Radsport: Homrighausen und seine „Heimspiele“

Von: Wilhelm Peters
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Das Peloton auf der Zielgeraden: In Kreuzau startet am kommenden Sonntag die Rad-Bundesliga beim Klassiker „Rund um Düren“ in die Saison. Foto: Franz Sistemich/Martin Ratajczak
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Mit dabei ist auch Heiko Homrighausen (links). Foto: Franz Sistemich/Martin Ratajczak

Aachen. Zehntausende säumten den Kurs. Wie jedes Jahr eigentlich, wenn das Amstel Gold Race die besten Radrennfahrer nach Limburg ruft. Und diesem Ruf folgten dann auch die Fans in Scharen. Und erlebten am vergangenen Sonntag ein packendes Finale, das der Belgische Meister Philippe Gilbert im Sprint gegen Ex-Weltmeister Michal Kwiatkowski gewann.

Mit einem Nierenriss, den er sich nach der Hälfte der Strecke bei einem Sturz zugezogen hatte. Ganz so viele Zuschauer werden es bei den Kriterien in der Region sicher nicht werden. Doch auch die sechs Straßenrennen im Radsportbezirk Aachen/Düren dürften wieder eine Menge Menschen mobilisieren, die Rennspektakel an den einzelnen Orten zu verfolgen.

Die Saison ist eröffnet. Das erste Rennen Anfang April, „Rund um Merken“, beendete der Aachener Christoph Schweizer auf Platz zwei. Nun folgt ein halbes Dutzend weiterer Straßenprüfungen.

Heiko Homrighausen ist dann wieder einer jener Protagonisten im Rennsattel, die ihr Bestes geben. Der 20-jährige U 23-Fahrer des RC Zugvogel Aachen, der inzwischen die A-Lizenz besitzt und im Bundesliga-Team „BL Olympia Bünde-ETW Cycling“ fährt, kennt die Strecken der Region.

Für ihn wird es am kommenden Sonntag ernst, wenn der Klassiker „Rund um Düren“ in seine 84. Auflage geht: „Im ersten Saisonrennen Anfang April in Merken war ich unverschuldet in einen Sturz verwickelt“, erzählt er. Prellungen und eine Gehirnerschütterung waren die Folge. „Aber es geht wieder, ich freue mich auf Düren“, sagt er.

Hoffen auf guten Bundesligastart

Vor allem deshalb, „weil ich die Strecke vom Training her in- und auswendig kenne“. 2016 gewann er das 91,2 Kilometer lange Kriterium der C-Klasse. Diesmal nimmt er mit seinen Teamkollegen das 152 Kilometer lange Hauptrennen, in dem es um Bundesliga-Punkte geht, unter den Sattel. „Ein sehr schweres Rennen mit langen Bergen in der Eifel. Ein echte Herausforderung, aber ich komme dort gut zurecht, der Kurs liegt mir. Unser Ziel ist es, mit einem guten Ergebnis in die Bundesligasaison zu starten.“

Was im Bezirk folgt, ist für Homrighausen im Mai dann ein „cooles Rennen“, das er kennt, seit er mit dem Radsport begonnen hat: „Beim Grenzlandrennen des SC Wegberg war ich schon als U 11-Fahrer dabei. Da gibt es ein paar scharfe Kurven, lange Geraden und keine gefährlichen Stellen. Ich mag dieses Rennen.“

Sein „Heimspiel“ als „Zugvogel“ folgt am 1. Juli, am Tag vor der zweiten Etappe der Tour de France, die bekanntlich durch die Region führt: „Rund um Dom und Rathaus“ in Aachen gewann Homrighausen 2015 und erhielt 2016 einen Sonderpreis, weil er nach einem Defekt zurückgefallen, dann aber allein noch bis auf Rang fünf fuhr. „Darauf freue ich mich besonders“, sagt der Pedaleur.

„Das hat schon etwas mit der Tour zu tun“, gesteht er. „Da kommen sicher noch mehr Leute als sonst, und es wird sicher auch zum Teil ein anderes Publikum sein wegen des Großereignisses am nächsten Tag.“

Und weil die Frankreich-Rundfahrt einen Tag später Station in Aachen macht, „haben wir auch etwas am Rahmenprogramm für unser Rennen geschraubt“, kündigt Zugvogel-Chef Guido Diefenthal an. Aus sportlicher Sicht heißt das: „Wir versuchen, ausländische Teams aus den Benelux-Ländern zu holen. Und wir werden die C-Klasse wohl ins Hauptrennen integrieren.“

Die Wertigkeit der Tour-Etappe umschreibt Diefenthal so: „Wenn der Ball aufgenommen und weitergespielt wird, was den Nachwuchs betrifft, dann vielleicht. Wir sind in unserem Verein ja im Jugendbereich ganz gut aufgestellt. In der Region könnte es sicher insgesamt besser sein.“ Wird der Stellenwert von „Rund um Dom und Rathaus“ durch die Tour gesteigert? Diefenthal: „Das Rennen wird sicher dadurch aufgewertet. Ein Mehrwert entsteht auch durch das umfangreichere Rahmenprogramm.“

„Rund in Düren“, das zweite Rennen, das der RSV Düren anbietet, hat Homrighausen nicht im Terminkalender. Sven Rehbein, der stellvertretende Vorsitzende des RSV, hofft, „dass bei unserem kleinen Rundkurs in der Stadt auch diesmal Start und Ziel auf dem Markt in Düren sind“. Das könnte deshalb ein Problem werden, weil der Platz mitten in Düren saniert werden soll. „Wenn das mit unserem Termin kollidiert, müssen wir uns nach einer Alternative im Stadtkern umsehen. Wir wollen auf jeden Fall mit Start und Ziel im Zentrum bleiben.“

Das Zentrum verlassen hat der RSV Aachen, dessen Campusrennen früher im Bereich Templergraben, 2015 dann aber erstmals Start und Ziel auf dem Campusboulevard hatte. „Da bin ich dabei, wenn es für Fahrer mit A-Lizenz ausgeschrieben wird“, kündigt Homrighausen an. „Alle Rennen hier sind Heimrennen für mich, da möchte ich auch nach Möglichkeit starten“, sagt er. 2016 fiel das Campusrennen aus, weil zeitgleich in Düsseldorf eine Veranstaltung ausgeschrieben war.

„2017 sind wir wieder dabei“, sagt Daniel Rummler, der Vorsitzende des RSV. „Weil wir ein ziemlich studentenlastiger Verein sind, ist das Campusgelände das richtige Terrain für unser Rennen.“ Sobald die Genehmigung der Stadt vorliege, werde das Rennen ausgeschrieben, so Rummler, der mit seinen Mitstreitern plant, neben B- und C-Klasse diesmal auch KT-Fahrer und A-Lizenz-Inhaber auf die Strecke zu schicken.

Letztes Straßen-Highlight im Bezirk ist der BSR Radsporttag des RSC Stolberg in Breinig. „Das ist im Hauptrennen eine kleine Runde, da komme ich ganz gut klar“, hat Heiko Homrighausen auch dieses Rennen im persönlichen Kalender. Er gewann 2016 das erstmals durchgeführte Zeitfahren als allererster Starter vor Marcel Meisen.

„Das findet auch dieses Jahr ebenso wieder statt wie ein Derny-Rennen“, verspricht Markus Ganser, der die Veranstaltung als Sportlicher Leiter gemeinsam mit Reiner Sorge organisiert. Die Straßensaison in der Region ist eingeläutet...

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