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Stindl ist zurück, die Stabilität braucht länger

Von: bsc
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Qualitäts-Plus: Lars Stindl kehrt am Mittwoch zurück in die Gladbacher Mannschaft. Foto: sport/Revierfoto

Mönchengladbach. Es wird ein Heimspiel mit Veränderungen. Wenn Borussia Mönchengladbach am Mittwoch gegen den VfB Stuttgart antritt, kann der Tabellenvierte der Fußball-Bundesliga wieder auf Lars Stindl und die ungeteilte Unterstützung der Fans setzen.

Der kongeniale Partner von Raffael hat seine Gelbsperre abgesessen, die Ultras werden anders als im phonetisch boykottierten Derby gegen den 1. FC Köln wieder von sich hören lassen. Nun hat die Elf von Trainer André Schubert bewiesen, dass sie auch ohne den „falschen 9er“ zumindest halbwegs (2:2 in Augsburg) und ohne den organisierten Support der Gladbacher Fangruppe komplett erfolgreich (1:0 über den FC) sein kann. Zu befürchten aber bleibt, dass etwas anderes unverändert ist: Nach dem Remis in der Fuggerstadt kann niemand behaupten, die defensive Stabilität sei eingekehrt ins Gladbacher Spiel.

Auch André Schubert versucht es nicht. Allerdings liefert er Erklärungsversuche für die wenig vertrauenerweckende FCA-Statistik mit zwei Toren bei 24 Torschüssen, von denen obendrein zwei noch am Gladbacher Pfosten landeten.

„Natürlich hätten wir gerne in Augsburg gewonnen, aber das gleiche gilt auch für Schalke in Frankfurt oder Leverkusen in Mainz. Aber das klappt eben nicht jede Woche, dafür geht es zu eng zu“, verkündet der 44-Jährige. Bundesliga-Qualität also, die so oft und wohl meist zu Recht besungen wird mit dem Refrain: An jedem Spieltag kann jeder gegen jeden verlieren – mit Ausnahme der Bayern. Doch der Anspruch bleibt hoch an den noch jungen Trainer. Am liebsten möchte man seinen spektakulären Pressing- vereint mit dem einstmals defensivstabilen Ballbesitzfußball seines Vorgängers Lucien Favre sehen. Der Schweizer benötigte für seine Gedulds- und Passphilosphie rund vier Jahre. Schubert arbeitet erst sechs Monate mit der Mannschaft.

Die Defizite am vergangenen Sonntag wurden durch eine Personalie übertüncht. Patrick Herrmann feierte in der 67. Minute sein Comeback. „Ein wichtiger Spieler für uns“, wie Schubert befand. Völlig unwichtig aber für die Lösung des Problems. In der Offensive bzw. auf den Außenbahnen besitzt Borussia keine Schwachstellen. Und noch nüchterner betrachtet hat die Einwechslung des 25-Jährigen ihm persönlich genutzt, der Mannschaft aber recht wenig: Beim Stande von 2:2, in einem dermaßen engen Spiel, war diese Maßnahme vielleicht ehrenwert, aber musste durch die fehlende Spielpraxis nach fünfmonatiger Abstinenz impulslos enden.

Ein anderer Eingriff Schuberts zeigte wesentlich mehr Effekt: Martin Hinteregger in die Defensivzentrale zu beordern und Andreas Christensen für Mo Dahoud auf die Doppelsechs vorzuziehen, brachte die immer stärker schwindende Stabilität zurück.

Ist es da ketzerisch zu fragen, ob das so überschwänglich gefeierte Duo Dahoud/Xhaka womöglich doch nicht der Balance letzter Schluss ist? Zumindest könnte es helfen, den Hype um das Gladbacher Mittelfeld-Talent zu dämpfen: Auch Mo Dahoud ist nur ein Mensch, ein junger obendrein mit allem Recht auf Leistungsschwankungen.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Elvedi, Christensen, Nordtveit, Wendt - Hazard, Dahoud, Xhaka, Johnson - Stindl, Raffael

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