Stevens, „ein kleiner Landgraf-Verschnitt“

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
7335818.jpg
Ein energischer Zweikämpfer: Jannik Stevens (rechts), hier gegen den Leverkusener Levin Öztunali. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Es zeigte sich früh, dass der Junge für diesen Sport wenig Begeisterung entwickeln würde. „Mein Vater war Handballer, er hat mich mitgenommen zu den Spielen“, sagt Jannik Stevens. „Aber ich habe den Ball immer hingelegt und geschossen.“

 Dem Filius juckte es im linken Fuß, als Ur-Mönchengladbacher begann er im Alter von sieben Jahren bei der Borussia, durchlief bis zur U 19 sämtliche Jugendmannschaften. Seit dieser Saison steht Jannik Stevens bei Alemannia Aachen unter Vertrag, am Freitagabend (19.00 Uhr) gibt es im Wattenscheider Lohrheide-Stadion, wo die Zweite Mannschaft des VfL Bochum ihre Heimspiele austrägt, ein Wiedersehen mit den alten Kollegen.

„Ein kleiner Willi-Landgraf-Verschnitt“, sagt Alemannias Co-Trainer Reiner Plaßhenrich über den 21-Jährigen. Stevens sollte die latenten Probleme auf der Position des Linksverteidigers beheben; Chefcoach Peter Schubert kommt zu dem Urteil: „Jannik hat das erfüllt, was wir uns von ihm versprochen haben.

Er hat einen bedingungslosen Kampfwillen, gibt keinen Ball verloren, und wir arbeiten daran, dass er offensiv noch effektiver wird.“ Aber: „Er hat noch Luft nach oben, muss Konstanz in seine Leistungen bringen.“

Stevens räumt ein, dass „die Anfangsphase schwierig war“. Nach dem Sprung aus dem Juniorenbereich hatte er zwei Jahre für die Bochumer Reserve gespielt, unter Andreas Bergmann debütierte er im April 2012 gegen Braunschweig in der Zweiten Liga und stand eine Woche später in Aue sogar in der Startelf.

Auch Peter Neururer holte ihn zum Training der Profis, Spielpraxis sollte Stevens jedoch weiter in der U 23 sammeln. „Ich hätte in Bochum bleiben können. Aber es gab Verbindung zu einem anderen Verein, die Sache schien lukrativ.“ Letztlich platzten die Hoffnungen, der Zug in Bochum war abgefahren, Stevens hatte sich verspekuliert. „Daraus lernt man. So etwas wird mir nicht noch mal passieren.“

Im letzten Sommer stand er ohne Vertrag da. Er spielte vor bei der Zweiten Mannschaft des Hamburger SV, beim 1. FC Saarbrücken, und nahm Mitte September Alemannias Angebot an. „Ich hatte mich zwar fit gehalten, doch das ist nicht dasselbe, als wenn du täglich mit der Mannschaft auf dem Platz stehst.“ Dennoch gab er nur zwei Tage nach der Unterschrift seinen Einstand – beim 0:1 gegen die Mannschaft, für die er zuletzt gespielt hatte.

Jannik Stevens, körperlich nicht voll im Saft, sollte nun einem Team helfen, das gerade eine Niederlagen-Serie produzierte. „Das war nicht einfach für mich.“ Doch mit der Mannschaft stabilisierte sich auch der Verteidiger, er ist seit seinem Debüt in der Startelf gesetzt, und weil Stevens inzwischen die zuvor vereinbarte Anzahl an Mindesteinsätzen vorweisen kann, hat sich der Vertrag am Tivoli automatisch um ein Jahr bis Juni 2015 verlängert.

„Ich denke, ich bin ein guter Zweikampfspieler. Aber es geht noch mehr“, die Qualität des rechten Fußes zum Beispiel will Stevens verbessern. Vielleicht hilft ihm da jetzt die Fahrschule, noch hat er keinen Führerschein und ist zwischen Wohnort Mönchengladbach und Arbeitsplatz Aachen guter Kunde der Bahn. Ein Auto für den Klassenerhalt? „Das Auto gibt’s auch so.“

Mögliche Aufstellung: Löhe - Schumacher, Hackenberg, Hoffmann, Stevens - Garcia, Neppe, Lejan, Dowidat - Marquet, Duspara

Schiedsrichter: Lukas Sauer (Kamen)

Bilanz gegen Bochum II: 1 Spiel, 1 Niederlage

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert