Neuner, Rodlerinnen und Wolf jagen Olympia-Gold

Von: Marc Zeilhofer, dpa
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Jenny Wolf
Jenny Wolf. Foto: ddp

Vancouver. Deutscher Dienstag in Vancouver? In drei von sechs Olympia-Entscheidungen hat das schwarz-rot-goldene Team große Siegeschancen. Die erfolgsverwöhnten Rodlerinnen sind auf Gold programmiert, Biathletin Magdalena Neuner und Eisschnellläuferin Jenny Wolf sollen als weitere Trümpfe die olympische Konkurrenz ausstechen.

Mit gerade einmal 1,5 Sekunden Rückstand holte Neuner im Sprint das erste deutsche Edelmetall der XXI. Winterspiele, beim Verfolgungsrennen im Whistler Olympic Park (19.30 Uhr MEZ) dürfte die slowakische Sprint-Überraschungssiegerin Anastasiya Kuzmina diesen Mini-Vorsprung nicht einmal in die erste Kurve retten.

Um hundertstel Sekunden wird die Entscheidung im Eis-Oval von Richmond fallen. Über 500 Meter kommt es zum Showdown zwischen der Weltrekordlerin Jenny Wolf aus Berlin und der Chinesin Wang Beixin (22.00 Uhr). Nach Mitternacht wollen die erfolgsverwohnten deutschen Rodlerinnen ihre olympische Siegesserie fortsetzen.

Magdalena Neuner drückt im Verfolgungsrennen ganz Wallgau beim Faschingskehraus im „Haus des Gastes” die Daumen. Im fernen Kanada setzt Olympia-Debütantin Neuner ganz fest auf einen Gold-Coup. „Ja ich glaub schon”, beantwortete sie die entsprechende Frage mit fester Stimme und keckem Lächeln. „Irgendwie habe ich ein gutes Gefühl. Ich bin gut drauf. Ich weiß einfach, was ich kann. Ich sage mir, ich will Olympiasiegerin werden.” Nach dem achten Podestplatz in Serie geht sie mit minimalen Rückstand auf Kuzmina in die Loipe. Die deutschen Medaillen-Hoffnungen ruhen erneut einzig und allein auf den schmalen Schultern der sechsfachen Weltmeisterin.

Jenny Wolf stellt demonstrativ ihr Selbstbewusstsein zur Schau, ihre große Rivalin Wang Beixing aus China versteckt sich. „Ich begreife nicht, warum die so pokert. Seit wir hier in Richmond sind, haben wir sie noch nicht einmal gesehen. Entweder sie ist verletzt oder sie haut hier ein Ding raus, dass die Heide wackelt”, spekulierte der Erfurter Coach Stephan Gneupel. Wolf selbst nimmt das Versteckspiel gelassen. „Vielleicht hat sie Angst”, spekulierte die Berlinerin verschmitzt, nachdem sie beim einzigen Wettkampftest in 37,91 den eigenen Bahnrekord von der WM aus dem Vorjahr nur um 0,19 Sekunden verpasst hatte.

Vor dem Gold-Duell der deutschen Top-Rodlerinnen Tatjana Hüfner und Natalie Geisenberger lag ein Schatten. „Wenn man dran denkt, kommt Angst auf. Die darf nicht mitfahren”, sagte die zweimalige Weltmeisterin Hüfner mit Blick auf das tödliche Drama um den verunglückten Georgier Nodar Kumaritaschwili. Die auf 953 Meter verkürzte Bahn soll nichts daran ändern, dass die deutschen Frauen zum vierten Mal in Serie Olympia-Gold einfahren. „Theoretisch müssten sie es unter sich ausmachen. Aber sie sind keine Maschinen”, beschreibt die zweimalige Olympiasiegerin Sylke Otto die Gold-Chancen ihrer Nachfolgerinnen. In allen Weltcup-Rennen stand im Olympia- Winter entweder Gesamtsiegerin Hüfner oder Vize-Weltmeisterin Geisenberger ganz oben.

Nicht mehr als Außenseiter-Chancen haben die Biathlon-Männer nach ihrem auch wegen der Wetter-Lotterie verpatzten Einzelrennen. Für Skirennfahrer Stephan Keppler (Ebingen) ist bei der olympischen Premiere der Super-Kombination dabei sein alles. Ohne deutsche Beteiligung geht die Entscheidung im Snowboardcross über die Bühne.

Im Curling-Mekka Kanada hofft der Füssener Routinier Andy Kapp endlich auf ein Ende seines Olympia-Fluchs. „Unser Ziel ist es, besser abzuschneiden als in Nagano und Turin. Dort wurden wir jeweils Achte”, erinnert sich der 42-Jährige an seine wenig erfreulich verlaufenen ersten beiden Winterspiele. Zwei Monate nach seinem EM- Triumph setzt auch das deutsche Frauen-Team um Routinier Andrea Schöpp auf einen gelungene Olympia-Auftakt. „Von Platz eins bis zehn ist alles drin. Das Leistungsgefälle ist nicht so groß.” Noch nie konnten die deutschen Curler eine olympische Medaille erringen, und auch diesmal ist der Weg zum Edelmetall schwer.
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