Aachen - Rafael Garcia: Das schwierige zweite Jahr eines Jungprofis

Rafael Garcia: Das schwierige zweite Jahr eines Jungprofis

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
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„Unter den Offensiven gehöre ich schon zu den Stammkräften“: Rafael Garcia. Doch mehr als bislang zwei Saisontore könnten es schon noch werden. Foto: sport/Revierfoto

Aachen. Eine gewisse Ähnlichkeit besteht. Optisch, auch von der Motorik, vom Laufstil her. Wenn der Mann mit der Nummer 16 über den Platz sprintet, dann erinnert er an Angel di Maria, den argentinischen Nationalspieler von Manchester United.

Rafael Garcia bietet seine Fertigkeiten ein paar Klassen tiefer an, die Reisen führen ihn statt an die Anfield Road zum Beispiel ins „Häcker Wiehenstadion“, wo Alemannia Aachen am Samstag (14.00 Uhr, ohne den am Knie lädierten Kapitän Aimen Demai) beim geretteten Regionalliga-Aufsteiger SV Rödinghausen den vermutlich drittletzten Saisonauftritt gibt. Garcia hofft noch auf ein paar Einsatzzeiten und hat den Gedanken an die Meisterschaft nicht vollkommen aufgegeben. „Die Chance ist zwar gering. Aber hoffen kann man immer.“

Für den 21-Jährigen geht eine Spielzeit zu Ende, die nicht alle Erwartungen erfüllt hat. Im Januar letzten Jahres hatte Garcia seine Ausbildung zum Mechatroniker abgeschlossen und seitdem ganz auf die Karte Fußball gesetzt. Hinter Sascha Marquet war er der zweitbeste Torschütze nach dem Sturz in die Viertklassigkeit, „auch diese Saison hatte gut begonnen. Dann kam ein kleiner Knick.“ Die Spielminuten schrumpften, eine schwierige Situation für „Rafa“, der sich das „anders vorgestellt“ hatte. „Manche Tage waren nicht einfach. Du denkst nach, was mache ich falsch. Wenn du viel gespielt hast, machst du dir natürlich Hoffnungen auf noch mehr Einsätze, noch mehr Tore.“

Peter Schubert hält nach wie vor große Stücke auf Garcia. „Er ist schnell, kann mit dem Ball beschleunigen, hat Abschlussqualitäten“, sagt Alemannias Chefcoach. Aber die Situation habe sich geändert, personell und taktisch. „In der letzten Saison standen wir tiefer, haben mehr auf Konter gespielt“, was Garcias Fähigkeiten eher entsprach. Außerdem: „Es ist normal in der Entwicklung junger Spieler, dass sie zwischendurch mal stagnieren. Rafa hat sich jedenfalls stabilisiert, jetzt muss er den nächsten Schritt machen.“

In der Winterpause beschloss der stürmende Allrounder, sich vom gedanklichen Ballast zu befreien. „Keinen Kopf mehr machen, Gas geben. Es war ja auch nicht so, dass ich außen vor gewesen bin. Unter den Offensiven gehöre ich schon zu den Stammkräften. Und wenn ich reinkam, habe ich durchaus meine Chancen genutzt“, mit Tor und Vorlage in Düsseldorf, oder gegen Wiedenbrück, „bei Schalke war auch nicht schlecht“. In der Liste der Einsatzminuten belegt Garcia Platz zwölf, er kam nur in fünf Partien überhaupt nicht zum Zug, wurde aber elf Mal aus- und ein Dutzend Mal eingewechselt.

Nur Tobias Mohr und Tim Lünenbach spielen noch länger in Schwarz-Gelb, Rafael Garcia spürt grundsätzlich wenig Verlangen, den Tivoli zu verlassen. Wo er ab 1. Juli sein Geld verdienen wird, „das steht aber noch nicht fest“. Das Angebot zur Vertragsverlängerung hat er abgelehnt, weniger aus pekuniären Gründen. „Wir sind nach wie vor in Verhandlungen.“ Die entscheidende Frage allerdings, die auch andere Profis gerne geklärt gewusst hätten: „Wer ist in der nächsten Saison Trainer?“ Zu unterschreiben und dann womöglich mit einem Coach konfrontiert zu werden, „der mich eigentlich gar nicht will“, das möchte Garcia sich ersparen. Ziel für die kommende Saison: „Wieder konstant zu spielen.“

Die Dritte Liga hält er perspektivisch für sich „machbar“, „natürlich will man noch höher spielen“. Die Premier League wird es vermutlich nicht werden für den Mann, der an Angel di Maria erinnert.

Mögliche Aufstellung: Löhe - Ernst, Hackenberg, Hoffmann, Lejan - Müller, Jerat - Behrens, Dowidat, Graudenz - Maier

Schiedsrichter: Fabian Maibaum (Hagen)

Bilanz gegen Rödinghausen: 1 Spiel, 1 Sieg

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