Wegberg-Beeck - Regionalliga-Neuling FC Wegberg-Beeck kommt unter die Räder

Regionalliga-Neuling FC Wegberg-Beeck kommt unter die Räder

Von: André Nückel
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Alarm im Strafraum der Gastgeber: Die Beecker Enzo Wirtz (links) und Patrick Ajani (vorne rechts) versuchen vor Rödinghausens Kapitän Sören Siek an den Ball zu gelangen. Foto: Günter Passage

Wegberg-Beeck. Wochenlang fieberte der Meister der Fußball-Mittelrheinliga dem Saisonstart entgegen und war vorsichtig optimistisch. Mit mannschaftlicher Geschlossenheit wollte der FC Wegberg-Beeck bei der Viertliga-Premiere gegen den ambitionierten SV Rödinghausen überzeugen. Nach 90 Minuten war der Neuling allerdings „auf dem Boden der Regionalliga West angekommen“.

Der Aufsteiger kam mit 0:5 (0:2) unter die Räder. Schiedsrichter Tim Brüster hatte die Begegnung gerade erst angepfiffen, da musste Beecks Torhüter Stefan Zabel bereits hinter sich greifen. Fabio Ribeiro verlor den Ball nach einer Kurzpass-Stafette, und der Gast schaltete schnell um. Rödinghausens Marius Bülter überlief Stefan Thelen auf der linken Seite und spielte den Ball in den Rücken der Abwehr, wo Cellou Diallo lauerte und nach nur 31 Sekunden zum Führungstreffer einnetzte.

Der Aufsteiger war vom frühen Gegentor geschockt und leistete sich weitere Fehler im Aufbau. Eine Viertelstunde später wurde Sebastian Wilms düpiert, und Neuzugang Thelen versuchte gegen Bülter zu retten, was nicht mehr zu retten war: Elfmeter und Platzverweis. Den Strafstoß verwandelte SVR-Angreifer Sinisa Veselinovic sicher zum 2:0 (18.).

Friedel Henßen verzichtete zunächst auf einen Wechsel und beorderte den offensiven Johannes Walbaum in das Zentrum der Defensive, aus einem 4-2-3-1 wurde ein 5-3-1. Eine Umstellung, die sich bezahlt machte: Wegberg wirkte gefestigter und kam zu den ersten Möglichkeiten. „Nach dem 0:2 hatten wir bis zur Halbzeit 2 gute Torchancen, und Rödinghausen wurde nicht mehr wirklich gefährlich“, erklärte der Trainer. Erst zwang Lennart Ingmann Gäste-Schlussmann Jan Schönwälder mit einem Distanzschuss zu einer Glanztat, dann verpasste Simon Küppers aus fünf Metern den Anschluss.

Den positiven Eindruck konnte der Gastgeber im zweiten Abschnitt vor 630 Zuschauern im Waldstadion nicht bestätigen. Im Gegenteil. Veselinovic verwertete einen Standard freistehend mit dem Kopf (54.) und komplettierte seinen Dreierpack, nachdem Zabel gegen Bülter zu zaghaft geklärt hatte (77.). Der eingewechselte Marvin Höner erzielte kurz vor dem Abpfiff den in der Höhe verdienten 5:0-Siegtreffer nach einer weiteren Hereingabe.

Über die komplette Spielzeit war ein Qualitätsunterschied zwischen den beiden Regionalligisten zu erkennen. Henßen kritisierte aber auch das Verhalten seiner Mannschaft. „Für mich persönlich fängt es frühzeitig mit der Körpersprache an. Wir sind aufgetreten, als wären wir sechs Mal hintereinander abgestiegen und würden in der Kreisliga B um den Klassenerhalt kämpfen.“ Dem schloss sich Co-Trainer Dirk Ruhrig nahtlos an: „Zum Glück müssen wir keine Noten vergeben. Da wären nicht viele Vieren dabei.“

Sicherlich sind Teams wie Rödinghausen, das bereits einen Tag früher angereist war, nicht der Gradmesser für Wegberg-Beeck. Ferner wird man auch nicht in jeder Partie 75 Minuten in Unterzahl spielen müssen. Aber auch gegen die direkte Konkurrenz müssen die einfachen Ballverluste im Zentrum abgeschaltet und die Fehlerquote auf der defensiven Außenbahn reduziert werden. Dass bei einer Premiere die Akteure zudem nervös oder gar übermotiviert sind, lässt sich nicht abstreiten. „Aber daraus kann man nur lernen“, wie Henßen bestätigt. „Jetzt sind wir auf dem Boden der Realität und der Regionalliga West angekommen. Spätestens seit heute muss jeder wissen, wo es in Liga 4 langgeht.“

Der FC Wegberg-Beeck hat am kommenden Wochenende spielfrei. Am Samstag, 15. August, empfängt das Team von Friedel Henßen um 14 Uhr den TuS Erndtebrück zum Duell der Aufsteiger.

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