Weg nach Melbourne führt über Aachen

Von: Roman Sobierajski
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Fotomodell im Nebenjob, im Hauptberuf nach der Finalniederlage in Eckental in der vergangenen Woche nun auch beim Aachener ATP-Turnier Zweiter: Tennisprofi Dustin Brown. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Manchmal ist ein Abstecher nach Aachen der kürzeste und sicherste Weg von den USA nach Australien. Viele Turniere sind nicht mehr zu spielen, und Rajeev Ram, der Sieger von Newport, hatte sich ausgerechnet, dass ihn ein Sieg bei den Lambertz Open sicher unter die Top 100 und damit ins Starterfeld bei den Australien Open bringen würde.

Der Plan ging auf: Der topgesetzte Amerikaner entschied ein superenges Finale, das dreimal in den Tiebreak gehen musste, gegen den Jamaikaner Dustin Brown für sich und sicherte sich somit den Sieg bei der 19. Auflage des Turniers.

Viele Ballwechsel bekamen die Zuschauer zunächst nicht zu sehen - beide Spieler brachten mühelos ihre starken Aufschlagspiele durch. Ram hatte damit bereits im Halbfinale den an Nummer drei gesetzten Daniel Brands ausgeschaltet, der in der kommenden Saison voraussichtlich für den TK Kurhaus aufschlagen wird. „Rastaman” Brown, der in den vergangenen Jahren an den Turniertagen noch im Campingwagen logierte, hatte in einem leidenschaftlichen Match dem Belgier Ruben Bemelmans keine Chance gelassen.

Im ersten Tiebreak erwischte der Amerikaner den wesentlich besseren Start. Leichte Fehler des in Celle geborenen Jamaikaners ließen Ram schnell fast uneinholbar 5:1 in Führung gehen. „Meine Fresse, was für ein Tiebreak.” Du bist meilenweit weg”, haderte Brown mit dem Schicksal.

Das Schicksal sah dann im Tiebreak des zweiten Satzes für den 24-Jährigen wesentlich freundlicher aus. Publikumsliebling Brown ging bei 4:3 erstmals in Führung, mit einem Ass im zweiten Aufschlag bei 5:4 erneut - und bezwang seinen Gegner endgültig beim Stand von 6:5 mit einem Traumlob auf die Grundlinie.

„Ich habe während des gesamten Matches mein bestes Tennis gezeigt und mir deshalb auch keine Sorgen gemacht”, bekannte Ram. Der dritte Satz brachte für Spieler und Publikum eine aufregende Neuerung: Nach 24 Spielen folgte direkt zu Satzbeginn das erste Break. Rajeev Ram zog 2:0 davon, doch wer erwartet hatte, dass zumindest dieser Satz ohne Tiebreak entschieden würde, sah sich getäuscht, denn Brown konnte zum 2:2 ausgleichen.

Und erneut machte der Amerikaner Nägel mit Köpfen, brachte sich mit dem Minibreak im ersten Service schnell in Vorteil, den er in der Folge noch ausbaute. Nach dem erneuten 7:2 im Tiebreak riss der stille indisch-stämmige Spieler jubelnd am Netz die Arme hoch. Weit über zwei Stunden waren in diesem „toughen Match”, wie Ram sagte, gespielt. Auf dem Weg nach Australien nur ein kurzer Zwischenstopp.
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