Sommer-Marathon: Eifelnatur pur und ganz viel Atmosphäre

Von: Heiner Schepp
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Sekunden vor dem Start des 36. Monschau Marathon im vergangenen Jahr: Ein riesiges und buntes Feld fiebert am "Königshof" dem Startschuss entgegen. In vorderster Reihe die "Cracks" und potenziellen Siegläufer, weiter nach hinten die Genuss-Läuferinnen und läufer. An den gelben Täfelchen im Hintergrund zu erkennen: die Zug- und Bremsläufer, an denen man sich orientieren kann, wenn man eine bestimmte Zeit, beispielsweise unter vier Stunden oder unter 3:30 Stunden erreichen möchte. Foto: Heiner Schepp
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Bereits kurz nach 8 Uhr passiert die Spitze des Feldes beim Monschau Marathon die – um diese Zeit noch verschlafene Monschauer Altstadt.
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Natur pur: Die Läufer können, wenn es ihr körperlicher Zustand denn noch zulässt, die Schönheit der Natur in der Nordeifel genießen.
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Siegerglück: Lokalmatador Markus Werker wird nach dem Sieg beim 36. Monschau Marathon im Ziel von seiner Freundin in die Arme geschlossen.
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6:50 Uhr am höchsten Punkt der Städteregion: Erster Verpflegungsstand für die Starter des ersten Ultra-Laufs im Rahmen des Monschau Marathon über 56 Kilometer auf dem Steling am Hohen Venn bei Mützenich.

Monschau. Sie kommen in diesem Jahr aus China, Singapur und Japan, Katar, Kanada und Russland, aus den USA und halb Europa, vor allem jedoch aus ganz Deutschland und aus unserer laufverrückten Region von Aachen bis Zülpich und von Düren bis Heinsberg: Der Monschau Marathon hat auch bei seiner 37. Auflage, die am Sonntag, 11. August, stattfinden wird, nichts an Attraktivität eingebüßt.

Während viele große Laufveranstaltungen nach einer wahren Lauf-Euphoriewelle vor rund zehn Jahren mittlerweile schwächeln oder gar ganz eingestellt wurden, erfreut sich der Monschau Marathon konstanter, teils sogar steigender Starterzahlen. 600 Voranmelder waren Mitte Juli bereits registriert, die meisten für den Hauptlauf über 42,1 Kilometer, viele aber auch für die zweite Auflage des 2012 erfolgreich gestarteten Ultra-Marathons.

Dieser lässt die Athleten auch in diesem Jahr am 11. August in aller Herrgottsfrüh (Start 6.05 Uhr) vor dem Lauf über die Marathon-Startlinie in Konzen noch rund 14 Kilometer lang das morgendliche Hohe Venn genießen und erleben. 200 Ausdauerläuferinnen und -läufer waren bei der Premiere dabei, "die meisten werden wiederkommen und dazu noch viele Neue", ist Roland Schreiber, Mitorganisator und Moderator des "MoMa" überzeugt.

Platz fünf unter den NRW-Läufen

Stolz berichten er und sein Orgateam-Kollege Lothar Wergen von den positiven Rückmeldungen, die das ausrichtende Laufteam des TV Konzen auch nach der 36. Auflage im Vorjahr erhielt. Bei der jährlichen Befragung von über 12.000 Marathonläufern auf dem meistbesuchten Internetportal "marathon4you" hat der Monschau-Marathon 2012 nochmals zulegen können. Unter allen 37 Marathonveranstaltungen in NRW voteten die Sportler die 42 Kilometer von Monschau auf einen tollen fünften Platz. „Und unter den Top 100 Deutschlands landeten wir auf einem sehr beachtlichen 21. Platz, die großen Stadtläufe wie Berlin, Köln, Frankfurt oder Hamburg eingerechnet“, berichtet Roland Schreiber.

Die beste Werbung aber machen Marathonläufer untereinander: Über 160 Voranmelder gaben in diesem Jahr an, auf Empfehlung nach Monschau zu kommen, und lernen somit teilweise zum ersten Mal Land und Leute kennen. „Dies zeigt, wie interessant und lukrativ dieser Lauf auch für die Präsentation der Region war und ist“, so Lothar Wergen. Und mittlerweile über 100 Mitglieder hat der „MoMa Club 10+“, dies sind Läufer und Läuferinnen, die schon mindestens zehn Mal beim Monschau Marathon dabei waren.

Das wohl schwerste Pfund, mit dem der Monschauer Sommer-Marathon wuchern kann, ist die atemberaubende wie abwechslungsreiche Landschaft. Von Konzen aus geht es gleich talwärts über das Kopfsteinpflaster der Monschauer Altstadt und von dort aus entlang der Rur durch das wildromantische Rur- und Grünental. Es folgen die anstrengendsten, weil steigungsreichsten Kilometer aus dem Tal über Widdau und Rohren hoch bis zu den Windrädern auf dem Höhenrücken bei Höfen.

Nach der Marathon-Halbzeit (Kilometer 21,1) am Brather Hof geht es wieder bergab ins malerische Perlbach- und Fuhrtsbachtal am Rande des Nationalparks Eifel. Erst bei gut Heistert (km 26) verlassen die Läufer wieder den Wald, passieren Kalterherberg und seinen Eifeldom und begeben sich nochmals talwärts in Richtung des Klosters Reichenstein im Leyloch. Nach einem weiteren Anstieg – der Monschau Marathon bringt es in der Summe auf über 760 Höhenmeter – geht es schließlich durch das Venndorf Mützenich und endlich zurück nach Konzen, wo auf dem Dorfplatz ein gewaltiges Menschenspalier, Gänsehaut pur und eine persönliche Begrüßung auf jede Sportlerin und jeden Sportler im Ziel warten – auch nach fünf Stunden.

Die Strecke ist das eine – die in fast vier Jahrzehnten gewachsene Organisation das andere. Jahr für Jahr wird am Programm gefeilt, statt sich auf den Lorbeeren des Vorjahres auszuruhen, werden Anregungen von Sportlern und Gästen aufgenommen und umgesetzt. Der Monschau Marathon ist ein Familienfest, bei dem sich viele zuhause fühlen – die Marathonläufer an erster Stelle, aber auch die Sportler, die die Strecke walken, wandern oder sich als Staffel teilen. Die Radsportler, die samstags auf die Originalstrecke dürfen. Die vielen Familien und Freunde, die die Sportler begleiten und die ebenso zahlreichen laufsportbegeisterten Zuschauer an der Strecke, die dem Lauf so viel Herzlichkeit verleihen.

Das wird am 11. August nicht anders sein. Gespannt sein darf man dann, wer sportlich dem 37. Monschau Marathon seinen Stempel aufdrücken wird. Startet Seriensieger André Collet wie im Vorjahr beim Ultralauf, den er 2012 – natürlich – so souverän gewann wie in den sechs Jahren davor die 42,195 Kilometer? Oder landet der junge Lokalmatador Markus Werker vom ausrichtenden TV Konzen seinen zweiten Coup nach dem Vorjahrestriumph? Kann die erst 23-jährige Christina Ortmanns aus Lammersdorf noch einmal die gesamte Konkurrenz überraschen und als schnellste Frau auf den Dorfplatz laufen?

Wer die Konkurrenten des sympathischen Vorjahres-Siegerduos Werker/Ortmanns sein werden, das wird sich traditionell erst in der Nachmeldefrist (ab 10. August) zeigen. Sicher ist aber schon jetzt, dass auch der 37. Monschau Marathon großen Sport und beste Unterhaltung bieten wird.

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