Köln - Ohne Druck, voller Vorfreude: Köln und das Derby

Ohne Druck, voller Vorfreude: Köln und das Derby

Von: Lukas Weinberger
Letzte Aktualisierung:
FC Köln
Der Kölner Torwart Timo Horn. Ob er am Samstag gegen Gladbach wohl viel zu tun bekommt? Foto: Maja Hitij/dpa

Köln. Es hat am Ende der Hinrunde eine Tabelle gegeben, in der der 1. FC Köln ganz oben gestanden hat. Erster, drei Punkte Vorsprung, vor dem BVB, Borussia Mönchengladbach hatte sogar neun Zähler Rückstand.

Für dieses Tableau waren nur die fünf Teams aus Nordrhein-Westfalen und deren direkten Duelle berücksichtigt worden, und der FC hat eben alle diese Spiele gegen die Konkurrenz aus der Nachbarschaft gewonnen. Gegen Dortmund, gegen Leverkusen, gegen Schalke, gegen Gladbach. Diese Tabelle war inoffiziell, einen Titel gab es nicht, aber ein bisschen stolz sind die Kölner schon. Und Leonardo Bittencourt sagt: „Wir wissen, wie man Derbys gewinnt.“

Die Situation

Als Peter Stöger bei der Pressekonferenz von der Stimmung in seiner Mannschaft erzählte, hat der Trainer leicht gegrinst, er sagte: „Wir befinden uns stimmungstechnisch in einem Hoch.“ Und das ist ja nicht besonders überraschend. Die Hinrunde des FC mit 24 Punkten war mehr als solide, die Niederlage gegen Stuttgart zum Rückrundenauftakt schnell vergessen gemacht: Der FC machte erst zwei gute Auswärtsspiele in Wolfsburg und Hamburg, wo er durchaus mehr als jeweils einen Punkt verdient gehabt hätte, und gewann danach souverän sein Heimspiel gegen Frankfurt. Vielleicht noch wichtiger als der reine Punktestand ist die Entwicklung der Mannschaft. Sie ist in der Lage, ein Spiel zu gestalten, es zu dominieren – und auch dazu, in kurzer Zeit das System zu wechseln.

Das Ziel

Der FC hat zu Saisonbeginn das Ziel Klassenerhalt ausgerufen, was in der zweiten Saison nach dem Aufstieg sicherlich vernünftig ist. Und die Verantwortlichen wollen auch jetzt nicht davon abrücken, bei 14 Punkten Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze. Stöger sagt: „Das ist keine Tiefstapelei.“ Im Fußball könne schließlich alles passieren. Wenn die ominöse 40-Punkte-Marke erreicht sei, dann könne man aber über höhere Ziele sprechen, findet Stöger. „Ich kenne niemanden, der sich gegen die Europa League wehren würde.“

Die Trümpfe, die Schwachstelle

Der größte Trumpf der Kölner ist nach wie vor ihre Kompaktheit, in der Rückwärtsbewegung arbeiten alle Spieler gegen den Ball, auch Stürmer Anthony Modeste. Diese gute Organisation zeichnete den FC schon in der Vorsaison auf, damals brachte sie ihm neun torlose Remis ein. Mittlerweile ist das Spiel des FC aber viel variabler, es funktioniert mit Dreier- und Viererkette, mit einer oder zwei Spitzen; in seiner Grundausrichtung ist es offensiver. Eine Schwachstelle ist sicherlich noch der Abschluss, zu oft braucht Stögers Team zu viele Chancen, um ein Tor zu schießen.

Das Derby

Wenn Peter Stöger über das Derby spricht, will er zuallererst eines loswerden: „Wir freuen uns auf dieses Spiel.“ Solche Duelle seien wegen der intensiven Konkurrenz immer etwas Besonderes, „eine außergewöhnliche Partie“. Eine, in die Köln mit relativ wenig Druck geht. Es läuft gut, der FC hat das Hinspiel gewonnen, was beides nicht auf den Gegner aus Gladbach zutrifft.

Der Gegner

Stöger hat schon oft erklärt, dass die Borussia dem FC als Vorbild dienen kann. Er sagt: „Wir wollen irgendwann so dastehen wie Gladbach – mit dem Anspruch, permanent im internationalen Geschäft dabeizusein.“ Auf die zuletzt unbeständigen Leistungen der Borussia will sich Stöger nicht verlassen, er sagt: „Unsicherheiten beim Gegner muss man sich erarbeiten, man bekommt sie nicht geschenkt.“ Vor allem Granit Xhakas Aktionsradius wolle man einengen, aber allein mit sportlichen Mitteln. „Wir werden ihn nicht provozieren“, sagt Stöger. „Aber ich hätte nichts dagegen, wenn er sich wieder vorzeitig verabschiedet.“

Voraussichtliche Aufstellung: Horn - Olkowski, Maroh, Mavraj, Heintz - Lehmann, Hector - Bittencourt, Gerhardt, Mladenovic - Modeste

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert