Powervolleys: Matthias Pompe zollt RV Berlin großen Respekt

Von: Franz Sistemich
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Einen Klaps für Libero Blair Bann (rechts): Außenangreifer Matthias Pompe steht mit den Dürener Powervolleys erstmals in einem Halbfinal-Play-off. Foto: Guido Jansen

Düren. Matthias Pompe zollte Respekt: „Die Berliner boten in der Champions-League-Endrunde beeindruckende Spiele.“ Bei der 1:3-Niederlage im Halbfinale gegen den späteren Titelträger Zenit Kazan (Russland) und beim 3:2 im kleinen Finale gegen das polnische Spitzenteam PGE Skra Belchatow demonstrierten am Wochenende die Recycling Volleys in der heimischer Max-Schmeling-Halle eindrucksvoll, dass auch sie zur europäischen Spitzenklasse gehören.

Diese Demonstration lieferten sie ausgerechnet wenige Tage vor dem ersten von fünf möglichen Halbfinalspielen ab. In ihm treffen sie auf die SWD Powervolleys, dem Team von Matthias Pompe. Der sagt denn auch: „Wir werden ab Donnerstag unsere beste Leistung abrufen müssen, um gegen diese starken Berliner bestehen zu können.“

Während sich die Rheinländer nach vier Jahren wieder für die Runde der besten vier deutschen Mannschaften qualifiziert haben, stellt die Partie gegen den Deutschen Meister für den routinierten Annahmespieler und Außenangreifer das erste Spiel im Halbfinale überhaupt dar.

31 Jahre ist Dürens ältester Spieler, der schon in so manchem Klub sein Können unter Beweis stellte. Aber die Runde der letzten vier Teams hat er noch nie erreicht. „Mit dem TV Bühl stand ich kurz vor dem Einzug ins Halbfinale“, erinnert er sich. In Moers gewann der TV das erste Spiel, nutzte den Heimvorteil aber nicht: „Und dann hat der MSC uns in der dritten Partie 3:0 aus der Halle gefegt“, erzählt Pompe. Das war 2012. Kurze Zeit später wechselte er nach Ajaccio auf Korsika. Doch nach einer Saison verließ er Frankreich wieder und schloss sich Düren an.

Eher per Zufall wurde einst aus dem sportbegeisterten Matthias Pompe der Volleyballer, der 35 Mal für die Jugend-Nationalmannschaft spielte, der neun Mal das Trikot der Herren-Auswahl trug, der 2006 U 23-Vize-Europameister im Beach-Volleyball wurde.

Der gebürtige Leipziger spielte Fußball, gehörte zu den besseren Aktiven in der Sportart Tennis, hatte aber auch schon mal Volleyball gespielt. Allerdings musste er in seinem Wohnort Vaihingen mit wesentlich älteren Kumpels in der Mannschaft spielen. Das war nicht das Richtige.

Pompe legte den Volleyball in die Ecke, bis: „Eines Tages kam ein Kumpel auf einem Skateboard zufällig vorbei und rief mir zu, dass es jetzt auch in meinem Jahrgang eine Mannschaft gebe.“ So führte der Weg von Matthias Pompe, der eine Ausbildung als Kfz-Mechaniker und ein Studium im Sportmarketing-Management absolviert hat, zum Volleyball, parallel in die Halle und in den Sand. Dort feierte er mit dem zweiten Platz bei der U 23-EM den sportlich größten Erfolg.

Die Jahre im Sand haben Pompe geprägt: „Ich wurde gerade auch durch sie ein selbstständiger Mensch, weil ich alles selbst organisieren musste. Ich hatte keinen, der mir die Arbeiten abnahm.“ Doch dann, als er für den TV Rottenburg angriff, entschied sich Pompe, nur noch in der Halle zu spielen.

„Du hast dann auch ein geregeltes Einkommen“, nennt er einen Aspekt. Ein weiterer: Pompe wurde in die deutsche Nationalmannschaft berufen. Seinen ersten Einsatz hatte er – in Rottenburg. Auch wenn es nur wenige Sekunden waren: „Ich wurde gegen Brasilien zum Aufschlag eingewechselt. Die Rottenburger Fans haben noch frenetischer gejubelt.“

„Kopf und Beine platt“

Beim TVR wurde aus dem Diagonalangreifer Matthias Pompe der Annahmespieler und Außenangreifer. Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger schulte ihn um auf eine Position, die mental und körperlich zu den anspruchsvollsten im Volleyball gehört: „Beim ersten Ballkontakt, der Annahme, musst du ja schon voll fokussiert und nur wenige Sekunden später beim Angriff sein.“

So ist es kein Wunder, dass ein Spiel einen Akteur ganz schön schlauchen kann. Das Viertelfinal-Hinspiel Dürens gegen Rottenburg war so eins: „Wir haben die Partie über den Kampf und den unbedingten Siegeswillen für uns entschieden.“ Die Folge: „Kopf und Beine waren zwei Tage platt“, sagt Pompe und lacht.

Der Heimsieg war der Grundstein für den Auswärtstriumph bei seinem früheren Klub und den Einzug in das Halbfinale. Abgeschrieben hat Pompe seine Powervolleys trotz der BRV-Galavorstellung in der Champions League nicht: „Die Frage ist doch: Spielen die Berliner jetzt beflügelt auf, oder fallen sie nach dem ChampionsLeague-Höhepunkt in ein mentales Loch?“ Die Antwort liegt zwar auf dem Platz, aber: „Wenn du im Halbfinale steht, willst du auch ins Finale. Also gilt es, das erste Heimspiel zu gewinnen. Wir werden über uns hinauswachsen müssen.“

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