Rottach-Egern - Wird Christensen ein zweiter Hazard?

Wird Christensen ein zweiter Hazard?

Von: Marc Basten
Letzte Aktualisierung:
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Wie wird‘s für Andreas Christensen laufen in seinen zwei Jahren bei Borussia? Foto: Niklas Kirchhofer

Rottach-Egern. Als bislang letzter Neuzugang von Borussia Mönchengladbach hat sich Andreas Christensen der Reisegruppe angeschlossen, die seit Montag im mondänen Rottach-Egern am Tegernsee residiert. Ein Kulturschock ist das für den 19-jährigen Dänen nicht, schließlich hat er zuletzt beim ruhmreichen FC Chelsea in London gespielt. Und bei den „Blues“ ist vieles größer als anderswo.

Doch Christensen ist nicht am Tegernsee, um die Atmosphäre zu genießen. Es geht für ihn darum, sich ins Schaufenster zu stellen und auf sich aufmerksam zu machen. „Ich will spielen“, sagt er mit spürbarem Selbstvertrauen. Für zwei Jahre hat die Fohlenelf sich die Dienste des Skandinaviers gesichert, den Englands Presse schon mal als „Chelsea‘s Wonderkid“ betitelte. Mit 16 Jahren verließ er seinen Heimatklub Bröndby und heuerte an der ehrwürdigen Stamford Bridge in London an. Damals rissen sich die Interessenten um ihn, doch Chelsea stach Konkurrenten wie Manchester aus.

Mit achtzehn absolvierte Christensen die ersten drei Pflichtspiele unter José Mourinho und wurde bereits zweimal in der dänischen A-Nationalelf eingesetzt. Dass dieser hochgehandelte Jungprofi nun in Mönchengladbach spielt, erscheint auf den ersten Blick überraschend, ist jedoch Teil der Karriereplanung. „Die Idee dahinter ist, dass ich Spielpraxis auf hohem Niveau sammeln kann“, erklärt Christensen.

Dass seine Wahl auf Mönchengladbach fiel, lag zum einen an den guten Kontakten, den die Borussen mit Chelsea nicht zuletzt nach dem Leih- und Kaufgeschäft mit Thorgan Hazard pflegt. Zum anderen ist da die sportliche Situation bei der Fohlenelf. „Dass Borussia Champions League spielt, hatte ich schon im Hinterkopf“, gibt Christensen zu. Auch Lucien Favre ist ein wichtiger Faktor. „Er arbeitet viel mit jungen Leuten und entwickelt sie. Das war ebenfalls ein Grund, mich für Mönchengladbach zu entscheiden.“

Die Integration dürfte unproblematisch sein, versteht er doch aus Schulzeiten Deutsch und traut sich zu, das in ein paar Monaten ausreichend sprechen zu können.

Bleibt die Frage, ob und wo Lucien Favre dem Youngster die gewünschte Spielpraxis gewähren wird. Bei Chelsea und der dänischen U 21-Nationalelf war er als Innenverteidiger im Einsatz. „Das ist meine bevorzugte Position“, bestätigt er. Doch er kann ebenso auf der Seite verteidigen als auch im defensiven Mittelfeld spielen. Und da könnte er bei Borussia eingeplant sein, wie Max Eberl kürzlich bemerkte. Schließlich hat Eberl mit Nico Elvedi (18) einen weiteren hochtalentierten Youngster geholt, der die Innenverteidigung ergänzen und verstärken soll.

Möglicherweise werden die beiden sogar mal als Duo in der Innenverteidigung spielen, denn Kapitän und Abwehrchef Martin Stranzl (35) bereitet weiter Sorgen. Zwar trainierte er am Mittwoch erstmals mit der Mannschaft, doch „wir müssen die Entwicklung genau beobachten“, sagt Max Eberl. „Wir haben einen guten Kader mit einer auch von der Altersstruktur passenden Mischung. Aber es gibt sicher drei oder vier Spieler, die uns nicht wegbrechen sollten. Dazu gehört natürlich auch Martin.“

Für den Fall der Fälle kündigte Eberl an, „noch mal reagieren zu müssen“. Doch der „Markt ist überhitzt“, wie der Sportdirektor anmerkt. Daher könnten die Youngster Christensen und Elvedi eine Option sein. Optisch passen sie mit jeweils 1,88 Meter Körpergröße gut zueinander. Dass sie noch so jung sind, ist kein Ausschlusskriterium. Beide gehören nicht zur Kategorie von Nachwuchsspielern, die langsam herangeführt werden müssen. Sie sollten in der Lage sein, sofort „oben“ zu spielen. „Ich habe das ganze letzte Jahr mit der ersten Mannschaft von Chelsea trainiert“, sagt Christensen. „Natürlich bin ich bereit, und es ist mein Ziel, hier bei Borussia so viel wie möglich zu spielen.“

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