TK Kurhaus: Arriens strebt sechsten Meistertitel an

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Das Ziel ist klar: Trainer Carsten Arriens will mit dem TK Kurhaus erneut den Meisterpokal der Tennisbundesliga nach Aachen holen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Fünf Mal ist der Name TK Kurhaus Aachen bereits in den Pokal für den Deutschen Meister im Mannschaftstennis eingraviert. Nach den Erfolgen in den Jahren 2008 und 2009 sowie zwischen 2011 und 2013 startet das Lambertz-Team erneut den Angriff auf den Titel. Vor dem Saisonauftakt am Sonntag sprach Roman Sobierajski mit dem Aachener Trainer Carsten Arriens über Aussichten und Erwartungen.

In der anstehenden Saison gibt es keine Chance, sich in der Liga zu akklimatisieren. Sie müssen bereits am ersten Spieltag beim Mitfavoriten in Mannheim antreten. Ein Showdown direkt zum Auftakt?

Arriens: Unser Hauptsponsor war mit der Auslosung auch nicht unbedingt glücklich, aber man kann halt nicht alle Wünsche bezüglich der Spielplangestaltung berücksichtigen. Mannheim hat eine starke Mannschaft, wir haben ein starkes Team. Und so kommt es eben zu dieser vorentscheidenden Partie zum Auftakt. Aber beide Teams haben das gleiche Problem, dass die Topspieler in Wimbledon aktiv sind. Am dritten oder vierten Spieltag wäre die Besetzung einfacher zu planen und für die Liga wohl auch besser gewesen.

Wer steht denn von den Kurhaus-Spielern überhaupt zur Verfügung, wenn man die Unwägbarkeit Wimbledon außer Acht lässt?

Arriens: Wir haben eigentlich eine riesige Auswahl und stehen auch mit allen in Kontakt von Philipp Kohlschreiber über Florian Mayer, Steve Darcis, Aljaz Bedene, von Pablo Cuevas über Roberto Bautista-Agut bis hin zu Philipp Petzschner. Wir werden also die besten Spieler einsetzen können, die am Wochenende nicht mehr im Turnier in Wimbledon sind.

Da Kohlschreiber und Mayer in der ersten Runde bereits ausgeschieden sind, stehen sie für die Auftaktpartie zur Verfügung ?

Arriens: Ja, das ist die Absprache, so hat sich Kohlschreiber auch in Wimbledon geäußert.

Nach dem Rückzug von Rot-Weiß Erfurt aufgrund des Todes des Hauptsponsors hat der TK Kurhaus also zwei Mitbewerber im Kampf um den Titel.

Arriens: Mannheim und Halle gehören immer zum engeren Favoritenkreis. Aber es gibt auch einige Teams, bei denen man vor Saisonbeginn nicht genau abschätzen kann, wohin die Reise geht. Dazu zähle ich Gladbach und Düsseldorf, die gefährlich werden können, wenn sie über die gesamte Saison hinweg ihr Potenzial an den Start bringen.

Das Projekt Titelverteidigung ist im vergangenen Jahr auch am erheblichen Verletzungspech gescheitert. Allein der komplette Ausfall vom Florian Mayer war schon sehr gravierend.

Arriens: Halle hat den Titel in der vergangenen Saison auch verdient gewonnen, weil sie im entscheidenden Spiel voll da waren. Aber die Verletzungen waren auf unserer Seite schon ein riesiger Faktor, der uns eingeschränkt hat. Wir haben in dieser Saison darauf geachtet, auch auf den hinteren Positionen besser besetzt zu sein, um gegen mögliche Ausfälle besser gewappnet zu sein.

Mit Andreas Seppi hat der TK Kurhaus aber auch einen Spitzenspieler verpflichtet, der knapp hinter den Top 30 rangiert und somit nicht zwangsläufig bei den Masters-Turnieren in den USA antreten muss.

Arriens: Andreas Seppi fällt aus dieser Regelung raus und hat zugesagt, dass er das erste Masters-Turnier nicht spielt und steht dann in der Bundesliga für die Begegnung mit Halle zur Verfügung.

Mit der Genesung von Flo Mayer und der erneuten Verpflichtung von Steve Darcis kehren zwei Spieler zurück, die auch für den mannschaftlichen Zusammenhalt wichtig sind.

Arriens: Darauf haben wir immer großen Wert gelegt. Die beiden sind richtig nette Kerle, gute Typen, auf die man sich immer verlassen kann, die auch über das ganze Jahr hinweg Kontakt halten. Aber wir haben als TK Kurhaus auch einen guten Namen, alles läuft seriös ab, und die Spieler kommen gerne zu uns.

Mayer hat ein sogenanntes protected ranking und wird trotz der langwierigen Verletzung auf ATP-Position 34 geführt. Aber wie viel kann er tatsächlich schon wieder leisten?

Arriens: Es dauert, bis das alte Niveau wieder erreicht ist. Aber Flo hat beim Rasenturnier in Halle schon ansteigende Form gezeigt und ist vom Typus her ein Siegerspieler, der sich auf die Liga freut.

Das Konfliktthema Kohlschreiber/Arriens hat zu Jahresbeginn hohe Wellen geschlagen. Ist das mittlerweile ausgeräumt, begegnet man sich auf einer professionellen Ebene?

Arriens: Zu diesen Vorfällen äußere ich mich nicht mehr, ich habe alle Informationen gegeben, die ich geben wollte. Aber ich habe die Zusammenarbeit mit Philipp Kohlschreiber auch schon im vergangenen Jahr sehr gut hingekriegt, das wird auch in diesem Jahr problemlos klappen.

Schaut man sich die bisherigen Erfolge an, ist das Saisonziel völlig klar, oder?

Arriens: Ja, das vorgegebene Ziel ist klar. Wir sind von den Positionen 1 bis 14 aufgrund der Leistungsdichte das bestbesetzte Team der Liga. Doch wir können für die Einzel natürlich immer nur vier Spieler aufbieten und auf den vorderen Einzel-Positionen sind auch einige andere Mannschaften ebenfalls topbesetzt. Aber wir wollen natürlich wieder Deutscher Meister werden.

Wie groß ist der Druck, den man als Trainer angesichts des hochgesteckten Ziels verspürt?

Arriens: Den spüre ich nicht. Ich tue, was ich kann, trage meinen Teil dazu bei, die Meetings zu organisieren, die Spieler gut einzustellen. Was bleibt mir anderes übrig? Man hat als Trainer in der Bundesliga nicht die Chance der langfristigen Vorbereitung.

Der junge Alexander Zverev ist auf einem steilen Weg nach oben . . .

Arriens: Stimmt, wir hatten in der Vorsaison aber auch nicht die ganz großen Erwartungen an ihn, er ist gerade einmal 18 Jahre alt geworden. Aber es war da schon absehbar, dass er seinen Weg machen würde.

Am anderen Ende der Alterspyramide im Team steht mit seinen 34 Jahren Dominik Meffert, der vermutlich irgendwann mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet werden wird.

Arriens: Dominik wird in diesem Jahr noch verstärkter als Coach für die Einzel mitarbeiten. Das ist eine große Hilfe, ich kann mir eine zweite Meinung einholen, und er war in den letzten Monaten auch verstärkt unterwegs und konnte mir gute Tipps geben. Ich bin in den letzten Monaten etwas kürzergetreten, auch weil ich vor drei Monaten noch einmal Vater geworden bin.

Dazu schon einmal herzlichen Glückwunsch. Aber wem kann man am Ende der Tennisbundesliga-Saison zum Titel gratulieren?

Arriens: Dem TK Kurhaus.

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