Tennisbundesliga: Sieben Klubs zwischen Hoffen und Bangen

Von: Roman Sobierajski
Letzte Aktualisierung:
12646230.jpg
Zur Not auch mal unkonventionell: Ruben Bemelmans, Spieler von Blau-Weiss Aachen, mit Engagement beim Bundesliga-Derby gegen den TK Kurhaus. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Bereits am vierten Spieltag hat Gerald Marzenell Weitblick bewiesen: „In dieser Saison wird ein Verein Meister in der Tennisbundesliga, der vier Minuspunkte auf dem Konto hat“, prophezeite der Teamchef von Grün-Weiß Mannheim, nachdem seine Mannschaft den TK Kurhaus – aktuell immerhin Tabellenführer – mit 6:0 geschlagen hatte.

Nun, sollte Marzenell Recht behalten, wird sein Team zwei Spieltage vor Saisonende sicher keine Rolle mehr im Kampf um die Meisterschaft spielen – denn Mannheim hat bereits zwei Niederlagen kassiert und kam gegen Rot-Weiss Köln nicht über ein Unentschieden hinaus.

Dafür können sich die vier davor platzierten Teams alle noch Hoffnungen machen, am 14. August den Meisterpokal entgegenzunehmen. Unerwartet gute Titelchancen hat Vizemeister TK Kurhaus Aachen – mit der erwähnten Niederlage gegen Mannheim und dem Unentschieden gegen Meister Blau-Weiss Halle am vergangenen Sonntag Tabellenführer mit drei Minuspunkten. Dahinter reihen sich mit jeweils vier Minuspunkten der TC Blau-Weiss Halle (vier Siege, eine Niederlage, zwei Unentschieden) sowie der Gladbacher HTC und der Rochusclub Düsseldorf ein.

Will das Lambertz-Team tatsächlich zum sechsten Mal als Meister die Saison beenden, muss die Mannschaft von Trainer Dominik Meffert beide Partien gewinnen, denn Halle und Gladbach haben zwar einen Minuspunkt mehr, dafür aber immer noch die wesentlich bessere Matchbilanz.

Erschwerend hinzu kommt, dass der TK Kurhaus die letzten beiden Begegnungen auswärts bestreiten muss, am kommenden Sonntag in Köln und zum möglichen Finale in Gladbach. Die Kölner werden als Tabellensiebter mit 5:9 Punkten voraussichtlich nicht mehr in den heißen Abstiegskampf geraten, müssen also nicht auf Biegen und Brechen ein ganz starkes (und somit teures) Team an den Start bringen.

Dennoch wird die Begegnung vor allem aus Sicht der beiden Trainer ein Prestigeduell. Sowohl Dominik Meffert, Coach des TK Kurhaus, als auch Ralph Grambow, bei Rot-Weiss Köln in der Verantwortung, arbeiten als Dozenten an der Kölner Sporthochschule. Doch damit nicht genug: Die beiden teilen sich am „Institut für Vermittlungskompetenz in den Sportarten“ auch noch das gleiche Büro. Und wer hört sich schon gerne ein Jahr lang den Spott von der anderen Seite des Schreibtischs an?

Neben der Ausgeglichenheit der Vereine dürfte auch eine Rolle spielen, dass der durch den Spielplan verordnete Showdown, das Aufeinandertreffen der beiden stärksten Teams Halle und Aachen in dieser Saison nicht vorgesehen ist. „In den letzten Jahren ging es immer darum, den Spannungsbogen möglichst lange hochzuhalten“, sagt Kurhaus-Teamchef Alex Legsding, der mit seinem Team zwischen 2011 und 2013 drei Meisterschaften in Folge feiern konnte und in den letzten beiden Spielzeiten gegen die Westfalen das Nachsehen hatte. Grund für die Änderungen im Spielplan: Die Topspieler stehen so spät im August nicht mehr zur Verfügung, weil sie von der ATP verpflichtet sind, die großen Turniere in Kanada und den USA zu spielen. „Dadurch sind wir immer benachteiligt gewesen. Aber jetzt ist die Spannung eigentlich noch höher als sonst.“

Aber auch in den weniger freundlichen Regionen der Tabelle ist bislang noch keine Entscheidung gefallen, wer am Ende der Saison das Oberhaus wieder verlassen muss. Wie so oft hängen die beiden Aufsteiger Blau-Weiss Aachen und der TC Bruckmühl-Feldkirchen mit „unten drin“, weil es auch für überragende Zweitliga-Mannschaften sehr schwer ist, sich in der ersten Bundesliga zu etablieren. Blau-Weiss hat als Tabellensiebter zwar bereits zwei Siege auf dem Konto, allerdings auch ein sehr schweres Restprogramm. Die größten Abstiegsnöte plagen allerdings den Bundesliga-Dino Blau-Weiss Neuss, der seit 35 Jahren dabei ist: Der zehnfache Deutsche Meister hat gerade einmal ein einziges Pünktchen auf dem Konto und müsste aus zwei Partien mindestens drei Punkte holen, um noch an den Aachenern vorbeiziehen zu können.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert