„Plan A“ heißt für Blau-Weiss Aachen Klassenerhalt

Von: Wilhelm Peters
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Setzt auf den Teamgeist ihrer Mannschaft und hofft auf den Klassenerhalt in der Tennis-Bundesliga der Frauen: Steffi Fritschi, die verantwortliche Trainerin von Blau-Weiss Aachen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Einen Plan B gibt es (noch) nicht für das Frauenteam des Tennis-Bundesligisten Blau-Weiss Aachen. „Wir haben zunächst einmal nur einen Plan A“, sagt Steffi Fritschi als verantwortliche Trainerin des Wiederaufsteigers in die höchste deutsche Spielklasse. Dieser Plan A, so formuliert es Fritschi in drei Worten, lautet: „Erstes Ziel Klassenerhalt.“

Und sie sagt: „Über einen Plan B können wir vielleicht nach den ersten beiden Matches am Freitag gegen Stuttgart und am Sonntag in Berlin sprechen.“ Dann könnten möglicherweise schon höhere Ziele angestrebt werden. „Abwarten“, so die Trainerin, mit der wir vor dem ersten Saisonspiel (Freitag, 13 Uhr) auf der schmucken Anlage am Amsterdamer Ring sprachen.

 

Endlich geht es los am Freitag...

Fritschi: Ja, endlich. Unser Team für das erste Spiel gegen Stuttgart steht zu 90 Prozent, kann sich nur noch auf einer Position ändern. Es wird ein Riesenkader vor Ort sein. Von 15 gemeldeten Spielerinnen sind mindestens zehn hier. Schon die Mannschaftspräsentation ab etwa 12.45 Uhr wird für die Spieler-innen und Zuschauer super.

Wen haben Sie denn zur Verfügung für das erste Match?

Fritschi: Die Einzel werden an Nummer 1 bis 6, wie es jetzt aussieht, unsere Neuzugänge Alksandra Krunic und Petra Martic, dann Quirine Lemoine, Elyne Boeykens, Marie Benoit und Magalie Kempen spielen. Vor Ort sind aber auch Julia Kimmelmann als neues Teammitglied, Demi Schuurs, Steffi Distelmans und Eva Wacanno. Abwarten müssen wir, ob vielleicht noch unsere beiden weiteren Neuzugänge Alison van Uytvanck und Valentini Grammatikopoulou hinzukommen.

Was heißt das für das erste Match gegen Stuttgart?

Fritschi: Dass wir so gut aufgestellt sind wie noch nie mit den neuen Spielerinnen oben in der Setzliste. Sie wollen wir schnell integrieren, damit sie unseren Teamspirit übernehmen. Das ist intern unsere erste Aufgabe, dürfte aber mit unseren Mädels kein Problem sein. Donnerstagabend treffen alle ein, dann ist Training und anschließend ein gemeinsames Abendessen.

Da gibt es dann die Gelegenheit, ihnen zu sagen, dass wir ein bisschen ein anderer Verein sind, hier der Teamgeist im Vordergrund steht und bei uns niemand auf den Platz geht, um mal eben die Kohle zu kassieren. Es geht darum, Punkte für das Team, für den Klub zu sammeln. Wir sind im Gegensatz zu anderen Vereinen mit einem wesentlich kleineren Etat unterwegs.

Krösus in der Liga ist sicher Regensburg als Titelverteidiger, wo unter anderem Angelique Kerber, Julia Görges oder Annika Beck gemeldet sind. Hat Blau-Weiss da überhaupt eine Chance?

Fritschi: Wir dürfen und werden nicht auf andere Mannschaften schauen, sondern versuchen gerade zu Beginn der Saison stark aufzustellen. Das Niveau der Liga hat tatsächlich Weltklasse, weil sehr viele Spielerinnen unterwegs sind, die in der Weltrangliste unter den Top-100 stehen. Ja, sportlich gesehen dürfte Regensburg am besten aufgestellt sein, gefolgt von Hamburg, Karlsruhe und Stuttgart. Aber auch wir haben eine tolle Mannschaft, und Berlin oder Radolfzell sind auch stark aufgestellt.

Wird man denn eine Angelique Kerber als Nummer 1 der Weltrangliste in der Bundesliga überhaupt zu Gesicht bekommen? Sie ist ja permanent auf der Tour unterwegs.

Fritschi: Die eine oder andere Top-Spielerin wird man sicher sehen. Schon deshalb, weil alle Klubs megastark aufstellen müssen. Und das nur in den Heimspielen zu tun, könnte gefährlich werden.

Gut möglich also, dass am Freitag Mona Barthel in Aachen für Stuttgart aufschlägt, die ja gerade das WTA-Turnier in Prag gewonnen hat?

Fritschi: Ich wäre nicht überrascht, wenn sie hier aufschlägt, Stuttgart muss am Sonntag ja nach Regensburg zum deutschen Mannschaftsmeister. Und weil Barthel nach dem Turniersieg von Prag diese Woche nicht in Madrid spielt, könnte sie kommen. Es sei denn, sie geht in Rom, wo es am Montag losgeht, durch die Qualifikation. Vielleicht kommt Stuttgart auch mit der Tschechin Katerin Sinikova, der Nummer 41 der Weltrangliste.

Was halten Sie für möglich als Aufsteiger?

Fritschi: Wir sind der Underdog mit kleinen Chancen, sind aber – wie gesagt – sehr gut aufgestellt. Ich würde ein 5:4 gerne mitnehmen.

Und am Sonntag aus Berlin auch etwas mitbringen, oder?

Fritschi: Auch da werden wir eine starke Mannschaft stellen, das ist der Vorteil eines Doppelspieltages. Da ist man das komplette Wochenende zusammen und hat zum Großteil dieselben Spielerinnen an Bord. Noch nicht klar ist, ob Quirine Lemoine in Berlin dabei ist. Dort sind unsere Chancen sehr gut – sicher größer als gegen Stuttgart.

Wie groß ist das Interesse an der Bundesliga, vor dem Hintergrund, dass dort Top-Spielerinnen aufschlagen?

Fritschi: Die Bundesliga wirkt nach außen eher regional, also dort, wo sie stattfindet. Sie dauert ja nur sechs Wochen. Für die Spielerinnen ist sie sehr wichtig, weil sich ein Großteil von ihnen gegen top-gesetzte Gegnerinnen präsentieren kann. Bei uns in Aachen ist die Bundesliga sehr gut angenommen worden. Das liegt wohl auch daran, dass in Aachen drei Erstliga-Mannschaften unterwegs sind. Bei Blau-Weiss sind wir mit der Resonanz zufrieden.

Die nach einem Sieg am Freitag gleich noch weiter wächst, wenn er denn gelingt. Würden in diesem Fall frühzeitig höhere Ziele als der Klassenerhalt ausgegeben?

Fritschi: Bleiben wir zunächst einmal bei Plan A. Die Liga ist ganz stark, die zweite Bundesliga im Vergleich schwach. Für die Spielerinnen ist die erste Klasse viel interessanter. Zunächst ist es einmal schön, dass wir wieder ,mitkegeln‘ dürfen und den Zuschauern eine Saison lang wieder Spitzentennis präsentieren können. Wir freuen uns sehr darauf.

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