Tennis: Vizemeister TK Kurhaus Aachen startet gegen Mannheim

Von: Roman Sobierajski
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Fachsimpelei auf dem Center Court: Kurhaus-Trainer Carsten Arriens (Mitte) mit seinen Spielern Dominik Meffert (links) und Steve Darcis. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Topspieler präsentieren, spektakuläre Neuzugänge melden. Die Tennisbundesliga folgt den selben Gesetzen, wie andere Sportarten auch. Aber ebenso bilden das eigentliche Gerüst der Mannschaften Spieler wie Dominik Meffert, der eigentlich „immer“ schon da war, oder Steve Darcis, der nach schwerer Verletzung und einem einjährigen Gastspiel bei einem anderen Bundesligaklub eigentlich nur eines wollte: so schnell wie möglich wieder zurückkehren.

Beide Tennisprofis stehen im Kader, wenn der Deutsche Vizemeister am Sonntag zum ersten Spieltag beim Mitfavoriten Grün-Weiß Mannheim antritt. Für Meffert bricht damit die 14. Saison in Folge im Trikot des Lambertz-Teams an. „Ich habe alles gesehen, alles mitgemacht“, sagt der 34-Jährige, der dabei ist, aus der Rolle des bloßen Spielers herauszuwachsen und an der Seite von Kurhaus-Coach Carsten Arriens auch Traineraufgaben übernimmt. „Wenn man lange genug dabei ist, wird man auch nach seiner Meinung gefragt“, sagt der 1,98-Meter-Mann mit einiger Untertreibung. Schließlich hat der Doppelspezialist, der sich im Herbst seiner Karriere vor vier Monaten noch einmal unter die Top 100 der Doppel-Weltrangliste vorkämpfen konnte, auch das Diplom der Kölner Sporthochschule mit der Fachrichtung „Training/Leistung“ in der Tasche.

Zudem ist ausschlaggebend, dass Meffert immer noch das ganze Jahr auf der ATP-Tour unterwegs ist und deshalb gut die aktuelle Leistungsstärke seiner Teamkollegen beurteilen kann. „Mit Matthias Bachinger habe ich eine zeitlang Doppel gespielt und ihn gleichzeitig gecoacht. Das hat richtig Spaß gemacht.“

Den Spaß am Tennis hat auch Steve Darcis wiedergefunden, auch wenn es lange Zeit so schien, als würde der Belgier nie wieder zum Racket greifen können: Schulterverletzung, Operation, Reha. „Der Arzt hat zu mir gesagt, die Chance, dass ich wieder professionell spielen kann, liegt bei 30:70. Natürlich macht man sich Gedanken, wie es in Zukunft weitergehen soll“, denkt der geborene Lütticher an die schwere Zeit zurück, als über ein Jahr keine sichere sportliche Prognose möglich war. Doch wer den kleinen Belgier mit dem großen Kämpferherz kennt, der weiß, dass die Arbeit als Trainer oder in einer Tennisakademie für den 31-Jährigen nur zweite Wahl sein kann.

Doch Darcis schaffte gegen alle Prognosen den Sprung aus dem Nichts zurück unter die Top 100, stand vor einem Jahr wieder auf Position 84 in der Welt, im Januar sogar auf 76. „Die Schulter fühlt sich jetzt eigentlich sogar besser an als vorher“, sagt Darcis, der nicht lange überlegen musste, als die Verantwortlichen des TK Kurhaus nach einem einjährigen Gastspiel in Bremerhaven wieder an seine Tür klopften. „Dort ist alles unglücklich gelaufen, hier ist mein Verein“, sagt der Belgier, der auch alle Matches der Aachener am Liveticker verfolgte als er nicht auf der Personalliste stand.

„Steve ist ein echter Mannschaftsspieler, und wir waren uns schnell einig, dass wir ihn zurückholen wollen“, sagt Teamchef Alex Legsding und liegt dabei auf der selben Wellenlänge wie Trainer Carsten Arriens. Aber während Darcis nicht genau weiß, auf welchen Gegner er am Sonntag genau treffen wird („Ich habe mir nur sagen lassen, dass Mannheim sehr stark besetzt sein soll“), hat „Co-Trainer“ Dominik Meffert exakte Vorstellungen über die Kräfteverteilung. „Wir haben mit André Begemann und Frantisek Cermak zwar zwei starke Doppelspieler verloren, dafür haben wir mit Peter Gojowczyk aber guten Ersatz gefunden und mit Andreas Seppi und Rückkehrer Pablo Cuevas noch deutlich Qualität in den Einzeln zulegen können“, befindet Meffert, der schon zum Team gehörte, dem der Aufstieg in die Erste Bundesliga gelang. „Wir haben sehr viele Optionen und an Qualität gewonnen“, befindet der 34-Jährige – und ist auch bereit die „Konsequenzen“ daraus zu tragen: „Wir müssen die Favoritenrolle annehmen.“

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