Mönchengladbach - Spannung durch Raffaels Ausfall

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Spannung durch Raffaels Ausfall

Von: Bernd Schneiders
Letzte Aktualisierung:
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Kürt Raffael (Nummer 11) hier bereits seinen Ersatz fürs Hertha-Spiel: Thorgan Hazard zum Nachteil von André Hahn? Foto: sport/Pius Koller

Mönchengladbach. Pal Dardai ist ein Fuchs. Da hatte sich der Berliner Trainer vermeintlich selbstbewusst vor dem Spiel seiner Hertha am Sonntag in Mönchengladbach gewünscht, „ich hoffe, das Raffael spielen kann“.

Doch wenn der Ungar alle sportmedizinischen Sinne beisammen hat, wovon auszugehen ist, wusste er sehr wohl, dass Gladbachs Torjäger und kongeniale Sturmspitze neben Lars Stindl nicht rechtzeitig fit werden konnte. „Wir haben auch nicht damit gerechnet“, bestätigte auch sein Kollege André Schubert und verwies damit alle Spekulationen ins Land der guten, aber realitätsfernen Hoffnung.

Die Träume der Borussen-Anhänger beschleunigten nicht den Heilungsprozess des gezerrten Brasilianers, unterstreichen sehr wohl aber den hohen Stellenwert, den Raffael im Gefüge des Tabellenfünften genießt. „Er ist unser bester Torschütze und prägt unser Spiel“, beschreibt Schubert.

Aber der Klassenbeste seines Fußballlehrerlehrgangs hätte im Unterricht mangelhaft aufgepasst, würde er nicht schnell nachschieben: „Wir haben viele gute Jungs, wir sind gut aufgestellt.“ Da Gladbachs Trainer aber auch ein ehrlicher ist, soweit es das Fußballgeschäft zulässt, gibt er zu: „Raffael ist in seiner Art sehr speziell, ihn kannst du nicht ersetzen.“

Die Herausforderung, diese Gemengelage zu meistern, kommt zur Unzeit. Denn mit den Berlinern stellt sich der Tabellendritte vor als der derzeitige Platzhalter eines Ranges, der direkt zur Teilnahme an der Champions League berechtigt. Mit einem Sieg könnte Gladbach den Abstand auf drei Punkte verringern, eine Niederlage würde Hertha unerreichbar mit einem Polster von neun Zählern enteilen lassen.

André Schubert definiert die verbleibenden Wochen bis zum Saisonende für das obere Tabellendrittel unterhalb der ersten zwei Plätze als einen Wettstreit, wer am besten mit der „Nervenbelastung klar kommt, wer cool bleibt“. Und da hätten es Klubs, bei denen die Erwartungshaltung nicht so hoch sei, einfacher. Wie Hertha also. Aber auch Mönchengladbach, wenn man nur bis zum Saisonstart zurückgeht. „Es ist doch schön, dass wir noch an Platz drei denken können“, erinnert denn auch Sportdirektor Max Eberl an den Leerstart mit null Punkten nach fünf Spielen.

Sein Trainer lebt die Lockerheit vor. Die auf der Pressekonferenz fast schon traditionell an den Manager gerichteten Fragen nach der Zukunft von Granit Xhaka und Mo Dahoud lassen ihn breit grinsen. Gespielt besorgt lehnt sich der 44-Jährige zu Eberl rüber und fragt: „Kriegen wir denn dann noch elf Spieler zusammen?“

Der Ausverkauf aber ist erst morgen oder übermorgen oder nie. Heute, und im Hertha-Fall, am Sonntag, ist Zahltag. Fußballerisch. Mit Thorgan Hazard, der seine Schienbeinprellung überwunden hat, und André Hahn hat Schubert ernstzunehmende Alternativen für die Offensivposition neben Stindl. Es wird spannend, ob und wie seine Mannschaft diese Aufgabe gelöst bekommt. Nicht der einzige Grund, dem Sonntag entgegenzufiebern: Gelangweilt hat die Schubert-Elf noch nie – auch nicht auf Schalke.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Elvedi, Christensen, Nordtveit - Korb, Dahoud, Xhaka, Wendt - Hahn, Stindl, Hazard

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