Herne - Schlechte Chancenverwertung bringt Alemannia um den Sieg

Schlechte Chancenverwertung bringt Alemannia um den Sieg

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
Alemannia Niederlage
Der Moment, in dem Träume zerplatzen: Marcus Hoffmann und Fabian Graudenz (am Boden) nach dem Schlusspfiff. Foto: Revierfoto

Herne. An einem Freitag ins Ruhrgebiet fahren zu müssen, das kann in richtigen Stress ausarten. Der Mannschaftsbus war reichlich vor der Zeit gestartet, der Puffer sollte groß genug sein selbst bei Stop-and-go über die Autobahn Richtung Herne-Wanne-Eickel – dachten sie bei Alemannia Aachen.

Man war spät dran, die Mannschaftsaufstellung wurde von unterwegs per Handy schon mal an den Schiedsrichter gegeben, mit rund 20 Minuten Verspätung begann die Partie in der Mondpalast Arena gegen die U 23 des FC Schalke 04.

Nach dem Abpfiff gab‘s diesmal keinen Stress trotz der zweiten Auswärtsniederlage in Folge und dem nächsten Rückschlag im Kampf um den Platz an der Regionalliga-Sonne. „Man hat den Willen gesehen, wir haben alles versucht“, sagte Tim Jerat nach der 0:1-Niederlage. Unter dem Strich blieb festzuhalten: „Wir schaffen es nicht, unsere Chancen zu verwerten. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison.“ Da lag Alemannias Cheftrainer Peter Schubert richtig, seine Mannschaft hat die wenigsten Tore unter den Spitzenteams geschossen.

Unter dem Motto „Macht’s noch einmal“ ließ Schubert die Beginner-Elf des 2:0 gegen Mönchengladbach II los. Aber es wurde neu sortiert, mit Jerat als einzigem „Sechser“ sowie Behrens und Graudenz in einer Doppelspitze. Gegen die Schalker „Knappenschmiede“ (mit dem Ex-Aachener Dario Schumacher im Angriff) hatte Alemannia die Männer-Hosen an und diktierte die Richtung dieses Spiels.

Bis zur Pause schraubten die Schwarz-Gelben das Chancenverhältnis auf 6:1. Müller eröffnete mit einem Flachschuss, der knapp vorbeiging (9.), Dowidat versuchte es per Direktabnahme und scheiterte an den Fäusten von S04-Keeper Gspurning (13.). Behrens‘ Versuch wurde geblockt (18.), dann hätte Dowidat Schalkes Abwehr beinahe von der Torauslinie düpiert (20.). Lejan erweiterte das Repertoire mit einem allerdings unplatziert geschossenen Freistoß auf den Torhüter (31.).

Im Gegenzug wurden erstmals die Dienste von Löhe angefordert, der den Ball nach einem Schuss von Mickels zur Ecke bugsierte. Die beste Möglichkeit durch Behrens aus 18 Metern war auch hörbar – der Ball krachte an die Latte (37.). Der Aufwand gegen die stabilste Defensive aller Abstiegskandidaten stand in keinem Verhältnis zum Ertrag; bitter zur Halbzeit auch: Ernst musste mit Prellung des rechten Oberschenkels kurz vor dem Halbzeitpfiff gegen Garcia ausgewechselt werden, Müller rückte auf die rechte Außenverteidiger-Position.

Auf den Kopf gestellt

Alemannia trat noch mehr Watt in die Pedale. Graudenz hatte die lange Ecke im Visier, Gspurning vereitelte die überfällige Führung mit Fußabwehr zur Ecke (49.). Vier Minuten später legte Behrens auf, wieder Graudenz scheiterte völlig frei, weil Schalkes Abwehr sich dazwischen warf. Und dann war das Spiel auf den Kopf gestellt: Mickels nutzte das heillose Durcheinander im Aachener Strafraum – die Gäste monierten Foul an Jerat und Abseits – für eine Vorlage auf Rathgeber, der nur einzudrücken brauchte (61.).

Es folgte der übliche Reflex: Abwehrspieler (Müller) raus, Stürmer (Maier) rein. Rathgeber hätte Alemannias Hoffnungen endgültig zerstören können, Löhe parierte. Aachen lief dem Ausgleich hinterher – und untermauerte die vielleicht entscheidende Schwäche im Rennen um die Meisterschaft: Sie brauchen zu viele Chancen für zu wenig Tore. Maier (73.) köpfte Zentimeter neben den Pfosten, Graudenz bekam keinen Druck hinter den Ball (80.). Längst war die Abwehrkette aufgelöst, die meisten der 950 Zuschauer hätten was gegeben für wenigstens einen Punkt. Demai gab noch einen Distanzschuss ab, Löhe rannte bei der letzten Ecke erfolglos nach vorne.

„Unwahrscheinlich bitter“, sagte Peter Schubert. Dominik Ernst: „Wenn das Ende am nicht klappt, dürfen wir uns nicht wundern. Jetzt müssen wir die letzten vier Spiele gewinnen. Der zweite Platz ist nichts.“

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