief unfröhlich. Maurice Exslager profitierte von einem Missverständnis von Marquet und Achenbach, zog davon, vorbei noch an Feisthammel. Und dann schmetterte Brosinski den Rückpass vorbei an Krumpen zum 1:0 ins Netz (74.). „Bis zu diesem Zeitpunkt war die Partie ausgeglichen”, stöhnte später Ralf Aussem auf. Allzu einfach fängt sich Alemannia die Gegentreffer. Das 2:0 durch Gjasula war eine billige Kopie des ersten Treffers, wieder kam die Vorarbeit von Exslager von der rechten Seite (84.). Aachen kam nicht mehr zurück. Ohnehin ist das Team in den letzten Monaten nicht dadurch aufgefallen, in der Schlussphase noch einmal zulegen zu können.

„Vielleicht leidet mit fehlender Power auch die Konzentration”, spekulierte Stiepermann. Die unnötige Niederlage verschärft die Lage weiter, immer stärker ist das Team von den Ergebnissen anderer abhängig. „Wir müssen jetzt alle Spiele gewinnen”, fasste Odonkor den Nachmittag zusammen. Ein ehrgeiziges Ziel für ein Team, das bislang in 31 Spielen kümmerliche vier Siege zusammengetragen hat.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert