Wegberg nimmt sich viel vor, setzt aber nur wenig um

Von: André Nückel
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Grund zum Jubeln gab es nur bei den Gastgebern, den Gästen aus Wegberg-Beeck blieben nur betretene Gesichter. Foto: Noah Wedel

Rödinghausen/Wegberg-Beeck. Der FC Wegberg-Beeck hatte sich vor dem zehnten Auswärtsspiel in der Fußball-Regionalliga wieder viel vorgenommen. Endlich sollte in der Fremde die erste Duftmarkte gesetzt werden, doch beim SV Rödinghausen gab es stattdessen die nächste Lehrstunde.

Lediglich einmal ließ der Gast, der über 260 Kilometer anreisen musste, in der Offensive aufhorchen: David Azin lupfte den Ball über die Hintermannschaft und fand Enzo Wirtz, der mit einem strammen Schuss das siebte Tor des Tages erzielte (87. Minute). In der Gesamtabrechnung ist dieser Treffer allerhöchstens Ergebniskosmetik, denn Rödinghausen gewann mit 6:1 (3:0). „Wir sind heute auf einen übermächtigen Gegner getroffen, der mit uns Katz und Maus spielte. Wie bei Tom und Jerry“, gestand ein gefasster Friedel Henßen nach der ersten Rückrundenbegegnung ein. Die Anfangsminuten prognostizierten einen einseitigen Spielverlauf.

Im Häcker-Wiehenstadion bewegte Rödinghausen Kugel und Gegner nach Belieben. Laut Statistikbogen hatten die Hausherren 72 Prozent Ballbesitz, gefühlt war dieser Wert noch höher. Die größte Stärke des verdienten Siegers war jedoch eine andere: im richtigen Moment die Schnittstelle zu finden. Alexander Jansen, der vor dieser Begegnung nur in der Kreisliga-A-Reserve zum Einsatz kam, ersetzte Simon Küppers (Urlaub) in der Viererkette. Der 20-Jährige machte im Duo neben Patrick Ajani eine unglückliche Figur als Innenverteidiger, denn immer wieder luden Lücken den Kontrahenten zu Chancen ein.

Der überragende Stefan Langemann eröffnete den Torreigen allerdings durch einen Standard. Nach sechs Minuten zirkelte er einen Freistoß aus 20 Metern unhaltbar in den Knick. Durch einen Bauerntrick (23.) und einen Abstauber (44.) schnürte der Flügelstürmer noch vor der Halbzeit seinen lupenreinen Hattrick. Für den unauffälligen Arian Berkigt kam im zweiten Durchgang Azin in die Partie. Henßen beorderte einen zusätzlichen Mann in das Mittelfeld, um die Räume zuzustellen, aber das gelang nicht. Rödinghausen zog das Tempo an, ließ aber zahlreiche Hochkaräter liegen. Das Fehlen der Stammkräfte Küppers, Johannes Walbaum (Zerrung) und Danny Richter (Erkältung) machte sich in allen Phasen bemerkbar.

Dass die Niederlage weitaus höher hätte ausfallen können, weiß auch Trainer Henßen: „Da können wir uns dann bedanken, dass Rödinghausen in den ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte zwei, drei Großchancen vergeben hat.“ Das Arbeitszeugnis für seine Truppe fällt dementsprechend aus: „Von dem, was wir uns vorgenommen hatten, hat nichts geklappt.“

Langemann umkurvte Patrick Nettekoven, der sich in einigen Situationen auszeichnen konnte, und erhöhte nach einer Stunde auf 4:0. Im Anschluss überlief Rödinghausen noch mehrmals die Verteidigung des FCW und machte durch Lennart Madroch (69.) sowie Sebastian Jakubiak (82.) das halbe Dutzend voll.

Statt des ersten Zählers vor gegnerische Kulisse setzte es die zehnte Niederlage im zehnten Anlauf. Mit einem Torverhältnis von 3:36 belegt der FC Wegberg-Beeck auch in der Auswärtstabelle abgeschlagen den letzten Rang.

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