TTC Indeland Jülich: Schlechtester Tabellenplatz der letzten 40 Jahre

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Funktionieren in dieser Saison nicht wie erhofft zusammen: Lauric Jean (links) und Ewout Oostwouder. Foto: Günther Kròl

Jülich. In dieser Saison hat sich der TTC Indeland Jülich „40 Jahre Leistungssport, Nachwuchsförderung und Integration“ auf die Fahnen geschrieben. Nach Abschluss der Hinrunde scheinen die Ziele in Sachen Nachwuchsförderung und Integration mehr als nur erfüllt, doch in Sachen Leistungssport ist der renommierte Jülicher Tischtennisverein, der insgesamt vier große, europäische Titel ins Indeland holte, etwas ins Hintertreffen geraten.

Der siebte Tabellenplatz in der 2. Tischtennis-Bundesliga ist der schlechteste Tabellenplatz nach Abschluss der Hinrunde in den letzten 40 Jahren. Jörg Sauer sprach mit dem TTC-Cheftrainer Miroslav Broda und dem Manager Arnold Beginn über die Situation bei den Indeländern.

Herr Broda, wie zufrieden sind Sie mit dem Abschneiden nach der Hinrunde?

Broda: Das ist die ausgeglichenste Liga, die ich jemals gesehen habe. Wir sind zwei Punkte von einem Aufstiegsplatz und nur einen Punkt von einem Abstiegsplatz entfernt. Wenn man bedenkt, dass wir in der Hinrunde fast in jedem Spiel kleine oder mittelgroße Verletzungsprobleme hatten und wir einige Spiele sehr knapp verloren haben, kann man mit dem Abschneiden zufrieden, aber natürlich nicht begeistert sein. Neben den Verletzungsproblemen kamen ja auch noch unerwartete Schwächen in den Doppeln dazu.

Warum kam es zu diesen unerwarteten Problemen im Doppel?

Broda: Ich kann dies auch nicht genau sagen. In der vergangen Saison hat die Paarung Jean/Oostwouder perfekt funktioniert, dieses Jahr wirkten sie teilweise wie zwei Fremdkörper. Wir arbeiten ja immer noch daran, die perfekten Paare zu finden.

Herr Beginn, die Probleme, die durch die Verletzungen der Spieler entstanden sind, waren programmiert. Sie haben nur vier Profis verpflichtet, die allesamt international unterwegs sind und deswegen unter einer enormen Doppelbelastung stehen. Warum haben Sie keinen Ersatzspieler verpflichtet?

Beginn: Ich gebe zu, dass das Risiko sehr hoch war. Wir hatten ja mit Chen Hongyu einen weiteren Spieler verpflichtet, der auf Grund von Komplikationen bei der Meldung nicht für die erste Mannschaft spielberechtigt wurde. Aber ich habe daraus gelernt, so dass wir in der nächsten Saison fünf Profis engagieren werden. Aber dies ist natürlich auch immer eine Kostenfrage.

Was waren für Sie die Highlights der Hinrunde und was die größten Enttäuschungen?

Beginn: Der 6:3-Sieg in Saarbrücken war mit Sicherheit die stärkste Leistung der Hinrunde und auch der Sieg, der mich am meisten überrascht hat, schließlich haben wir einen Tag zuvor noch mit einer desolaten Leistung in Ober-Erlenbach verloren. Aber noch schlimmer als die Niederlage in Ober-Erlenbach war die 0:6-Heimpleite am letzten Spieltag gegen Bad Königshofen.

Herr Broda, welche positive Entwicklung hat Ihre Mannschaft in der Hinrunde gemacht?

Broda: Keine.

Welche Konsequenz hat dies für die Rückrunde?

Broda: Wir werden die Mannschaft wieder umstellen. Hermann Mühlbach wird wieder ins obere Paarkreuz rutschen, und Yoshihiro Ozawa wird unten gemeldet.

Herr Beginn, die mittelprächtigen Ergebnisse der Hinrunde werden mit Sicherheit auch personelle Konsequenzen für die kommende Saison zur Folge haben. Von welchen Spielern werden Sie sich trennen? Welche Verträge möchten Sie verlängern?

Beginn: Hermann Mühlbach hat verlängert. Darüber hinaus steht noch nichts fest, aber wir würden gerne einen Spitzenspieler für die Zweite Liga hinzuholen, um dann mit fünf Profis in die Saison zu gehen. Grundsätzlich fühle ich mich allen aktuellen Spielern gegenüber verpflichtet, aber der ein oder andere Spieler muss finanzielle Abstriche machen, um weiter beim TTC zu spielen.

Herr Broda, welche Erwartungen haben Sie für die Rückrunde?

Broda: Es ist alles offen. Da es so knapp ist, geht die Saison quasi von vorne los. Wir wollen möglichst weit nach oben kommen, aber der Klassenerhalt ist natürlich das Primärziel.

Herr Beginn, welche langfristigen Ziele haben Sie mit dem TTC? Steht der Aufstieg in die Erste Bundesliga auf der Agenda?

Beginn: Der Aufstieg in die Erste Liga gehört nicht zu den wichtigsten Zielen des Vereins. Wir wollen weiterhin unsere ohnehin schon erstklassige Nachwuchsarbeit verbessern, weiterhin zur Integration beitragen und uns verstärkt den sozialen Aufgaben widmen.

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