Tanz-Bundesliga: Aachener Team fühlt sich abgekanzelt

Von: rau
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Finden beim zweiten Turnier zu alter Stärke zurück: Die Lateinformation der FG Aachen/Düsseldorf zeigt in Bremen eine makellose Leistung, wird aber erneut nur Vierte. Foto: Jürgen Karl

Bremen/Aachen. „Ich bin am Boden zerstört.“ Oliver Seefeldt verstand die Wertung nicht – und so manch anderer teilte die Empfindungen des Aachener Chefcoaches. Die Lateinformation der FG Tanzsportzentrum Aachen/TD TSC Düsseldorf Rot-Weiß hatte beim zweiten Bundesliga-Turnier in Bremen in beiden Durchgängen eine gute, vor allem makellose Leistung abgerufen und sich im Finale sogar noch einmal deutlich gesteigert.

Doch die Zuversicht auf einen vorderen Platz zerstob schnell – die Wertungsrichter zogen sechs Mal die Platzziffer 4 und sogar einmal die 5. Mit allen Einsen siegte Gastgeber und Weltmeister GGC Bremen A vor seinem eigenen B-Team (3-3-2-3-2-2-2) und der FG Bochum/Velbert (3-2-2-3-2-3-3).

Und es war noch nicht einmal Platz 4 selbst, der Seefeldt und sein Team so entsetzten. Diesen Rang hatte die Aachener Formation auch schon beim Auftaktturnier vor zwei Wochen in Mülheim belegt. Und das sicherlich nicht unverdient, denn beide Durchgänge waren fehlerbehaftet und von Stürzen begleitet. Doch dafür zogen die Wertungsrichter die Platzziffern 2-3-4-2-5-2-4 – und das FG-Team verpasste den zweiten Rang nur um eine Platzziffer.

„Drei Richter haben die Platzziffer 2 gezogen vor zwei Wochen, obwohl unser Finale damals sicher schlechter ist. Und jetzt sechs Mal die 4. Da muss man wirklich die Wertungsrichter langsam mal in Frage stellen“, ärgerte sich Seefeldt. Und sein „Co“ Torben Bölk fügt hinzu: „Wir sind eindeutig abgekanzelt worden. Man hat den Eindruck, als hätten die Richter die Wertungen des ersten Turniers übernommen. Die Mannschaften auf den Plätzen 2 bis 4 sind eng zusammen, niemals war das Ergebnis so eindeutig.“

Der Schock des ersten Bundesliga-Turniers hatte bei seiner Formation tief gesessen. „Am Mittwoch habe ich Oli noch nach dem Training angerufen und gesagt, dass wir uns etwas überlegen müssen“, blickte Bölk zurück. Er erlebte seine Formation im Training „wie ein Kind, dem man das Spielzeug weggenommen hat, das es sich aber nicht wiederholt, sondern weint“. Mentale Arbeit, zahlreiche Einzelgespräche gingen dem Turnier in Mülheim voraus.

Wie ausgewechselt auf die Fläche

Zuversichtlich ging es am Samstag nach Bremen. Doch die Stellprobe – ohnehin nicht Aachens Stärke – lief nicht gut. „Wir haben uns das Video angeschaut und waren enttäuscht“, berichtet Bölk. Die Trainer erklärten der Mannschaft, dass sie ihre Chance verschenken würde. Die eindringlichen Worte wirkten, das Team kam wie ausgewechselt auf die Fläche. „Die Mannschaft war wach, hat gekämpft und trotzdem Spaß gehabt. Vorher war sie wie hypnotisiert gewesen.“ Einer guten Vorrunde ließ das FG-Team mit „Showstars“ eine klare Steigerung im Finale folgen. „Und das, obwohl wir gegen die kalte Wand antanzen mussten“, vermisste Seefeldt – wie immer in Bremen – die Unterstützung des Publikums.

„Es war schwer, aus dem Loch rauszukommen. Aber wir haben gekämpft und zwei gute Durchgänge hingezaubert“, war auch FG-Kapitän Niklas Freche wie seine Kollegen fassungslos über das Ergebnis. „Wir hatten uns nach der super Leistung etwas anderes erhofft.“ Schon die erste Wertung für Bremen B zerstörte die Hoffnung auf Platz 2 sofort. „Endorphine und Adrenalin waren nach dem Tanzen noch ganz hoch, so dass uns unser Ergebnis richtig getroffen hat, das war eine ganz bittere Pille für uns.“

Mit voller Kraft peilt der WM-Vierte das Heimturnier am 13. Februar in Düren an. „Wir freuen uns auf den Hexenkessel, unser Publikum zu begeistern, das ist eine besondere Motivation sein“, so Freche. 2014 war Aachen/Düsseldorf in Düren Europameister geworden.

Anno 2016 ist die EM-Ausrichtung vakant. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Bremen sich noch darum bewerben möchte. Wohl erst, wenn sicher ist, dass sein B-Team Platz 2 in der Bundesliga behauptet und man erstmals mit beiden Teams international vertreten wäre...

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