Würselenerin gewinnt Weltmeistertitel im Kickboxen

Von: Holger Bubel
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Endlich geschafft: Ania Fucz (3.v.r.) hat ihre Gegnerin Pimnipa Tanawatpipat in elf Runden bezwungen und lässt sich bei der Siegerehrung als Weltmeisterin im Kickboxen feiern. Foto: Holger Bubel

Würselen. „Noch knapp eine Stunde, dann ist es endlich soweit. Vier Jahre lang haben wir auf diesen Tag hingearbeitet, vier Jahre.” Uwe Göbkes läuft nervös vor der Elmar-Harren-Halle in Würselen auf und ab.

Es ist einer jenen Momente, in denen sich ein Raucher fragt, wie ein Nichtraucher einer solchen Stresssituation ohne Glimmstängel Herr werden kann.

Es funktioniert auch ohne, wie der kleine, drahtige Mann aus einer recht gelungenen Muskelkombination beweist. Uwe Göbkes ist Kickbox-Trainer von Mujoken Ki Dojo Würselen, sein Schützling: Ania Fucz, Europameisterin und schon bald Weltmeisterin.

Aber das weiß Göbkes zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Er weiß eine Stunde vor diesem Kampf, der nicht nur der Höhepunkt einer Kickboxkarriere von Ania Fucz ist, sondern auch seiner eigenen als Fight-Coach, nichts über die Gegnerin aus Thailand, Pimnipa Tanawatpipat: „Es ist schwer, sich auf eine Gegnerin einzustellen, über die man nichts weiß”, sagt Göbkes.

Bekannt ist nur, dass die junge Thailänderin doppelt so viele Kämpfe bestritten hat wie Ania und verdammt gut sein muss. Denn wer sich im Mutterland des Thai- und Kickboxens gegen bärenstarke Konkurrenz für einen WM-Kampf qualifiziert und nach Deutschland reist, der will nicht nur einen Hallensprecher mit seinem Namen herausfordern, der will erst recht nicht mit einer Niederlage heimreisen.

Mit Power erledigt Ania Fucz ihren Job. Zwar muss die Würselener Kämpferin über die gesamte Distanz von 11 x 2 Minuten gehen. Doch man hat nicht den Eindruck, dass die ganz in Rosa gekleidete Pimnipa Tanawatpipat der deutschen Kämpferin gefährlich werden könnte.Größere Schwierigkeiten hat da eher der Mann am Mischpult, der nicht gleich die CD mit der deutschen Nationalhymne findet.

Noch Luft nach dem Mitsingen hat Trainer Uwe Göbkes. Lautstark gibt er seinem Schützling Anweisungen, wie sie ihre Kontrahentin zu behandeln habe: „Vier schnelle hintereinander.”, „Spring, spring, spring.”, „Drehschlag, wenn du sie am Seil hast.”

Ania führt artig aus, was der Coach ihr anweist - und am Ende steht der Erfolg. Mit 3:0-Richterstimmen wird Ania Fucz der Weltmeistergürtel überreicht, auf den Schultern ihres Trainers dreht sie eine Ringrunde und vergisst auch nicht, sich bei den Zuschauern zu bedanken: „Das ist Wahnsinn. Ihr habt bestimmt da unten genau so geschwitzt, wie wir hier oben.”

Niemand widerspricht. Dennoch: Das Schwitzen, zurückgelehnt auf einem Stuhl, ist für die meisten der Augenzeugen sicherlich angenehmer als dort oben im Ring.
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