Räumt Max Pilz den australischen Brocken aus dem Weg?

Von: Bernd Schneiders
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Der doppelte Max: Die PTSV-Boxer Max Pilz (links) und Max Keller.

Aachen. Der doppelte Max: Joseph Godell bekommt ihn zu spüren – auch wörtlich genommen. Der australische Nationalstaffel-Boxer hat beim Länderkampf in Deutschland gleich zwei Mal das „Vergnügen“, gegen einen schweren Jungen aus Aachen anzutreten.

Am vergangenen Wochenende traf der Superschwergewichtler in Wesel auf Max Keller und kam zu einem umstrittenen Unentschieden, am kommenden Samstag darf sich Max Pilz an dem „Aussi“ versuchen. Beide Aachener starten für den PTSV Aachen, beide verbindet obendrein der Vorname, beide sind Studenten, doch getrennt sind sie durch ihre Gewichtsklassen. Max Pilz ist Schwergewichtler (bis 91 k). Und eigentlich sollte der 20-Jährige in Wesel sein Debüt in der Nationalstaffel geben. Doch seine Trainer Manfred Lutter und Abteilungsleiter Josef Gottfried scheuten das Risiko, ihren Zögling gleich im ersten internationalen gegen einen zehn Kilo schwereren, dazu noch sehr erfahrenen Gegner in den Ring steigen zu lassen. „Ich hätte ihn geboxt“, versichert Max Pilz. Doch seine Trainer wollten erst einmal abwarten und den für sie unbekannten Australier studieren. Dazu hatten sie die Gelegenheit. Denn für Pilz sprang sein Vereinskollege Max Keller ein. Der ist zwar auch erst 21, aber bringt nicht nur 108 Kilo auf die Waage, sondern hat „auch wesentlich mehr Erfahrung als Max“.

Die schützte ihn aber nicht, sich auch Tage später immer noch über sein Unentschieden aufzuregen. „Ein Skandal-Urteil“, schimpft der 21-Jährige, der in Köln Psychologie studiert und für Hanau in der 2. Bundesliga boxt. „Rechnerisch eigentlich unmöglich. In der ersten Runde war ich etwas zu passiv. Aber später ist Godell verwarnt und in der letzten Runde angezählt worden. Also mussten zwei Punkte abgezogen werden. Wie dann ein Unentschieden zusammenkommt, ist mir schleierhaft.“

Auch Max Pilz wunderte sich als Augenzeuge. „Für mich hat Max klar gewonnen.“ Doch seine sein Gegner-Studium bleibt vom zweifelhaften Urteil ungetrübt. Die Eindrücke seines Kollegen brauchte er in diesem Fall nicht. „Wir tauschen uns öfter über Gegner aus, aber jetzt habe ich den Australier gut beobachten können.“ Und ein Eindruck geben beide aachener wieder: „Er boxt relativ unsauber, viel mit der Innenhand und kommt auch gerne mit dem Kopf nach vorn.“

Das Konzept für den Kampf am Samstag haben beide deshalb auch schnell unabhängig voneinander parat: „Auf Distanz halten!“ Lang zu boxen liegt Max Pilz, und darauf hat er sich in der Trainingswoche mit seinen Trainern eingestellt. „Ich soll mich viel bewegen und mich nicht prügeln.“ Denn dass Joseph Godell nicht ganz ohne ist, bewies er beim zweiten von drei Vergleichskämpfen, diesmal in Velbert. Dort besiegte der Australier den Lokal-Matador und Militär-Europameister Gottlieb Weiss nach Punkten.

Ein Sieg, ein Unentschieden – was Godell noch fehlt, möchte ihm Max Pilz am Samstag beim dritten Länderkampf, erneut in Wesel, zukommen lassen: eine Niederlage. Auch wenn der Aachener BWL-Student vor seinem verschobenen Nationalstaffel-Debüt eingesteht: „Ich glaube schon, dass ich nervös sein werde.“ Doch den australischen Brocken will er auf seinem Karriere-Weg räumen. „Wann bekommt man schon mal so eine Chance...“

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