Olympia-Stars in der Region im Einsatz

Von: Christoph Classen und Otto Jonel
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Die Olympia-Medaillengewinner Björn Otto und Raphael Holzdeppe sind in diesem Jahr die Stars beim Domspringen am 5. September (Beginn 18.35 Uhr) in Aachen.

Aachen/Jülich. Irgendwann wird sie Karsten Dilla natürlich gestellt, die unvermeidliche Frage, mit welcher Zielsetzung er in das 8. Net-Aachen Domspringen am 5. September auf dem Aachener Katschhof geht.

Dilla, 23, Dritter bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften, sagt: „Raphael und Björn haben natürlich einen Lauf. Der Rest ist sicher zu schlagen.” Er macht eine Pause, überlegt kurz, dann fügt er hinzu: „Aber Raphael und Björn sind auch schlagbar.”

Wenn man so will, hat sich Stabhochspringer Dilla die Latte damit ziemlich hoch gelegt, denn wenn er über Raphael und Björn spricht, meint er Holzdeppe und Otto. Raphael Holzdeppe hat bei den Olympischen Spielen eine Bronzemedaille geholt, Otto gewann Silber. Beide übersprangen 5,91 Meter, Dillas Bestleistung liegt bei 5,72 Metern, er ist ein optimistischer junger Mann.

Der Region stehen so etwas wie Olympische Wochen bevor, weil ja nicht nur auf dem Katschhof zwei Medaillengewinner an den Start gehen, sondern auch in Jülich. Im Brückenkopfpark werden am 2. September Julius Brink und Jonas Reckermann aufschlagen, das Duo hat in London die Gold-Medaillen im Beachvolleyball gewonnen.

Auch in Aachen gab es die Idee, den Olympiasieger zur Sprunganlage auf dem Katschhof zu locken. Renaud Lavillenie heißt er, und Michael Leers, Mitorganisator des Domspringens, beschreibt ihn so: „Man muss ganz ehrlich sagen, er ist derzeit der weltbeste Springer.” Aber Olympia ist vorbei, und für Lavillenie ist zwischenzeitlich Dabeisein mal nicht alles. Leers ist wieder ganz ehrlich, wenn er sagt, dass sie sich den Olympiasieger nicht leisten konnten. Oder besser: wollten. Sie hatten die Wahl, entweder Lavillenie zu verpflichten, oder die zehn Springer, die nun auf dem Katschhof zu sehen sein werden. Der Preis wäre ungefähr der gleiche gewesen.

Aber auch ohne den Olympiasieger ist der Wettkampf hochkarätig besetzt, neben Otto und Holzdeppe sind vier weitere Athleten dabei, die es auch in London waren. Steven Lewis, der mit 5,82 Metern den britischen Rekord hält, US-Amerikaner Jeremy Scott, der seine 2,06 Meter Körpergröße mit einer sehenswerten Technik über die Latte bringt, Yoo Suk Kim, der den südkoreanischen Rekord hält (5,66 Meter), und Malte Mohr, der in Aachen 2010 die 5,90-Meter-Marke übersprang, der bisherige Meeting-Rekord.

Sie alle hält Karsten Dilla für schlagbar und das sind sie ja auch, man muss nur mal Lavillenie fragen. In Aachen allerdings muss jemand anders die Aufgabe übernehmen, und Dilla lässt keinen Zweifel daran, dass er das gerne wäre. Er hatte sich ja eigentlich vorgenommen, in diesem Jahr erstmals die 5,80-Meter-Marke zu knacken. In Aachen hat er seine letzte Chance, das Meeting ist für die Stabhochspringer der Saisonabschluss. Dilla sagt: „Ich wünsche mir wenig Wind und Wärme. Dann kann es hoch gehen.” Problematisch: Das gilt für die anderen natürlich auch.

In Jülich wird der 11. DKB-Beach-Cup buchstäblich vergoldet. Mit Julius Brink und Jonas Reckermann werden die olympischen Goldmedaillengewinner aufschlagen. Wegen Bauarbeiten am Dürener Rathaus ist dessen Vorplatz nicht nutzbar, sodass diese Ur-Dürener Sportveranstaltung erstmals auf dem Beachvolleyballfeld im Jülicher Brückenkopf-Park ausgetragen wird.

Angereichert mit Nachwuchsturnieren am Freitag, 31. August, ab 14 Uhr und dem Turnier für Hobby- und Freizeitmannschaften am Samstag, 1. September, bildet das Einladungsturnier am Sonntag angeführt von den beiden Goldjungs den absoluten sportlichen Höhepunkt. Mit von der Partie sind mit Sara Goller und Laura Ludwig die Fünftplatzierten der Olympiade in London. Die dreifachen Europameisterinnen treffen beim DKB-Beach-Cup ab 9.30 Uhr auf die amtierenden Gewinnerinnen der Universiade, der Olympiade der Studenten also, Karla Borger und Britta Büthe. Die beiden gelten als Shootingstars der deutschen Beachvolleyballszene. Trainiert werden sie von Bernd Werscheck, Sportlicher Leiter des DKB-Beach-Cups.

Ebenfalls als Perspektivspieler mit Blick auf die Olympischen Spiele in Rio 2016 hoch gehandelt wird Sebastian Fuchs. Der exzellente Hallenvolleyballer und Top-Scorer der Volleyball-Bundesliga liebäugelt mit dem Sand und wird schon als Nachfolger von Reckermann betrachtet. Der vierte Mann ist Markus Diekmann, der wiederum Partner von Reckermann war. Wegen einer schweren Verletzung hatte der Stammspieler beim DKB-Beach-Cup die Profikarriere aufgeben müssen.

Wegen einer Vielzahl von terminlichen Verpflichtungen hatte das zweite deutsche Damendoppel bei der Olympiade, das „Dürener Eigengewächs” Ilka Semmler und ihre Partnerin Katrin Holtwick, ihre Teilnahme absagen müssen.

Nach dem Spielmodus des DKB-Beach-Cup treten die Stars in unterschiedlichen Besetzungen gegeneinander an. Wer es mit wechselnden Partnern auf die meisten Siege bringt, wird zum King beziehungsweise bei den Damen zur Queen des Turniers gekürt. Jonas Reckermann tritt als Titelverteidiger an. Er war King of the Beach 2011. Bei den Damen wird die Krone definitiv eine neue Trägerin erhalten. Vorjahressiegerin Okka Rau ist diesmal nicht mit von der Partie.
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