TK Kurhaus schlägt Blau-Weiß Neuss klar 6:0

Von: Roman Sobierajski
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Leicht angeschlagen – und dennoch eine Bank auf der Spitzenposition: Florian Mayer verabschiedete sich mit einem Sieg für den TK Kurhaus für diese Saison. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Eigentlich sah alles nach einem Sonntagsspaziergang aus für den TK Kurhaus Aachen, der am siebten Spieltag der Tennisbundesliga Blau-Weiß Neuss empfing: Neuss reiste beim Deutschen Meister mit Gerard Granollers-Pujol als Spitzenspieler an.

Geführt wird der Spanier als Nummer acht im 15-köpfigen Kader der Neusser. Weiter waren am Start Stefan Seifert (10), Kevin Deden (12), Sascha Klör (13) und Marius Zay. Doch der Spaziergang geriet eher zu einem Gewaltmarsch, auch wenn das Ergebnis von 6:0 vor knapp 1200 Zuschauern einen etwas anderen und vor allem klareren Verlauf vortäuscht.

Als exemplarisch mag das letzte und Match-entscheidende Einzel von Simon Greul gegen den Neusser Kevin Deden für das verbissene Ringen herhalten. Der 75. der Deutschen Rangliste lag gegen Greul bereits mit 2:5 in ersten Satz hinten, konnte die Nummer drei im Aachener Aufgebot allerdings mit einem Break noch in den Tiebreak zwingen. Auch im zweiten Durchgang lag „Mister Bundesliga“ in der insgesamt zweieinhalbstündigen Partie mit 4:3 vorn und hatte zwei Breakchancen, konnte sie aber nicht nutzen.

Als Simon Greul beim Stand von 5:5 seinen Schläger wutentbrannt auf den Boden schleuderte und komplett vernichtete, folgte zwar prompt die Verwarnung durch den Schiedsrichter, aber Greul brachte sich selbst auf die Siegerstraße. Dem Break zum 7:5 folgte der Champions Tiebreak, den der Kurhaus-Spieler erst souverän anführte und letztlich knapp mit 10:8 für sich entschied. „Ich muss nicht immer Champions Tiebreak spielen“, meinte Greul erleichtert. „Aber ich konnte nicht den nötigen Druck aufbauen und habe zum Glück gewonnen.“

Zeitgleich absolvierte Florian Mayer sein wegen der Top 30-Regelung letztes Einzel für Aachen – und erwies sich als großer Sportsmann. Trotz zweier Nächte mit Magen-Darm-Problemen setzte sich Mayer in zwei Sätzen gegen Gerard Granollers-Pujol durch und offenbarte erst anschließend seine Probleme: „Mir ging es zwar nicht so gut, aber man will im Vorfeld ja nicht nach Ausreden suchen. Schade, dass ich in diesem Jahr nicht mehr zum Einsatz kommen darf, aber ich freue mich schon auf nächste Saison.“

Erneute Probleme hatte auch Andreas Beck, der schon wie gegen Bremerhaven nur schwer in die Partie fand und gegen Stefan Seifert – 382. der ATP-Weltrangliste – den ersten Satz abgab und sich dann erst im Verlauf des zweiten Durchgangs fing und letztlich den Champions Tiebreak souverän mit 10:3 für sich entscheiden konnte. „Ich bin wirklich erleichtert“, gestand Beck anschließend ein. „Ich habe wirklich nicht gut gespielt und mich verunsichern lassen.“

Das gleiche Schicksal teilte auf Platz fünf auch Cedrik-Marcel Stebe gegen einen Gegner, der ebenfalls nicht mehr von der ATP geführt wird. Doch Sascha Klör machte in einer nicht sonderlich hochklassigen Partie Stebe das Leben und das Gewinnen schwer und trieb den Kushaus-Spieler ebenfalls (erfolglos) in den Champions Tiebreak.

Da jedes Match im Kampf um die Meisterschaft für den Tabellenführer zählt, wurden auch die Doppel prominent besetzt. Da beide Partien an die Hausherren gingen, konnte der TK Kurhaus seinen Vorsprung auf den kommenden Gegner – den ebenfalls ungeschlagenen TC Blau-Weiß Halle auf vier Matchpunkte ausbauen, da der Verfolger nur zu einem 4:2-Sieg beim TC Bruckmühl-Feldkirchen kam.

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