Stanislawski: „Nicht jetzt die Handbremse ziehen“

Von: Michael Krämer
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Deutliche Fingerzeige: Kölns Trainer Stanislawski bekämpft den Schlendrian. Foto: imago/v.d. Laage

Köln. Holger Stanislawski durchlebt emotionale Tage. Der 1. FC Köln steht wieder einmal vor entscheidenden Wochen, entsprechend intensiv verlief das Training in dieser Woche. Der Kölner Trainer stauchte seine Spieler am Donnerstag erstmals öffentlich zusammen – und drohte mit Konsequenzen. „Ihr könnt zu Hause absagen, heute trainieren wir durch.“

Die Strafe blieb aber aus, und am Freitag hatte sich der 43-Jährige längst wieder beruhigt. Nur seine schwarze Kaffeetasse zeugte von Aggressionen – der Griff bestand aus einem silberglänzenden Schlagring. Sorgen vor schmerzhaften Folgen eines Fehlpasses müssen seine Profis aber nicht haben. „Man muss auch mal den Finger in die Wunde legen. Ich war nicht sauer, das sieht anders aus“, sagte Stanislawski. Einen erhöhten Puls gestand er aber ein: „Ich war laut, intensiv und aktiv, Das wollen wir den Jungs vormachen. Wir haben nicht monatelang Gas gegeben, um jetzt die Handbremse zu ziehen.“

Eben dieser Eindruck war beim seltsam leblosen 0:3 in Kaiserslautern entstanden. Vor dem Spiel gegen den VfR Aalen am Sonntag (13.30 Uhr) liebäugelt Stanislawski deshalb erneut mit Umstellungen. „Wir werden die Spieler aufbieten, die mit der Situation am besten umgehen können. Manchmal hat ein qualitativ besserer Spieler mit so einer Situation mehr Probleme als ein Spieler, der vielleicht nicht so gut ist, sich aber nicht so einen Kopf macht“, sagt der Trainer.

Nach dieser Ankündigung muss vor allem der ebenso talentierte wie lethargische Mato Jajalo um seinen Stammplatz fürchten. Zumal Stanislawski gegen die vom früheren FC-Spieler Ralph Hasenhüttl trainierten Aalener einen „mutigen“ Auftritt verlangt – anders als im Hinspiel, das der FC nach der wohl schwächsten Saisonleistung mit 0:2 verlor. Nun soll alles anders werden. „Alles ist auf Angriff ausgerichtet“, sagt Stanislawski.

Für den Kölner Trainer steht in den verbleibenden sechs Saisonspielen viel auf dem Spiel. Im Falle des Nichtaufstiegs droht der Abschied zahlreicher Leistungsträger und ein erneuter personeller Umbruch. Für Stanislawski ließe sich dieses unliebsame Szenario am einfachsten durch den Aufstieg vermeiden, der nur noch über die Relegation zu realisieren ist.

Abgesehen von der möglichen Qualifikation für die Bundesliga reizt den Hamburger der für den 24. und 28. Mai terminierte Nachschlag aber kaum: „DFL und DFB sollten das mal überdenken. Wir reden immer wieder darüber, dass die Spieler Regeneration brauchen. Normalerweise müsste man zehn Tage nach den Relegationsspielen wieder mit der Saisonvorbereitung anfangen. Das ist sehr unglücklich gewählt.“ Und weiter: „Da sollten sich die Herren mal Gedanken drüber machen, und nicht, ob man Wunderkerzen als Pyrotechnik bezeichnet.“

Mögliche Aufstellung: Horn - Brecko, Maroh, McKenna, Eichner - Strobl - Clemens, Hector (Lehmann) - Bröker (Jajalo) - Maierhofer - Ujah

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