Aachen - Volleyball-Liga nimmt Querelen gelassen hin

Volleyball-Liga nimmt Querelen gelassen hin

Von: Roman Sobierajski
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Steht der Ball noch im Mittelpunkt? Alemannias Vorstand und Abteilungsverantwortliche vermitteln ein anderes Bild. Foto: imago/Eibner

Aachen. Es dürfte wohl nur wenige Profiligen geben, die so viel Langmut und Gelassenheit aufbringen, wie die Deutsche Volleyball-Liga (DVL). Auch wenn Aachens Volleyballerinnen sportlich abgestiegen sind, nur durch den guten Willen der DVL in der höchsten Spielklasse verbleiben können und am Montag die Frist für den Nachweis der wirtschaftlichen Grundlage abgelaufen ist.

 „Der Stand für uns ist weiterhin, dass wir darauf warten, für welche Option man sich entscheidet“, erklärt Daniel Sattler, bei der DVL Koordinator für die Öffentlichkeitsarbeit. Dem Verein werde auch „jetzt nicht die Rote Karte gezeigt“, so Sattler weiter. Es werde nur eine Strafgebühr von 125 Euro pro fehlender Unterlage in Rechnung gestellt.

Die Optionen für die Liga sind: Der (unwahrscheinliche) Verbleib bei der Alemannia oder der (wahrscheinliche) Wechsel zum PTSV (Post Telekom Sport Verein) Aachen. „Wir sind einfach bemüht und sehr stark daran interessiert, diesen Volleyball-Standort zu erhalten, wir handeln da sehr pragmatisch“, sagt Sattler.

Pragmatisches Handeln dürften sich auch der Alemannia-Vorstand um Vize-Präsident Helmut Kutsch, Schatzmeister Oliver Laven und Dr. Christoph Terbrack (Beisitzer)auf der einen Seite und die Volleyball-Verantwortlichen auf der anderen Seite bescheinigen – auch wenn die Sicht der Dinge weit auseinander liegen. Dass das Tischtuch zwischen der Alemannia und der Volleyball-Abteilung nun endgültig in Fetzen hängt, hat für den Vorstand den Auslöser in einer Abbuchung der Abteilung vom Vereinskonto über 1307 Euro für neue Spielerpässe (wir berichteten). „Die 190 Spielerpässe verlängern sich für fünf Jahre, waren aber längst nicht alle abgelaufen“, erklärt Oliver Laven. Der Verdacht dahinter: Die „frischen“ Pässe sollten auf Alemannia-Kosten mit zum PTSV Aachen genommen werden. Die Reaktion des Vorstands ließ nicht lange auf sich warten, die Abbuchung wurde zwei Tage später wieder storniert.

Von Seiten der Volleyballer steht die Behauptung im Raum, der Verein habe zwar vom Abteilungskonto abgebucht, um Sozialabgaben zu begleichen, wie aus einem der Redaktion vorliegenden Schriftstück hervorgeht. Doch bis Anfang letzter Woche hätten immer noch nicht die Unbedenklichkeitsbescheinigungen der Berufsgenossenschaft und der Krankenkassen – notwendig für die Lizenzierung – vorgelegen, so dass ein plötzlich forcierter Wechsel zum PTSV eine Art „Notwehr“ sei, um überhaupt noch in der kommenden Saison in der Bundesliga antreten zu können. „Wir haben da keine Schulden mehr, alles ist bezahlt worden“, erklärt hingegen Vize-Präsident Helmut Kutsch. Wann dies genau geschehen sei, könne er allerdings nicht sagen.

Gelder sichergestellt

Mit dem Tohuwabohu in der Alemannia-Buchführung hat seit seinem Amtsantritt im Mai vergangenen Jahres auch Oliver Laven als Schatzmeister zu kämpfen. „Ich weiß, dass wir hinterher sind, aber alle Forderungen, die auftauchen, werden auch beglichen.“ So hat Laven zur Risikoabsicherung einer ausstehenden Forderung von Luc Humblet – Trainer der „Ladies in Black“ bis Mai 2009 (!) – einen Teilbetrag bei der Abteilung abgebucht. Zudem seien die Gelder auf dem Abteilungskonto sichergestellt und den Verantwortlichen der Zugang gesperrt worden. „Wir bestimmen jetzt, was bezahlt wird und was nicht mehr“, erklärt Helmut Kutsch.

Den im Raum stehenden pikanten Vorwurf, der Verein habe zwar Gelder von der Volleyball-Abteilung genommen, aber für andere Zwecke verwendet, weist der Alemannia-Schatzmeister von sich. „Von unserer Seite aus hat es keine unrechtmäßigen Abbuchungen gegeben“, erklärte Laven.

Trotz mehrfacher Versuche waren am Montag weder Bundesliga-Obmann Reinhard Strauch noch Ralph Kranzhoff, bei den Volleyballerinnen zuständig für Sponsoring und Marketing, für eine Stellungnahme erreichbar.

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