Powerlifter Patrick Ohleff: „Es kommt sehr auf Technik an“

Von: Kevin Teichmann
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Das Konterfei von Arnold Schwarzenegger vor Augen, die Hantelstange in den Händen: Patrick Ohleff trainiert vor Wettkämpfen drei Mal die Woche intensiv. Foto: Kevin Teichmann
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Ein Weltmeister, der nun auch den Titel „Europameister“ im Powerlifting anvisiert – Patrick Ohleff. Foto: Kevin Teichmann

Düren. Patrick Ohleff ist begeisterter Sportler. Einige Jahre betreibt er nun schon Powerlifting. „Seit etwas mehr als drei Jahren bin ich bei Sportwettkämpfen dabei“, strahlt Ohleff, der in Düren unter seinem Spitznamen „Big Pat“ bekannt ist, übers ganze Gesicht. Powerlifting ist eine Sportart, die in den 1980er-Jahren ihren Durchbruch in Deutschland schaffte.

Im Volksmund auch als Kraftdreikampf bekannt, geht es darum, möglichst viel Gewicht in den Disziplinen Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben zu stemmen.

In den rund drei Jahren gelang Ohleff so manch ein großer Erfolg. Er wurde zwei Mal Landesmeister NRW, einmal Bezirksmeister Niederrhein. Im letzten Jahr feierte er die beiden größten Erfolge seiner Sportlerkarriere. In Leipzig wurde er Deutscher Meister in der Sub-Masters-Gewichtsklasse (35-45 Jahre, 125-140 Kilogramm).

Und in der Folge sprang auch noch der Weltmeistertitel heraus – wieder in Leipzig. Dabei stellte er gar zwei neue Weltrekorde in seiner Gewichtsklasse auf. 300 Kilogramm hob er in der Kniebeuge. 295 Kilogramm konnte er beim Kreuzheben verzeichnen. „Das sind sogar klassenübergreifend Spitzenwerte“, erklärt Patrick Ohleff und lächelt stolz.

Ohleff hat wirklich allen Grund, stolz auf das Geleistete zu sein. Harte Arbeit steckt dahinter. Die Vorbereitung auf einen Wettbewerb? „Das sind gut 13, 14 Wochen, in denen ich drei Mal die Woche intensiv jeweils anderthalb Stunden lang trainiere. Hinzu kommt, dass man enorm auf seine Ernährung und die richtigen Formen der Regeneration achten muss. Genügend Schlaf ist natürlich wichtig.

Ich gehe zudem bis 14 Tage vor einem Wettkampf in die Sauna.“ Außerdem sei ein gutes Stressmanagement unabdingbar: „Im Berufsalltag ist das nicht immer so einfach“, sagt Ohleff augenzwinkernd. Er arbeitet als Trainer in einem Niederzierer Fitness-Studio. Er gestaltet Trainingspläne und gibt Ernährungstipps, um das gewünschte Trainings-Ergebnis zu erreichen.

Auf „Hilfsmittelchen“ verzichtet Ohleff generell, sonst dürfte er bei den Wettkämpfen gar nicht teilnehmen: „Es gibt sehr strenge Doping-Tests.“ Seine Kraft habe er „über Jahre aufgebaut“: „Dabei kommt es sehr auf die Technik an – da würde Doping auch nicht bei helfen. Mit Fleiß ist auch ohne solche Zusatzmittel viel möglich – das ist in meinen Augen in jeder Sportart so. Ganz egal, um welche es sich handelt.“

Tatsächlich wird beim Powerlifting der Fokus im Training auf die richtige Technik gelegt, wenngleich im Wettkampf nur die erreichte Gewichtszahl zählt. Um die Muskulatur nicht zu überfordern, gehört auch das richtige, auf den Athleten abgestimmte Aufwärmprogramm mit dazu. „Alles andere ist viel zu gefährlich“, spricht Ohleff dabei aus leidvoller Erfahrung. Dass er sich den Weltmeistertitel angelte, ist nämlich umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass Ohleff sich im vorletzten Jahr Bizepsabrisse im linken und auch im rechten Arm zuzog.

„Ich bin um eine Operation herumgekommen. Mit Physiotherapie und Reha habe ich es sogar geschafft, meine alte Stärke zurückzuerlangen“, sagt der 35-Jährige. Er habe „Glück im Unglück“ gehabt, ansonsten wären seine Teilnahmen bei der Deutschen Meisterschaft und bei der Weltmeisterschaft gar nicht erst möglich gewesen.

Nun steckt er sich neue Ziele: „Im April möchte ich bei der Deutschen Meisterschaft – die in der Nähe von München ausgetragen wird – meinen Titel verteidigen. Im Juni folgt dann die Europameisterschaft. Als Weltmeister möchte ich auch um diesen Titel kämpfen. Die Chance besteht, warum soll ich sie nicht nutzen?“

Training im Kult-Studio

Trainieren wird er dafür weiterhin unter seinem Trainer Olaf Hütter, der in der Szene einen großen Namen hat. Hütter heimste selbst sieben Mal den Deutschen Meistertitel ein, betreibt das Kult-Studio „Power Gym Uerdingen“. Nicht nur für Wettbewerbe muss Patrick Ohleff weite Strecken zurücklegen. Pro Trainingseinheit fährt er von Düren aus in den Krefelder Stadtteil und zurück rund 180 Kilometer.

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