Trainer Peter Stöger sieht verstärkten Konkurrenzkampf im Kader

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Das Geld für Kracher ist nicht da. FC-Trainer Peter Stöger hofft deshalb, seine Spieler besser machen zu können. Foto: sport/eibner

Kitzbühel. Aufsteiger 1. FC Köln beendet am Freitag sein zweites Trainingslager. In Kitzbühel feilte Trainer Peter Stöger verstärkt an den technisch-taktischen Fähigkeiten seiner Profis. Stürmer Patrick Helmes musste wegen einer Verletzung vorzeitig nach Köln zurück.

Beim 30-Jährigen wurde in der Kölner MediaPark-Klinik ein Knorpelschaden an der linken Hüfte diagnostiziert, der konservativ behandelt werden soll. Dennoch zog der FC-Coach ein positives Fazit des Trainingslagers. Mit dem Österreicher sprach Michael Krämer.

Wie fällt Ihr Zwischenfazit der Vorbereitung aus?

Stöger: Bis auf die verletzten Spieler läuft es ziemlich gut. Wir haben ziemlich viele Dinge, die wir umsetzen wollten, erreicht. Etwa im körperlichen Bereich. Jetzt gehen wir langsam vermehrt in den taktischen Bereich und versuchen in Spielformen umzusetzen, wie wir verteidigen und angreifen wollen. In den verbleibenden zwei Wochen geht es dann um die Spritzigkeit und das taktische Verständnis. Die Mannschaft geht sehr konzentriert ans Werk, damit bin ich sehr zufrieden.

Wie haben sich die Neuzugänge bislang integriert?

Stöger: Sie sind gut aufgenommen worden. Das ist in der Mannschaft nicht ganz so schwierig. Aber ich glaube, es wird schon ein wenig mehr gespürt, dass es eine Drucksituation für alle ist, dass es anders ist als im Vorjahr. Das heißt aber nicht, dass sie nicht gut miteinander umgehen. Das Wichtigste ist, dass sie sich wohlfühlen und das Gefühl haben, den richtigen Schritt gemacht zu haben.

Die Spieler wirken sportlich alle auf einem recht ähnlichen Niveau. Es wird enge Entscheidungen in der Auswahl der Startelf geben. Auch eine charakterliche Prüfung für die Mannschaft?

Stöger: Das wird für uns alle eine Prüfung werden, das stimmt zu 100 Prozent. Wir haben im vorigen Jahr einen perfekten Teamspirit gehabt. Damals hatten wir trotzdem zwei, drei knappe Entscheidungen pro Woche. Das werden jetzt mehr, das ist klar. Und das heißt, dass alle dranbleiben und mitziehen müssen wie im Vorjahr. Und das ist dann auch eine Charakterfrage. Der Zusammenhalt wird eine der wichtigsten Säulen für den sportlichen Erfolg.

Der Klub hat keine Spieler geholt, die große Bundesliga-Erfahrung vorweisen und sofort als Stütze der Mannschaft auftreten können. Die Breite des Kaders ist viel stärker geworden, Kapitän Miso Brecko hat aber betont, man müsse erst einmal sehen, ob die Startelf viel besser als im Vorjahr ist. Wie beurteilen Sie das?

Stöger: Ich glaube, dass die Stammmannschaft der vorigen Saison ihr Potenzial noch nicht ausgeschöpft hat, wenn die Konkurrenzsituation hochgehalten wird. Und man hat zwei Möglichkeiten, Qualität in die Mannschaft zu bringen. Man holt außergewöhnliche Spieler, die einen Haufen Geld kosten. Das ist aber nicht da. Die zweite Möglichkeit ist, dass man Spieler mit guter Qualität holt, die je nach Verfassung ein bisschen besser oder ein bisschen schlechter sind und sich jeden Tag messen müssen. Nach meiner Erfahrung entwickeln sich Spieler so weiter und werden besser. Deswegen ist aber auch noch überhaupt nicht klar, ob alle Neuzugänge von Beginn an spielen werden oder ob gar keiner spielt. Es ist beides möglich. Momentan, und von Verletzungen einmal abgesehen, habe ich fünf, sechs Spieler für die erste Elf im Kopf.

Wie gehen die Spieler mit der Konkurrenz um?

Stöger: Es war für alle Neuen klar, dass sie Spieler sind, denen wir zutrauen, in der Bundesliga zu spielen. Sonst hätten wir sie nicht geholt. Und den Jungs, die schon da waren haben wir gesagt, dass wir wissen, wie sie ticken, sie deshalb aber keinen Fixposten haben. Es ist eine andere Aufgabe. Die Konkurrenz ist eröffnet, jeder muss sich zeigen, dann werden wir sehen, was dabei rauskommt. Aber ich bin davon überzeugt, dass man über die Arbeit besser wird.

Lucas Cueto hat in Kitzbühel überzeugt und auch auf der linken Außenbahn gespielt. Hätte man ihn in hierbehalten können?

Stöger: Es war klar, dass er zur U 21 fährt. Und bei Lucas muss man die Kirche im Dorf lassen. Man darf nicht glauben, dass er für uns die Punkte gegen den HSV holt und er jetzt der Heilsbringer ist. Das würde vor allem ihm schaden. Es läuft alles im normalen Maß. Wir haben ihn hochgeholt und beobachtet und ihn mitgenommen, weil wir natürlich sehen, welche Anlagen er hat. Aber er muss auch noch sehr viel lernen. Wie er sein Spiel nach vorn interpretiert, ist wunderbar. Aber es wurde ihm bislang wenig darüber erzählt, was es nach hinten auch zu tun gibt. Wenn er auf Spieler wie David Alaba trifft, könnte das eventuell zum Problem werden. Aber wir sind sehr zufrieden mit ihm. Er hat hier eine echte Talentprobe abgeliefert und wird ja auch wieder zu uns zurückkehren.

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