Tennis-Bundesliga: Der Aufsteiger tritt gegen den Vizemeister an

Von: Roman Sobierajski und Wilhelm Peters
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Zukünftig nur noch im Dress des Trainers? Noch ist unklar, ob Dominik Meffert, neuer Coach des Tennis-Bundesligisten TK Kurhaus Aachen, auch wieder als Spieler antreten wird. Foto: Andreas Steindl
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Setzt auf „die Jungs, die den Aufstieg geschafft haben“: Blau-Weiss-Teamchef Marc Zander. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Der Spielplan steht, in Aachen herrscht große Vorfreude auf die kommende Saison. Dann sind erstmals in der Geschichte der Tennis-Bundesliga gleich zwei Teams aus Aachen am Start. Dies unter völlig unterschiedlichen Voraussetzungen.

Wird der TK Kurhaus Lambertz Aachen erneut ein Wörtchen um den deutschen Mannschaftstitel mitreden, gilt für Aufsteiger Blau-Weiss Aachen der Klassenerhalt als höchstes Ziel.

Zum Derby kommt es nach dem Saisonstart (3. Juli) bereits am zweiten Spieltag (8. Juli). Dann empfängt der hohe Favorit Kurhaus das Team von Blau-Weiss Aachen. „Wir haben die dicken Brocken direkt zu Saisonbeginn vor der Brust“, sagt Marc Zander, Teamchef des Aufsteigers vom Luxemburger Ring, der am ersten Spieltag in Köln aufschlagen muss. „Auch Rot-Weiß Köln siedele ich ganz oben in der Liga an“, sagt Zander.

Beim Vizemeister TK Kurhaus Aachen wird in der anstehenden Saison eine Trendwende eingeleitet. „Wir haben im Vergleich zu den Vorjahren einen geringeren Etat“, sagt Teamchef Alex Legsding, der einräumt, dass in der abgelaufenen Spielzeit nicht alles nach Wunsch gelaufen ist. „Zurzeit suchen wir junge, vielversprechende Spieler, die auch charakterlich zu uns passen“, meint Legsding, der bereits die Verpflichtung von Yannick Hanfmann, Nils Langer und Max Matterer verkünden kann.

In dieses Konzept passt auch, dass Dominik Meffert als Nachfolger von Carsten Arriens auf der Trainerbank verpflichtet wurde. Ob Meffert wie in der letzten Saison erneut als Spielertrainer agieren wird, ist noch unklar und hängt davon ab, wie viele Spieler der TK Kurhaus verpflichten wird. Der 34-Jährige, der auch als Dozent an der Kölner Sporthochschule arbeitet, geht die neue Aufgabe jedenfalls gelassen an. „Als Spieler habe ich gelernt, dass man nicht alles bis ins Letzte planen kann und manchmal auch kurzfristig reagieren muss.“

Zum Personal gibt sich Zander dagegen zurückhaltend, Neuzugänge bei Blau-Weiss sind zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht in Sicht. Meldeschluss für die kommende Spielzeit ist der 15. März. Der Teamchef: „Die heiße Phase ist noch nicht eingeläutet. Es besteht keine Eile. Wir gehen aber natürlich mit einem kompletten Kader aus 14 Spielern und zwei Nachwuchsleuten an den Start. Und wir bleiben unserer Linie treu, setzen auf die Jungs, die den Aufstieg geschafft haben.“

Einzig realistisches Ziel für den Liga-Neuling ist der Klassenerhalt. „Wir gehen ohne Druck in die Spielzeit. Wenn es reicht, die Klasse zu halten, ist das schön. Wenn nicht, spielen wir halt wieder in der Zweiten Liga.“ Das war schon bei den Frauen von Blau-Weiss so, die die letzten zwei Jahre die Erstklassigkeit erleben durften, künftig aber wieder „eine Etage“ tiefer zu Hause sind.

Getrübt wird die Vorfreude der Aachener Klubs allerdings etwas von der für sie unglücklichen Terminplanung durch den Deutschen Tennis Bund (DTB). So sind am vierten und siebten Spieltag (17. und 31. Juli) Heimpartien für beide Vereine angesetzt (siehe Terminplan), die sich so gegenseitig die Zuschauer wegnehmen.

Zander: „Es ist schade, dass der DTB nicht in der Lage war, dies im Spielplan zu berücksichtigen. In anderen Sportarten ist es undenkbar, dass zwei Klubs aus einer Stadt parallel ihre Heimspiele austragen.“ Vor allem die Terminierung an diesem siebten Spieltag stößt Blau-Weiss auf. „Dann wird bei Kurhaus gegen Halle wohl die Meisterschaft entschieden, und wir empfangen gleichzeitig Mannheim.“

Beim TK Kurhaus sind die Verantwortlichen dagegen nicht unzufrieden, dass der Spielplan für die kommende Saison frei gelost worden ist. „Damit ist man unseren Wünschen ein Stück weit entgegengekommen“, freut sich Alex Legsding.

In den Vorjahren wurde das Aufeinandertreffen mit dem amtierenden Meister Blau-Weiss Halle gerne an das Saisonende gelegt, um den Spannungsbogen hochzuhalten – mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass zu dieser Zeit die meisten Topspieler bei der Masters Series in den Vereinigten Staaten und Kanada antreten mussten und deshalb nicht zur Verfügung standen.

Dass die Begegnung der beiden Aachener Klubs in der Tennis-Bundesliga genau in die Woche des CHIO fällt, ist für Alex Legsding kein Problem: „Die Pferdefreunde gehen zum Reitturnier, die Tennisbegeisterten kommen zu uns“, befürchtet der Kurhaus-Teamchef nicht, dass sich beide Veranstaltungen gegenseitig die Zuschauer „wegnehmen“.

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