Zweimal gegen Erfurt: „Ladies in Black“ starten in neue Saison

Von: Roman Sobierajski
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Einmal rund um den Globus, um dann in Aachen in der Volleyball-Bundesliga anzutreten: Zuspielerin Lindsay Dowd. Foto: Andreas Steindl
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In der niederländischen Nationalmannschaft hat sie 123 Mal das Oranje-Trikot getragen: Libera Kirsten Knip. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Der erste Eindruck, den Lindsay Dowd von Aachen hatte, war völlig falsch: „Als ich hierhin kam, war es weit über 30 Grad heiß, Flipflops- und Tanktop-Wetter. Aber ich bin auch schnell gewarnt worden, dass ich mich nicht zu sehr daran gewöhnen soll“, sagt die Zuspielerin und neue Kapitänin des Volleyball-Bundesligisten „Ladies in Black“.

Sie hat es mit ihrem Sport immerhin einmal rund um den Globus geschafft hat: Westküste der USA, Schweiz, dann Philippinen und nun Aachen.

Aber das war nicht der einzige neue Eindruck, den die US-Amerikanerin und ihre Co-Kapitänin Kirsten Knip verarbeiten mussten, als vor sechs Wochen das Projekt begann, eine wettbewerbsfähige Bundesliga-Mannschaft zu formen. „Wir wussten gar nichts, als wir zum ersten Mal in die Halle kamen. Nicht, wo das Netz und die Bälle sind, nicht, wo unsere Kabine ist, nicht, wo wir uns zu Besprechungen hinsetzen sollen“, erinnert sich Dowd an die Anfänge.

Libera Kirsten Knip war zu diesem Zeitpunkt da schon wesentlich weiter, immerhin hatte sie die Halle an der Neuköllner Straße in der vergangenen Saison bereits mit ihrem bisherigen Verein Vilsbiburg kennenlernen – müssen: „Wir haben 0:3 verloren, das ganze Publikum stand wie eine Mauer hinter dem Team“, hat Knip damals erleben müssen.

Warum sie von einem etablierten Klub wie den Roten Raben Vilsbiburg hin zum Zukunftsprojekt „Ladies in Black“ wechselte, hat die niederländische Libera in wenigen Sätzen erklärt: „In Vilsbiburg wollte man nicht mehr, warum, hat mir keiner erklärt“, sagt die 123-fache Nationalspielerin. „Ich wäre nicht zu einem beliebigen anderen Verein gegangen, aber als mich Saskia van Hintum fragte, war mir klar: Aachen ist perfekt für mich.“

Mit 25 Jahren (Dowd) und 24 Jahren (Knip) gehört das Führungs-Duo der „Ladies“ bereits zu den älteren, etablierten Spielerinnen, und beide sind sich der damit verbundenen Verantwortung bewusst. „Das ist natürlich eine Auszeichnung, wenn man das Kapitänsamt übertragen bekommt“, sagt Lindsay Dowd, und Kirsten Knip ergänzt: „Ich habe mir das Kapitänsamt schon lange zugetraut, bin aber nicht zum Zuge gekommen, weil ich ja Libera bin. Aber es ist schon toll, den Respekt der Teamkolleginnen und das Vertrauen der Trainerin zu haben.“

Respekt, Vertrauen und Unterstützung, das erhoffen sich Zuspielerin und Libera natürlich auch vom Aachener Publikum, auch wenn die „Ladies“ des Vorjahres im Zuge des Insolvenzverfahrens plötzlich von der Bildfläche verschwunden sind und es lange nicht klar war, ob der Bundesliga-Volleyball in Aachen überhaupt noch eine Zukunft hat. „Wir sind vom ersten Tag an in Aachen sehr herzlich und familiär empfangen worden“, schildert Lindsay Dowd ihre Eindrücke. „Es gab viele tolle Kommentare in den Sozialen Medien, wir wurden auf der Straße von vielen mit der High-five begrüßt.“

Die Vorbereitung war, auch aufgrund der Olympischen Spiele“, nicht optimal. „Zu Beginn waren wir nur acht Spielerinnen“, blickt Kirsten Knip auf die Anfangszeit zurück, „aber das hat uns richtig zusammengeschweißt“.

Eine feste Startformation hat sich nach Einschätzung der beiden Führungsspielerinnen noch nicht herauskristallisiert, was zum einen damit zusammenhängt, dass mit Diagonalangreiferin Ioana Baciu, die lange mit der rumänischen Nationalmannschaft unterwegs war, die letzte „Lady“ erst vor zwei Tagen zum Team gestoßen ist, zum anderen aber auch damit, „dass wir unberechenbar sind“, meint Knip, „die Gegner werden es schwer haben, sich auf uns einzustellen“.

Am Wochenende geht es für die Spielerinnen und das Trainerteam nach Paris, die letzten Testspiele stehen auf dem Programm und ein Teambuilding. „Wenn wir am Sonntag zurückgekehrt sein werden, fangen wir an, die letzten Tage rückwärts zu zählen“, freut sich Lindsay Dowd darauf, dass es endlich losgeht – und zwar gleich zweimal gegen Erfurt. Der Auftaktgegner in der Liga (Sa., 19.00) ist auch der Achtelfinalgegner im DVV-Pokal nur vier Tage später.

„Danach sind wir endlich angekommen“, sehnt die US-Amerikanerin der ersten sportlichen Auseinandersetzung herbei. „Wir sind eine laute Mannschaft, ein Team mit großem Kampfgeist. Und wenn auch das Publikum bei den Heimspielen lautstark hinter uns steht, ist einiges möglich.“

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