Tristesse am Rhein: Keine Punkte, keine Zuschauer

Von: Carsten Lappe und Mareike Scheer, dpa
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Kölner Haie
Den Kölner Haien laufen die Zuschauer weg. Foto: dapd

Düsseldorf/Köln. Ruhmreiche Vergangenheit, triste Gegenwart, unsichere Zukunft: Die Eishockey-Altmeister DEG Metro Stars und Kölner Haie laufen den eigenen Ansprüchen auch in der neuen Saison hoffnungslos hinterher.

Anstatt endlich wieder oben anzugreifen, liegen die rheinischen Rivalen nach elf Spielen gleichauf am Tabellenende und beklagen einen kräftigen Zuschauerschwund.

„Wir haben einige Probleme zurzeit. Das ist nicht das, was wir uns erhofft haben”, sagte DEG-Geschäftsführer Lance Nethery der Nachrichtenagentur dpa am Montag. Vor dem Spiel am Dienstag in Hannover genießt der neue DEG-Coach Jeff Tomlinson dennoch das Vertrauen. „Er lässt einen neuen Stil spielen, das braucht immer seine Zeit. Wir verfallen nicht in Panik”, sagte Nethery.

In der vergangenen Saison schmiss der Kanadier den damaligen Coach Harold Kreis vor Beginn der Playoffs nach einer Niederlagenserie überraschend raus und übernahm selbst das Kommando. Ohne Erfolg. Im Viertelfinale kam das Aus gegen Wolfsburg. Der Trend setzt sich nun nahtlos fort. „Derzeit ist irgendwie der Wurm drin”, klagte Routinier Daniel Kreutzer.

Gemeinsam mit Iserlohn kassierte der achtmalige deutsche Meister die meisten Gegentore in der DEL. Dazu kommen bereits sechs Gegentore in Überzahlsituationen und erst ein gewonnenes Heimspiel. „Das ist für jede Mannschaft der Welt tödlich, wenn sie Zuschauer haben will”, sagte Nethery. Allein aus wirtschaftlicher Sicht muss die Mannschaft schnell den Hebel umlegen, denn die Zuschauerzahlen sind alarmierend. Mit bislang 4112 Zuschauern im Schnitt hinkt die DEG der Kalkulation von 5800 Fans deutlich hinterher.

Noch frappierender ist der Schwund rund 40 Kilometer weiter südlich. Dort haben die Haie zwar mehr Fans pro Spiel, der Trend ist aber eindeutig negativ. Verfolgten das erste Heimspiel gegen Ingolstadt noch 10.098 Fans, so waren es zuletzt gegen Berlin nur noch 7512. Da die Dauerkarteninhaber mit eingerechnet werden, ist diese Zahl sogar noch geschönt.

Dennoch müssen die Haie, die im Frühjahr und Sommer lange um ihren Fortbestand kämpfen mussten, aktuell nicht um den Spielbetrieb bangen. Der ist durch neue Investoren gesichert. Nachhaltig ist dies aber nicht. Bei den Fans geht die Angst um, dass die Geldgeber bei anhaltender Erfolglosigkeit die Lust verlieren. Jan Broer, Gesellschafter der Firma Compugroup, äußerte sich bereits wenig leidenschaftlich: „Die Buchhaltung haben wir übernommen. Das machen wir bei 97 Firmen. Die Haie sind jetzt Nummer 98.”

Längst haben die Haie das Heft nicht mehr alleine in der Hand. Wichtige Entscheidungen wie ein Trainerwechsel kann Geschäftsführer Thomas Eichin nur nach Rücksprache mit den Investoren treffen, die zugleich Druck machen können. Broer verdeutlichte bereits, dass die Geduld mit Trainer Bill Stewart nicht endlos ist: „Es ist eine gute Frage, wie lange man sich das noch antun kann.”
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