TK Kurhaus Aachen: Träume vom Titel rücken in weite Ferne

Von: Roman Sobierajski
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Das Einzel gewonnen, das Doppe
Das Einzel gewonnen, das Doppel an der Seite von Philipp Petzschner verloren: Das Aachener 3:3 gegen Mannheim fühlt sich für Guillermo Garcia-Lopez wie eine Niederlage an. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Es ist diese wortlose Leere rund um die Bank der unterlegenen Tennisspieler nach einer Niederlage auf den letzten Drücker. Die Geschlagenen starren zwischen ihre Füße und suchen in der roten Asche nach einer Erklärung, und dem Trainer fällt nicht viel mehr ein als Trost zu spenden und Schultern zu klopfen.

Dabei hatte der TK Kurhaus Aachen vor 1672 Zuschauern noch nicht einmal verloren gegen Grün-Weiß Mannheim, sondern „nur” Remis gespielt. Doch auch diese Punkteteilung fühlte sich zunächst an wie eine Niederlage auf dem Weg zur Titelverteidigung in der Tennis-Bundesliga.

„Das wars dann wohl mit der Meisterschaft”, meinte dann auch Trainer Carsten Arriens, der als Erster wieder Worte fand. „Die Titelverteidigung kann man jetzt wohl vergessen. Dabei lief alles Richtung Endspiel am letzten Spieltag gegen Halle hinaus.”

Es waren die beiden - eigentlich traditionell starken - Aachener Doppel, die es nicht schafften, aus der 3:1-Vorlage nach den Einzeln den entscheidenden vierten Punkt zum Sieg zu holen.

Guillermo Garcia-Lopez und Philipp Petzschner, der in den Einzeln nicht eingesetzt worden war, leisteten sich gegen Becker/Gremelmayr ein völlig unnötiges Break, das den Satzverlust im ersten Durchgang mit sich brachte, mussten dann im zweiten beim Stand von 5:5 ein weiteres hinnehmen. Trotzdem gelang das Rebreak, neue Hoffnung keimte auf, doch die wurde im Tiebreak zunichte gemacht.

Nur Minuten danach ging auch das Doppel von Frantisek Cermak und Matthias Bachinger verloren, die sich nach verlorenem ersten Satz wieder mit tollem Einsatz in die Partie kämpften, ebenfalls zum 5:6 gebreakt wurden und letztendlich 5:7 unterlagen. „Nachher ist man immer schlauer”, musste Arriens einräumen, „unser Plan war, zwei gleich starke Doppel auf den Platz zu stellen und nicht eines extra stark zu machen.”

Dabei war der TK Kurhaus ohnehin schon geschwächt in die Doppel gegangen, weil der eigentlich gesetzte Dominik Meffert nicht aufgestellt worden war. „Dominik hatte eine Blutblase unter dem Fuß und leichte Rückenprobleme”, beschrieb der Kurhaus-Trainer die Gründe.

Die Blutblase hatte sich Meffert im Duell mit seinem Angstgegner Alexander Peya zugezogen. Nur ein einziges Mal war der Aachener bislang als Sieger vom Platz gegangen, und auch diesmal fand Meffert nicht den Schlüssel, um den Österreicher zu besiegen, und unterlag knapp im Champions Tiebreak.

Keine Blöße gaben sich dagegen die weiteren drei Einzelspieler: Simon Greul lieferte sich ein kampfbetontes Spiel gegen Brzezicki und dominierte in zwei Sätzen, Matthias Bachinger spielte einen starken ersten Satz, im zweiten stellte sich Denis Gremelmayr besser auf die Angriffe ein und glich aus. Das 10:1 im Champions-Tiebreak war für Bachinger aber wieder eine klare Angelegenheit.

Seinen ersten Sieg fuhr auch Guillermo Garcia-Lopez ein, der im Champions Tiebreak gegen Becker allerdings den wohl kuriosesten Punkt in der Geschichte der Tennisbundesliga gegen sich hinnehmen musste: Beim Stand von 1:2 gegen Garcia-Lopez und einem wilden Ballwechsel brachte Becker eine aus der Not geschlagene Bogenlampe quer über den Platz in die andere Hälfte, der Ball kam kurz hinter dem Netz genau auf der Linie auf und versprang von dort aus drei Meter zur Seite.

Garcia-Lopez kam, schon fast in den Zuschauerrängen, an den Ball und schlug ihn mitsamt Schläger von hinten gegen den Schiedsrichterstuhl. Ratlosigkeit, dann war klar: regulärer Punkt für Mannheim. „So etwas habe ich noch nicht gesehen”, räumte selbst Teammanager Alex Legsding ein, „Garcia-Lopez hätte dem Schiedsrichter fast den Kopf abgeschlagen.”

Doch der Spanier ließ den eigenen Kopf nicht hängen, kämpfte sich noch einmal ran und nutzte einen grandiosen Ballwechsel beim Stand von 7:6 dazu, die eigene Führung auszubauen und letztendlich die Partie für sich zu entscheiden.

Doch belohnt wurde der Einsatz in der Endabrechnung nicht: Halle gewann die Begegnung in Düsseldorf und hat nun zwei Verlustpunkte weniger als Aachen. Und nach jetzigem Stand müsste der TK Kurhaus mit 5:1 gewinnen, um an Halle noch vorbei zu ziehen.
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