Köln - Nur der Video-Assistent hat kein Mitleid mit dem FC

Nur der Video-Assistent hat kein Mitleid mit dem FC

Von: Roman Sobierajski
Letzte Aktualisierung:
15382717.jpg
Geste der Verzweiflung: Simon Zoller. Foto: dpa

Köln. „Neid muss man sich verdienen, Mitleid bekommt man geschenkt“ lautet eine bekannte Redewendung. Doch was dem 1. FC Köln nach der Heimniederlage von Eintracht Frankfurts Trainer Niko Kovac zuteil wurde, war eindeutig hart verdientes Mitleid: „Ich habe absolutes Mitgefühl mit den Kölnern“, meinte der 45-Jährige nach dem glücklichen 1:0-Erfolg seiner Mannschaft.

Um es rundzumachen, hätte Kovac auch noch ein Dankeschön Richtung Schiedsrichter Martin Petersen schicken können, der bei seinem Bundesliga-Debüt mit der Bewertung „stets bemüht“ noch gut weggekommen wäre.

Es war der 19. Oktober 2015, als der Hannoveraner Spieler Leon Andreasen im Müngersdorfer Stadion den Ball mit der Hand über die Torlinie bugsierte. Alle hatten es gesehen, nur Schiedsrichter Bastian Dankert nicht, der den Treffer gab und damit die Einführung des Video-Assistenten endgültig einläutete. Nun hätte der FC das Eingreifen vom Bildschirm aus doppelt gut gebrauchen können: Erst gab Petersen einen Strafstoß gegen Köln nach einer Rettungstat von Keeper Timo Horn gegen Frankfurts Mijat Gacinovic, die der zu Fall Gebrachte selbst nicht als Foul sah und weiterspielte.

Anschließend übersah der Mann aus Stuttgart ein klares Foul an Leo Bittencourt durch Simon Falette im Eintracht-Strafraum und ließ die Partie weiterlaufen und erneut schritt Wolfgang Stark vor dem Monitor nicht ein. Auch sonst waren die vielen kleinlichen Pfiffe des 32-jährigen Debütanten nicht immer mit den optischen Eindrücken der meisten der 49.000 Zuschauer in Einklang zu bringen.

Dabei hat Petersen durchaus eine farbenfrohe Zweitliga-Bilanz: In nur 50 Partien zückte der Unparteiische 202 Mal Gelb, vier Mal Gelb-Rot, sechs Mal glatt Rot und zeigte 17 Mal auf den Elfmeterpunkt. Nur auf den Schiedsrichter schieben wollten Kölner Offizielle und Spieler die Niederlage gegen Frankfurt nicht, auch wenn Manager Jörg Schmadtke und Trainer Peter Stöger einen Großteil der 90 Spielminuten diskutierend mit dem Vierten Offiziellen verbrachten.

Kommentare zu den strittigen Szenen abgeben wollte anschließend keiner der beiden, Stöger mit der schönen Begründung, „ich bin mental robust, auch wenn ich nicht so aussehe“.

Vielleicht wollten sich die Verantwortlichen auch einfach nicht nach dem Hickhack um das Dortmund-Spiel erneut mit dem DFB anlegen. Zumal die Uefa eigentlich auch am Donnerstag die Konsequenzen wegen der Vorfälle beim Europa-League-Spiel beim FC Arsenal verkünden wollte, dies jedoch auf den Freitag verschob.

„Jeder weiß, dass Fußball zu 80 Prozent im Kopf stattfindet und nur zu 20 Prozent in den technischen Fähigkeiten“, machte Kapitän eher ein mentales Problem bei den Spielern aus. „Keiner kann jetzt von uns Zauberfußball erwarten, es kommt darauf an, die Grundtugenden zu zeigen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert